"Er hat alles, was man für diese Position braucht!"

Aufmacherbild
 

Frisch geduscht schaut sich Martin Hinteregger an der Bande die letzten Minuten in Mattersburg an.

Viel passiert nicht mehr, zu souverän agieren seine „Bullen“.

Ein paar Anfeuerungen für die Kollegen Schiemer und Ulmer, dann ist das 3:1 in trockenen Tüchern.

„Solche Leistungen haben wir letztes Jahr nie gebracht“

„Es hat anfangs etwas gedauert, bis wir die Philosophie des Trainers begriffen haben. Aber gerade in den vergangenen Spielen haben wir wirklich eine sehr starke Leistung gebracht. Solche Leistungen haben wir letztes Jahr nie gebracht“, erklärt der 20-Jährige.

Hinteregger selbst steht beim dritten Liga-Sieg in Serie, beim siebenten Match ohne Niederlage, 77 Minuten am Platz – und das auf einer für ihn ungewohnten Position.

Ungewohnte Position

Salzburg-Trainer Roger Schmidt lässt den jungen Kärntner zum zweiten Mal in Folge als „Sechser“ auflaufen.

„Diese Position ist völlig neu für mich und doch etwas anspruchsvoller als hinten drin. Als Innenverteidiger kannst du dich doch hin und wieder einmal ausrasten. Als Sechser musst du immer bei der Sache sein.“

Die Statistik zeigt, dass Hinteregger als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive ordentlich gefordert wurde: Mit 80 Ballkontakten hatte er die meisten am Platz, dazu bestritt er 32 Zweikämpfe.

„Für meine Entwicklung kommt mir diese Position sehr zu Gute. Ich kann dem Trainer dafür nur danken“, so Hinteregger.

Schmidt lobt Hinteregger

Der Chefcoach gibt die Komplimente gleich an seinen Youngster weiter. „Ich bin mit Martin sehr zufrieden. Er hat für diese Position alle Fähigkeiten, die man braucht. Zu 100 Prozent.“

Auch der 45-jährige Deutsche glaubt, dass Hinteregger als „Sechser“ noch einmal einen Sprung in seiner Entwicklung machen kann.

„Es ist eine extrem anspruchsvolle Position – vielleicht die anspruchsvollste Position überhaupt. Man ist genau im Zentrum und trägt viel Verantwortung – gegen und mit dem Ball. Da braucht es viele Qualitäten. Wenn er diese Position spielen kann, kann er alles spielen. Und ich glaube, dass er in diese Position reinwachsen kann.“

„Sechser“ auch nach Mendes‘ Rückkehr?

Schmidt wird sein „Experiment“ wohl so lange weiterspielen lassen, bis David Mendes da Silva wieder fit ist.

Der Kapitän könnte nach der Länderspielpause in den Kader zurückkehren.

„Für mich hat diese Position auf jeden Fall Zukunft“, will Hinteregger seinen Platz nicht so schnell räumen, „so lange ich meine Leistung bringe, werde ich weiter dort spielen. Der Trainer ist jedenfalls sehr zufrieden mit mir. Ich muss nur noch etwas offensiver werden.“

Eine Rückkehr auf die eigentlich angestammte Innenverteidiger-Position könnte ohnehin schwierig werden.

Dichtes Gedränge

Denn Neuzugang Isaac Vorsah gilt als gesetzt und Franz Schiemer erledigt seine Sache derzeit auch mehr als ordentlich.

Außerdem kämpfen noch weitere Spieler um ihren Platz in der Stammelf.

Hinteregger weiß, dass der Konkurrenzkampf noch intensiver wird. „Hinten ist es sehr eng bei uns. Dibon drängt sich im Training sehr auf, Sekagya darf man auch nicht vergessen.“

Neuzugang Rodnei, der nach seinen Leistenproblemen ebenfalls bald zur Verfügung steht, sieht er dagegen überraschenderweise nicht als direkten Rivalen: „Ich glaube, er ist eher für die Linksverteidiger-Position gedacht.“

Auf welcher Position sich Hinteregger letztlich wiederfinden wird, ist noch unklar. Klar scheint nur, dass er als „Sechser“ mehr als nur eine Notlösung ist.

Kurt Vierthaler

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen