"Bin mir meiner Fehler bewusst"

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Der zweite Anlauf des ehemaligen Shootingstars

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Vergangenes Jahr machte bei Rapid ein damals 20-jähriges Talent auf sich aufmerksam und legte einen Aufstieg nach Maß hin.

Ex-Trainer Peter Schöttel beförderte Lukas Grozurek, den er schon aus seiner Zeit beim Wiener Sportklub kannte, von den Amateuren zu den Profis und ließ ihn zum Stammspieler und zur unberechenbaren Offensivwaffe reifen.

In seinem ersten Frühjahr kam er auf stolze 13 Liga-Einsätze, im Herbst schnupperte er sogar Europa-League-Luft, ehe er langsam aber doch in der Versenkung verschwand.

Es folgte eine Zeit der Ungewissheit, in der der 21-Jährige zwischen Bank und Tribüne pendelte. Doch die Leidenszeit scheint nun beendet zu sein.

Ein alter Bekannter von Schöttel und Barisic

„Ich mache eigentlich das Gleiche wie vorher. Ich gebe im Training Gas und probiere, mich aufzudrängen. Ich denke aber, es ist einfach ein neuer Schwung durch die Mannschaft gegangen“, nimmt Grozurek im Gespräch mit LAOLA1 zu seiner Situation Stellung.

Unter Schöttel lernte er die Ups and Downs des Profigeschäfts binnen weniger Monate kennen. Auch Neo-Coach Zoran Barisic ist für ihn kein Unbekannter. Schließlich war dieser als Amateure-Betreuer dafür verantwortlich, dass der Offensivspieler den Sprung nach oben schaffte.

In den vergangenen beiden Spielen gegen Sturm und WAC stand der Wiener erstmals seit 1. Dezember (4:3 gegen Ried) wieder in der Startelf der Grün-Weißen – und sprühte vor neuem Tatendrang.

Die Zeit, als sein explosionsartiger Aufstieg ins Stocken geriet, ging aber nicht spurlos am jungen Rapidler, der im Jänner bis 2015 verlängerte, vorbei.

„Ich habe versucht, mich zu bessern“

„Wenn man ganz gut spielt oder mal reinkommt, und das habe ich eine Zeit lang doch oft gemacht, dann will man weiterspielen. Wenn man nicht spielt, weiß man, dass man Fehler macht“, lässt Grozurek die schwierige Phase Revue passieren.

„Mir wurden meine Fehler auch mitgeteilt, ich bin mir jetzt bewusst darüber. Ich habe versucht, mich zu bessern“, spricht der Geläuterte von einem erfolgreichen Lernprozess, ohne Details zu verraten.

Großen Anteil an seiner Entwicklung sollen vor allem die Routiniers innerhalb des Teams gehabt haben, die ihn auf Verbesserungen hinwiesen und mit Rat und Tat zur Seite standen.

„Als junger Spieler ist es sicher schwierig, seine Fehler zu erkennen. Deshalb ist es wichtig, wenn man Leute hat, die einem sagen: Mach das oder das besser. Da muss ich mich bei unseren älteren Spielern bedanken. Die stehen wirklich hinter uns Jungen.“

„Ob du es umsetzt, ist eh deine Sache“

Die nötige Eigeninitiative legte der universell einsetzbare Techniker an den Tag, um wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden. Derzeit wird er dafür belohnt.

„Ob du es dann als Junger umsetzt, ist eh deine Sache. Wenn nicht, wirst du nicht weit kommen“, bestätigt Grozurek.

Ob es von Vorteil ist, dass mit „Zoki“ Barisic erneut ein Trainer am Werk ist, der seine Qualitäten seit Jahren kennt, will er jedoch nicht überbewerten.

„Die jungen Spieler müssen bei jedem Trainer Gas geben, egal wer es ist. Nur dann wird man seine Chance bekommen, und die muss man dann nützen.“

Junge Welle spricht für Nachwuchs

Von den angesprochenen Youngstern kommen immer mehr nach, mit denen Grozurek schon bei den Amteuren zusammenspielte.

Gleichzeitig mit ihm wurde Dominik Wydra befördert, seitdem drängen mit Louis Schaub oder Dominik Starkl neue Gesichter nach.

„Natürlich kommen Junge nach. Wir waren schon bei den Amateuren eine recht gute Mannschaft. Umso mehr raufkommen, umso schöner ist es für uns alle“, freut sich der Rapidler über Zuwachs bei den Profis durch alte Bekannte.

Rotations-System kommt Grozurek entgegen

Auch das System mit viel Rotation in der Spitze ähnelt jenem der Regionalliga-Truppe und kommt Grozurek entgegen.

Als gelernter Stürmer ist er in Barisic‘ Ausrichtung flexibel und kann seine Stärken auch über die Flanken ausspielen. Seine Gefährlichkeit stellte er zuletzt gegen Wolfsberg mehrmals unter Beweis.

„Ich denke, das haben wir unter Zoki schon bei den Amateuren recht gut gemacht. Es ist ja klar, dass es für den Gegner schwierig ist, wenn wir vorne variieren und herumwirbeln.“

Ein Bestandteil dieser taktischen Ausrichtung ist momentan Grozurek. Wenn es nach ihm geht, soll diesmal kein Tief auf das neuerliche Hoch folgen.


Alexander Karper

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