"Er ist einer der drei besten Strafraum-Stürmer"

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Hannes Aigner, Fußball-Gott!“

Georg Zellhofer lachte zwar, als er bei LAOLA1 seinem Stürmer diesen Titel nach dem 2:2 gegen Salzburg verpasste, doch ernster könnte es ihm nicht sein, wenn er über seinen Routinier spricht. 

„Ich kenne ihn bereits aus meiner Austria-Zeit, er ist dort und da belächelt worden, aber ein extrem wichtiger Spieler für ein Team. Er hat ein unglaublich großes Herz, ist ein riesiger Kämpfer und für mich im Strafraum einer der drei besten Stürmer in Österreich“, lautet das Lob für den 34-Jährigen.

Plus: „Er ist ein absoluter Vorzeige-Profi. Es macht ihm sehr viel Spaß und er führt die Mannschaft. Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben.“

Hannes lebt es uns vor“

Auch Goalie Martin Kobras hat nur lobende Worte für den Veteranen parat. „Er ist extrem viel wert für uns, man sieht, wie er sich für die Mannschaft aufopfert. Wie er sich als Routinier in jeden Zweikampf schmeißt, ist sensationell. Er lebt es vor und ist ein absoluter Führungsspieler.“

Das sehen auch die Altach-Fans, die am Samstag im Schnabelholz den zweifachen Torschützen bejubeln durften. Seine Torgefahr im Strafraum bewies der Angreifer beim 1:1 nach einer Ecke, dann verwandelte Aigner den Elfmeter zum 2:1. Es waren seine Saisontore elf und zwölf.

Nie traf er in einer Bundesliga-Spielzeit bislang öfter. „Vielleicht ist es ja wie beim Wein, vielleicht wird es noch besser. Und die Saison ist ja noch nicht aus“, hat Aigner, der einen Vertrag bis 2017 besitzt, noch viel vor.

Der „Fußball-Gott“ muss lachen

Angesprochen auf den Titel „Fußball-Gott“ muss Aigner selbst lachen. „Da muss ich Georg wohl etwas zahlen. Nein, davon sind wir hier alle weit weg, aber es macht Spaß, hier Fußball zu spielen.“

Sein persönlicher Rekord bedeutet ihm nur bedingt viel. „Es ist etwas Besonderes, wenn man mit etwas mehr Routine noch so eine Saison spielen kann. Aber wichtiger ist die Mannschaft. Ich würde mich nie vorne reinstellen, weil es einfach Spaß macht, mit den Jungs zu spielen.“

Das soll sich in den letzten drei Runden der Saison nicht ändern. Zumal es um den Europacup geht. 

Verlorene Punkte gegen Rapid und RBS

Der Champions-League-Quali-Platz ist ob des Rückstandes auf Rapid, der sieben Punkte beträgt, de facto weg. Auch weil man das direkte Duell vor einer Woche im Schnabelholz verlor und gegen Salzburg im Finish einen Heimsieg vergab, wie Zellhofer festhalten muss. 

„Es tut weh, weil wir auch gegen Rapid 80 Minuten gut spielen, aber uns mit dummen Fehlern um die Früchte bringen. Gegen Salzburg liefern wir trotz großer Ausfälle eine grandiose Partie ab. Salzburg hat Klasse, aber wir hätten uns die drei Punkte verdient.“

Der Kampf um die Europa-League-Plätze spitzt sich zu.

Hinter Rapid trennen Sturm (53), Altach (53) und den WAC (52) nur ein Punkt. Sollte Salzburg als De-Facto-Meister das Cup-Finale gegen die Austria gewinnen, würden alle drei Klubs im Europacup spielen, sonst nur zwei.

„Es ist eine blöde Floskel, aber wir schauen auf den nächsten Gegner. Da tun wir uns leichter, als weiter nach vorne zu schauen“, gibt Führungsspieler Aigner die Marschrichtung vor.

Saison Verein Bewerb Spiele <span style=\'color: #ff0000;\'>Tore Assists
03/04
FC Wacker Erste Liga 24 <span style=\'color: #ff0000;\'>4 0
04/05
FC Wacker Bundesliga 26 <span style=\'color: #ff0000;\'>2 1
05/06
FC Wacker Bundesliga 29 <span style=\'color: #ff0000;\'>5 4
06/07
Austria Wien Bundesliga 29 <span style=\'color: #ff0000;\'>9 4
07/08
Austria Wien Bundesliga 29 <span style=\'color: #ff0000;\'>4 1
08/09
Wr. Neustadt Erste Liga 23 <span style=\'color: #ff0000;\'>15 3
09/10
Wr. Neustadt Bundesliga 28 <span style=\'color: #ff0000;\'>10 1
10/11
Wr. Neustadt Bundesliga 30 <span style=\'color: #ff0000;\'>11 3
11/12
LASK Erste Liga 32 <span style=\'color: #ff0000;\'>14 12
12/13
SCR Altach Erste Liga 28 <span style=\'color: #ff0000;\'>18 3
13/14
SCR Altach Erste Liga 32 <span style=\'color: #ff0000;\'>22 8
14/15
SCR Altach Bundesliga 27 <span style=\'color: #ff0000;\'>12 5

Perspektivspieler ante portas

Ansonsten steht die Mannschaft für die kommende Saison, was nicht heißt, dass man sich nicht umsieht. „Wir hatten zuletzt einen möglichen Perspektivspieler da und suchen da wie dort“, so Zellhofer, der von Christoph Monschein aus Ebreichsdorf (nö. Landesliga) spricht.

Der Angreifer hat im Jahr 2015 in elf Spielen 17 Mal getroffen. Zudem sieht man sich um einen Keeper um. Zellhofer: „Wir suchen einen guten, jungen Tormann.“

Beim letzten Heimspiel gegen Grödig wird indes aller Voraussicht nach die 100.000-Zuschauer-Saison-Marke im Schnabelholz geknackt. Die wurde am Samstag um einen Tausender verfehlt.

 

Bernhard Kastler

Europacup in eigener Hand

Sollten die Vorarlberger gegen ersatzgeschwächte Rieder (a/Di., 19 Uhr), Grödig (h) und Wiener Neustadt (a) wie gegen Salzburg spielen, dürfte der Europacup-Premiere nichts im Wege stehen.

„Wenn wir in den letzten drei Partien so spielen, wie gegen Salzburg, werden wir unsere Ziele auch erreichen“, sagt Kobras. Dennoch trauerte man etwas den verlorenen Punkten gegen Salzburg nach.

„Es wäre für den Kampf um die EC-Plätze natürlich sehr wichtig gewesen. Es ist schade, weil gegen Salzburg schwer zu punkten ist. Jetzt hätten wir fast auch das zweite Heimspiel gewonnen“, weiß Patrick Seeger, dessen Fall im Strafraum für den „Fehlpfiff des Jahres“ sorgte.

Aufsteiger Altach holte gegen Salzburg sieben Punkte, gegen kein anderes in der Liga mehr.

Kobras: „Punkte gegen Salzburg sind nie eingeplant. Nun sieben geholt zu haben, ist natürlich gewaltig für uns. Da sieht man, was in dieser Mannschaft steckt. Deswegen stehen wir auch nicht unverdient vorne. Solche Leistungen gilt es auch gegen alle anderen Mannschaften abzurufen.“

Zwei weitere Abgänge fix

Die Chancen stehen gut, dass Altach kommende Saison am Tivoli Europacup spielt. Die erste Spielzeit nach dem Aufstieg soll dabei keine Eintagsfliege gewesen sein.

„Die Mannschaft wird größtenteils zusammengehalten, der Trainer wird auch bleiben. Viele Spieler sind im besten Fußballer-Alter, aber trotzdem ist die Mannschaft noch entwicklungsfähig. Daher denke ich, dass man nächste Saison auf jeden Fall mit Altach rechnen muss“, sagte etwa Felix Roth unlängst in einem LAOLA1-Interview (hier geht's zur Story).

Der Vertrag des Deutschen könnte doch noch verlängert werden, das werden die nächsten Wochen zeigen. Fix ist: Ronald Gercaliu und Darko Bodul, bei dessen Kontrakt die Option nicht gezogen wurde, werden den Verein wie Ismael Tajouri (zurück zur Austria) im Sommer verlassen.

Louis Ngwat-Mahop hat einen neuen Vertrag vorliegen. „Da verhandeln wir noch, ich hoffe, das geht bald über die Bühne“, so Zellhofer, der hinsichtlich Marti Riverola bis 14. Juni Zeit hat.

„Da warten wir mit der Option noch ein bisschen ab, um auch ihm noch die Chance zu geben, weil es eine unglückliche Situation für ihn war“, spricht der Sportchef auf den Jochbeinbruch der Bologna-Leihgabe an. Gegen Salzburg gab er ein Kurzzeit-Comeback in der Schlussphase.

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