Schwarzer Tag für die "Männer in Schwarz"

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Wien –  Die 11. Runde der Bundesliga sorgte für Schlagzeilen – jedoch nicht unbedingt im positiven Sinn.

Wieder einmal standen die Schiedsrichter im Mittelpunkt. Die Leidtragenden: Austria und Rapid.

Den Veilchen wurden bei der 1:2-Niederlage in Ried zwei Treffer aberkannt,  zudem resultierte das Siegestor der Innviertler aus einem mehr als fragwürdigen Strafstoß.

Doch auch die Niederösterreicher hatten Grund, sich über den Referee,  zu ärgern.

Für die Austria ein Déjà-vu. Bereits in der vergangen Saison gab es exakt die selbe Situation. Auch damals wurden zwei Treffer beim Stand von 1:1 annulliert, das Spiel mit 1:2 verloren. Pikantes Detail: Damals wie heute hieß der Unparteiische Christian Dintar.

„Das ist einfach ein Witz, wir werden diesen Herrn in Zukunft ablehnen“,  tobte FAK-Coach Karl Daxbacher, der vom Mann in Schwarz auch noch auf die Tribüne geschickt worden war.

In Hütteldorf kochten die Emotionen nach dem 1:1 gegen Wr. Neustadt ebenfalls hoch. Ein strittiger Elfmeterpfiff kurz vor Schluss sorgte für Unmut im grün-weißen Lager. „Ich habe den Spieler berührt, aber wenn das ein Elfer war, dann muss man in einem Match mindestens zehn pfeifen“, giftete sich „Übeltäter“ Markus Katzer über Schiedsrichter Dominik Ouschan.

LAOLA1 lässt die diskussionswürdigen Entscheidungen Revue passieren und bittet Schiedsrichter-Chef Johann Hantschk, der selbst als Beobachter in Wien-Hütteldorf im Einsatz war, zu einer Einschätzung der Ereignisse.

Schauplatz Hanappi-Stadion:

71. Minute: Edin Salkic köpfelte nach Freistoßflanke von Tomas Simkovic den vermeintlichen Ausgleich für die Gäste. Aufgrund eines Foulspiels des Neustadt-Stürmers zählte der Treffer nicht.

Johann Hantschk: Ein eindeutiges Stürmerfoul. Salkic reißt Pichler nieder und kommt erst dadurch zum Kopfball. Also ein richtiger Pfiff. Die falsche Abseits-Anzeige wurde gar nicht berücksichtigt. Ouschan hat erst nachdem er auf Foul entschieden hat, von seinem Linienrichter erfahren, dass dieser die Fahne gehoben hat. Im ganzen Trubel mit den Verletzten wurde Peter Stöger vom vierten Mann fälschlicherweise die Abseitsstellung als Grund für die Annullierung des Treffers genannt.

85. Minute: Der eingewechselte Thomas Helly ging nach leichtem Körperkontakt mit Markus Katzer im Strafraum zu Boden. Ouschan zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Der Gefoulte verwandelte sicher.

Hantschk: Auch diese Entscheidung kann man so stehen lassen. Katzer lehnt sich an, drückt mit der Hand und attackiert einfach ungeschickt. Die Attacke geht eindeutig in den Rücken des Neustadt-Spielers. Helly nützt die Chance und geht zu Boden. Der Strafstoß ist daher vertretbar.  Jedes Vergehen ist ein Unikat. Es gibt keine zwei gleichen Vergehen. Einmal ist es in einem schnelleren Tempo, einmal etwas heftiger, einmal etwas schwächer. Fakt ist, es bleibt ein Stoßen in den Rücken. Die Heftigkeit ist nicht entscheidend.

Schauplatz Keine-Sorge-Arena:

22. Minute: Zlatko Junuzovic zirkelte eine Freistoß-Flanke von der Seite in den Strafraum. Der Ball segelte an Freund und Feind vorbei und landete im Netz. Dintar gab kein Tor, er wertete stattdessen einen Luftzweikampf außerhalb des Fünfers zwischen Alexander Gorgon und  Thomas Gebauer als Foul.

Hantschk: Es gab einen Zusammenstoß eines Austria-Spielers mit dem Torwart der Rieder – das Ganze im Strafraum. Daher ist Dintars Foul-Entscheidung vertretbar.

26. Minute: Gorgon luchste Emanuel Schreiner mit einem Tackling die Kugel ab, Nutznießer Nacer Barazite schloss trocken ab. Auch diesmal sah Dintar ein Foul von Gorgon.

Hantschk: Darüber kann und will ich kein Urteil abgeben, weil ich die Szene noch nicht genau studiert habe.

67. Minute: Ivan Carril hakte mit dem Fuß bei Florian Mader ein, fiel an der Strafraumgrenze hin und der Spielleiter auf die Schwalbe hinein. Anel Hadzic ließ sich die Chance nicht entgehen und fixierte den Endstand.

Hantschk: Das war eine klare Fehlentscheidung. Der Stürmer fädelt ein, sucht das Foul. Das sind die heimtückischen Dinge, denen die Referees dann erliegen. Denn viele Spieler versuchen eigentlich zu betrügen. Dadurch wird das Schiri-Amt sehr schwierig, weil sehr viele Schlitzohren unterwegs sind.

Abschließend möchte der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission aber eine Lanze für seine „Men in black“ brechen: „Der Buhmann ist und bleibt der Schiedsrichter. Das war vor einem, vor zehn und vor 15 Jahren so. Damit müssen die Unparteiischen aber leben. Sie stehen in  der Öffentlichkeit und wenn sie einen Fehler machen, müssen sie dazu stehen. Und das tun sich auch…“

Martin Wechtl

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