Zurück in der Spur

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"Ewiges Talent, oder Spieler internationaler Klasse?"

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Jakob Jantscher scheint wieder in die Spur gefunden zu haben. Dort, wo er vor zwei Saisonen bei Sturm Graz schon war.

Beim aktuellen Meister debütierte der Linksfuß als 18-Jähriger in der Kampfmannschafft und wurde schnell zu einem der hoffnungsvollsten österreichischen Nachwuchstalenten. Trotz Angeboten aus dem Ausland unterschrieb Jantscher einen Vierjahresvertrag bei RB Salzburg.

Zu Beginn der Saison 2010/11 gehörte er noch zur Stammelf von Huub Stevens. Doch im weiteren Verlauf der Herbstsaison fand sich Jantscher immer öfter auf der Bank wieder. Damals absolvierte der Steirer zwar 15 von 19 Begegnungen, davon aber nur zehn von Beginn an. Vier Tore hatte er vor Weihnachten zu Buche stehen.

Formkurve von Jantscher stark steigend

"Es könnte noch besser werden"

Mehr als die Hälfte der Ausbeute vom letzten Herbst kann Jakob Jantscher in dieser Saison bereits aufweisen. Salzburgs Mittelfeldspieler heimste nach sechs Einsätzen mit drei Toren und zwei Assists viel Lob ein. Seine Kritiker verstummen. Jakob Jantscher bleibt am Boden.

„Zurzeit funktioniert es sehr gut, es könnte aber noch besser werden.  Es war sehr wichtig, dass ich in Salzburg gelandet bin und nicht irgendwo im Ausland, denn dort wäre es sicher noch schwieriger geworden, mich zu beweisen.“

Seit Ricardo Moniz und Niko Kovac das Traineramt von Huub Stevens in Salzburg übernommen haben, ist die Formkurve von Jakob Jantscher stark steigend.

In die Offensive gehen

„Moniz ist ein Trainer, der sehr viel Wert auf die Offensive legt, das neue System kommt auch meiner Spielweise entgegen. Ich spiele weiter vorne wie bei seinem Vorgänger Huub Stevens. Letztes Jahr haben wir alle nicht unsere Leistung abrufen können, heuer sind wir als Team stark, der Knoten ist geplatzt und wir können befreit aufspielen.“

Jakob Jantscher ist in Form, das freut auch den Trainer, der von seinem Mittelfeldspieler überzeugt ist, jedoch täglich mehr als Durchschnitt von ihm verlangt.

Ricardo Moniz gibt sich mit Durchschnitt nicht zurfrieden

„Ewiges Talent, oder Spieler internationaler Klasse?“

Moniz: „Ich bin sehr kritisch, es geht jeden Tag auf und ab.  Bleibt er ein ewiges Talent, oder wird er ein Spieler von internationaler Klasse? Das ist oft ein schmaler Grat und hat vor allem sehr viel mit Selbstbewusstsein zu tun.“

„Ich verlange von meinen Spielern, Verantwortung zu übernehmen. Sie sind gefordert, täglich die Initiative zu ergreifen. Das kann für manche ungewöhnlich sein, jedoch müssen sie realisieren, dass eine Fußball-Karriere sehr kurz ist.“

Jantscher widerlegte sämtliche Kritiker

Jantscher zeigt nun spätestens in dieser Saison, dass er spielerisch eine Bereicherung für die Red-Bull-Truppe ist. Er widerlegte Aussagen von Kritiker, die ihm in Salzburg einen schweren Stand prophezeit hatten. Der Bullen-Überflieger ist passsicher und mit einem guten Torschuss ausgestattet. Mit Kritik umzugehen kann man lernen, das weiß auch Moniz.

„Es ist hart im Fußball. Wenn es schlecht läuft, hast du keine Freunde. Genau das muss seine Kraft werden, dass er immer wieder gegen den Widerstand kämpft. Du bist immer alleine wenn du Talent hast und es nicht auf den Platz bringst, darauf muss man vorbereitet sein. Ich versuche meine Spieler, täglich damit zu konfrontieren. Ich hoffe, Jakob wird diese Linie weiter beibehalten. Jakob kann ein Großer werden, wenn er sich nicht mit Durchschnitt zufrieden gibt. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.“

Zumindest ist Jakob Jantscher aber schon wieder zurück in der Spur.

 

Patricia Kaiser

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