Auf den Abgang vorbereitet

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Die Austria hat Gewissheit.

Am Donnerstag-Abend teilte Spielerberater Jürgen Werner AG-Vorstand Thomas Parits mit, dass Zlatko Junuzovic keinen neuen Vertrag bei den Violetten unterschreiben wird.

Somit wäre der 23-Jährige im kommenden Sommer ablösefrei. Soweit wird es aber wohl nicht kommen.

"Sonst hätten wir einen Super-GAU"

„Wir müssen damit rechnen, dass er noch in dieser Transfer-Phase geht“, ist Parits bewusst. Die Veilchen sind also auf einen Abgang ihres Mittelfeldspielers vorbereitet.

So gut es geht zumindest. „Wir müssen zweigleisig fahren. Sonst hätten wir einen Super-GAU, wenn er uns erst am letzten Transfer-Tag, dem 30. August, verlässt“, meint der Burgenländer.

Bezüglich eines Ersatzmannes für den 13-fachen Internationalen seien „gute Gespräche im Gange“. Dass der „neue“ Junuzovic nicht in Österreich zu finden ist, ist für den Sportdirektor Fakt. Ein Legionär wird kommen.

Kein Sturm-Schicksal

Und das aller Voraussicht nach noch in diesem Sommer. Unabhängig davon, ob „Zladdi“ die Hauptstadt noch bis Ende August verlässt oder nicht.

Denn ein Schicksal a la SK Sturm, wo erst nach dem absehbaren Abgang von Gordon Schildenfeld gehandelt wurde, will sich der FAK ersparen.

Diese Strategie ist beim Rekord-Cupsieger nichts Neues. Mit Georg Margreitter für Aleksandar Dragovic und Alexander Grünwald für Julian Baumgartlinger waren die „Neuen“ zuletzt immer schon da, bevor die „Alten“ weg waren.

Die Frage der Finanzierung

Klingt alles gut und simpel, wäre da nicht auch noch der finanzielle Aspekt. Denn ohne die Ablösesumme für Junuzovic auf dem Konto zu haben, wird es schwer, einen Neuzugang zu finanzieren.

„Darüber zerbrechen wir uns gerade den Kopf“, meint Markus Kraetschmer. Der AG-Vorstand weist jedoch darauf hin, dass bei Transfers die Möglichkeit von Raten-Zahlungen bestehe. So lässt sich also auch dieses Problem lösen.

Aus Okoties und Schiemers Abgängen gelernt

Tatsache ist jedenfalls, dass es nun das Bestreben der violetten Führungsebene ist, Junuzovic noch in diesem Sommer zu verkaufen, dann würde er nämlich noch die höchste Ablöse erzielen. Im Winter wäre er dann schon billiger, nach Saisonende gar gratis zu haben.

Diese leidvolle Erfahrung hat die Austria mit den ablösefreien Abgängen von Franz Schiemer und Rubin Okotie bereits gemacht. Und sie hat daraus gelernt – siehe Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger.

Wenngleich das Management des Kickers in einer Aussendung beteuert, er werde "im Rahmen seines laufenden Vertrags noch über die Sommertransferzeit 2011 hinaus für die Austria" spielen.

Keine Hektik

Dass der Spieler den Verein von heute auf morgen verlässt, ist aber praktisch auszuschließen. „Es liegt kein konkretes Angebot auf dem Tisch“, gibt Parits zu verstehen. Doch der FAK ist davon nicht sonderlich beunruhigt.

Vor allem in Deutschland wird das Transfergeschehen zwischen Mitte und Ende August noch einmal richtig hektisch. Wenn die ersten Spieler verletzungsbedingt ausfallen, muss rasch Ersatz gefunden werden.

Baumgartlingers Hilfe

In diesem Zusammenhang hilft Julian Baumgartlinger. „Es ist gut, dass man aus Mainz hört, dass er in einem körperlich ausgezeichneten Zustand ist“, meint Kraetschmer. Das verbessere den Ruf der Austria. Gleichzeitig ist dadurch auch klar, dass Junuzovic sofort weiterhelfen könnte, sollte ein deutscher Klub Ersatz für einen Langzeitverletzten benötigen.

Kurzum: Es ist davon auszugehen, dass die Veilchen in diesem Sommer noch einen Zu- und einen Abgang verzeichnen werden.

Nottingham Forrest wird es übrigens definitiv nicht…

Harald Prantl

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