Duell der Parallelen: "Kapfenburg" vs. "Mattersberg"

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Cup-Depp gegen Cup-Depp. Schießbude gegen Schießbude. Trainer-Urgestein gegen Trainer-Urgestein.

Oder einfach „Kapfenburg“ gegen „Mattersberg“.

Das Duell Vorletzter gegen Letzter ist nämlich auch ein Duell der vielen Gemeinsamkeiten.

Nicht nur, dass beide Mannschaften wie erwartet tief im Abstiegssumpf stecken – Kapfenberg und Mattersburg haben auch ähnliche Probleme bzw. Voraussetzungen.

LAOLA1 hat sich diese vor dem Keller-Duell genauer angesehen.

  • Liga-Flaute: 

Was beide auf den ersten Blick eint, sind die nüchternen Fakten. Beide Teams halten nach acht Runden bei mageren vier Punkten und sind mit 20 (KSV) bzw. 15 (SVM) Gegentoren die Schießbuden der Liga. Während Mattersburg überhaupt noch auf den ersten Saisonsieg wartet, hagelte es für Kapfenberg zuletzt fünf Niederlagen in Folge. „Ein Schicksalsspiel ist es nicht, doch sicher richtungsweisend. Mit einem Sieg könnten wir uns nach oben orientieren, bei einer Niederlage hätten wir eine schwierige Situation. Da würde wahrscheinlich alles hinterfragt werden", meint KSV-Trainer Werner Gregoritsch.

  • Cup-Deppen:

Zur aktuellen Liga-Flaute gesellten sich unter der Woche auch noch zwei peinliche Cup-Pleiten. Mattersburg scheiterte bei den Red Bull Juniors zwar erst im Elfmeterschießen, das aber völlig verdient. Und Kapfenberg blamierte sich überhaupt beim Tiroler Landesligisten Reichenau (1:2 n.V.).  Beide Trainer beteuern zwar, dass die Dämpfer verdaut sind, gewisse Spuren werden die Blamagen aber doch hinterlassen haben. „Im Endeffekt wird es eine Kopfsache sein“, gibt SVM-Coach Franz Lederer zu.

  • Keller-Experten:

Dass beide als Abstiegskandidaten ihr Dasein fristen, ist nichts Neues. Die Zeiten der Mattersburger Europacup-Ambitionen sind längst vorbei – und Kapfenberg kennt seit dem Bundesliga-Aufstieg (2008) ohnehin nichts anderes, als den Abstiegskampf. Im Durchschnitt haben beide Mannschaften in den letzten drei Spielzeiten den achten Platz belegt (SVM: 9., 6., 9. – KSV: 8., 9., 8.). Trotzdem ist Lederer sicher, dass es in dieser Saison wieder weiter nach oben geht: „Wir werden am Ende nicht nur vor Kapfenberg, sondern auch vor anderen Mannschaften sein.“

  • Trainer-Urgesteine:

So groß kann die Krise in Mattersburg gar nicht sein, dass Lederer ernsthaft um seinen Job bangen müsste. Wo andere Klubs längst die Reißleine ziehen, stärkt SVM-Obmann Martin Pucher seinem Langzeitcoach den Rücken.  Seit November 2004 ist der 47-Jährige nun schon Chef auf der SVM-Kommandobrücke und damit der längstdienenste  Bundesliga-Trainer. Knapp auf Platz drei hinter Sturms Franco Foda folgt übrigens Werner Gregoritsch, der Kapfenberg im September 2006 übernommen hatte  - damals allerdings in der Ersten Liga. Und Gregoritschs Posten ist genauso krisensicher wie jener von Lederer. „Werner und ich sind jetzt fünf Jahre gemeinsam gegangen. Und ich bin überzeugt, dass wir mit ihm und der Mannschaft noch viel Freude haben werden“, erstickt KSV-Präsident Fuchs alle Trainerspekulationen im Keim.

  • Holzhacker-Image:

Kapfenberg und Mattersburg haftet ein lästiges Image an: Zwei Holzhacker-Truppen wären sie; Mannschaften, die nicht spielen, sondern zerstören wollen und die Gesundheit anderer Spieler gefährden. Dieses Image nervt vor allem Lederer: „Das stört mich maßlos. Es ist nicht richtig, dass wir die "Schnalzer" der Liga sind. In Mattersburg können wir nicht einfach Fußball nach Vorschrift spielen, wir müssen über die Emotion kommen und uns verbeißen, sonst sind wir nur die Hälfte wert.“ Die Strafen-Statistik spricht aber eine deutliche Sprache: Mattersburg hat mit 206 Fouls die mit Abstand meisten der Liga begangen und auch die meisten Gelben (28), sowie Rote Karten (3) erhalten. Kapfenberg rangiert in der Kartenstatistik auf dem dritten Platz, muss sich aber ähnliche Vorwürfe wie Mattersburg anhören. Gregoritsch sagt vor dem direkten Duell nur so viel: „Ein Fußball-Fest ist nicht zu erwarten. Viel wird von Zweikämpfen und Taktik abhängen.“ "Kapfenburg" gegen "Mattersberg" eben.

Kurt Vierthaler

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