Iñaki Bea: Abwehrchef und Twitter-Fan

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Iñaki Bea Jauregi ist ein gutes Beispiel dafür, was in einem Jahr alles möglich ist.

Der Spanier hat sich in den letzten zwölf Monaten nicht nur zu einem der besten Innenverteidiger der österreichischen Bundesliga gemausert, sondern auch nahezu perfekt Deutsch gelernt.

Und das, obwohl der Tiroler Dialekt selbst für einen Österreicher nicht gerade einfach zu verstehen ist.

Entscheidung noch keine Sekunde bereut

„Mit einem Bier fällt mir Deutsch aber leichter“, flachst der Wacker-Spieler beim Interview-Termin mit LAOLA1.

Letztlich geht es auch ohne ganz gut. Der 33-Jährige braucht eben nicht viel Anlaufzeit.

„Ich fühle mich sehr wohl in Tirol und habe meine Entscheidung, nach Österreich zu kommen, noch keine Sekunde bereut. In Spanien waren die Dinge zuletzt sehr schwierig.“

Schwierige Situation in Spanien

Unpünktliche oder gar keine Lohnzahlungen; Präsidenten, die sich verstecken – Bea hat schon einiges erlebt.

Darum ist er auch dankbar, dass er beim FC Wacker untergekommen ist.

„Ich habe in Spanien in allen Ligen gespielt, wollte etwas Neues kennenlernen. Meine Motivation war weg. Ich wollte in ein Land, dass mir eine gewisse Stabilität bietet. Daher kamen Länder wie Griechenland, Portugal oder Rumänien nicht in Frage.“

"Ich spreche zu viel und zu gerne"

Dass er dann fast in Rekordzeit Deutsch gelernt hat, war für den Routinier sowohl eine Selbstverständlichkeit, als auch die Konsequenz einer großen Schwäche.

„Es ist das Wichtigste, dass du dich anpasst und schnell die Sprache lernst. Außerdem spreche ich viel zu gerne und zu viel. Ich kann nicht neben meinen Nachbarn leben und die Sprache nicht beherrschen. Das halte ich nicht aus."

Zu faul für Aktivitäten

In Aldrans nahe Innsbruck ist Bea mittlerweile schon so heimisch geworden, dass die große spanische Community in Österreich weitestgehend ohne ihn auskommen muss.

Mit Rieds Nacho hat der Wahl-Tiroler nur sporadischen Telefonkontakt, mit Klubkollege Merino geht Bea immerhin ab und zu essen oder Kaffee trinken.

„Mein Leben spielt sich hauptsächlich in Aldrans ab. Ich bin meistens zu faul, um nach Innsbruck ins Zentrum zu fahren“, lacht der 1,85m-Mann.

Twitter als Hobby

Wenn er dann gemütlich auf der Couch liegt, ist er häufig in den sozialen Netzwerken anzutreffen. Besonders „twitter“ hat es ihm angetan.

„Ich habe viel Freizeit und mit „twitter“ ein nettes Hobby gefunden. Ich schreibe meistens auf Spanisch, da ich besser ausdrücken kann, was ich meine. Aber ich bin da selten ernst, schreibe viel Lustiges.“

Verbleib auch nach Karriereende?

Richtig ernst meint es Wackers Abwehrchef dagegen mit Innsbruck und Österreich. Denn ein Verbleib nach der Karriere ist für den Spanier durchaus denkbar.

„Wieso nicht? Ich fühle mich richtig heimisch. Aber noch bin ich planlos, was die Zukunft betrifft. Ich denke da lieber Schritt für Schritt.“

Den nächsten Schritt geht Bea mit seinen Kollegen am Sonntag. Im Westderby gegen Salzburg will der Underdog den Favoriten so wie vergangene Saison wieder ärgern.

„Wir können uns nicht mit Salzburg vergleichen, aber in 90 Minuten ist alles möglich. Gerade zu Hause mit unseren Fans traue ich uns einiges zu. Wir müssen aggressiv spielen und dürfen keine Angst zeigen.“

Iñaki Bea wird dabei wie immer als gutes Beispiel voran gehen.

Kurt Vierthaler

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