Sturm und Rapid einigen sich

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Goldbrich: "Es geht um richtige Vorgehensweisen"

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Schon eine Woche nach dem Start der Bundesliga ist in Graz Unruhe zu verspüren.

Schuld ist daran, neben der Auftaktniederlage in Altach, vor allem der gewaltige Aderlass beim SK Sturm.

Florian Kainz ist der elfte Spieler, der die Steirer in diesem Sommer verlassen hat.

Allerdings verlief der Transfer zu Rapid Wien nicht ganz reibungslos - das meinte zumindest General-Manager Gerhard Goldbrich, der aus diesem Anlass am Freitag beim "Mediabriefing" der Schwarz-Weißen vor dem Gastspiel in Grödig zur Causa Stellung nahm.

Ohne genauer auf das Problem einzugehen, sprach Goldbrich von rechtlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, die aus Sturm-Sicht nicht zu akzeptieren gewesen seien.

Bereits am Abend zeigten sich schließlich auch die Steirer zufrieden.

Wie Sturm auf seiner Homepage verkündet, sei ein Transfer nicht mit Veröffentlichungen abgeschlossen, sondern dann, wenn alle Formalitäten erledigt sind. "Diese wurden nun einvernehmlich über die Bühne gebracht."

"Der SK Rapid Wien sowohl wirtschaftlich als auch rechtlich alles ins grüne Licht gebracht", wird Goldbrich zitiert.

Über Transfererlös und Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart.

Laut Rapids Pressemeldung hatte es schon zuvor keinen Zweifel mehr am Wechsel des U21-Teamspielers nach Wien gegeben. "Jetzt ist Florian Kainz offiziell Rapidler - herzlich willkommen", wurde Sportdirektor Andreas Müller zitiert. Die Verwirrung war zumindest vorübergehend perfekt gewesen.

Immerhin könnte Sturm auch noch der eine oder andere Neuzugang bevorstehen. Trainer Darko Milanic betonte aber hinsichtlich eines möglichen Kainz-Nachfolgers, dass er schon mehr als genug junge Spieler habe. Wenn man jemanden verpflichten will, dann müsse es eine Verstärkung sein, die sofort helfen kann.

Zwar nicht auf der Position von Florian Kainz, dafür aber sofort einsatzbereit wäre wohl Emmanuel Frimpong. Der Ex-Arsenal-Kicker trainiert noch bis Samstag in Graz. Noch am Freitag wollte man sich aber mit ihm und seinem Berater Eddie Duah besprechen und am Samstag eine grundsätzliche Entscheidung treffen.

 

GERHARD GOLDBRICH ÜBER...

...DIE VERTRAGSVERLÄNGERUNG VON KAINZ IM WINTER: Sein Vertrag wäre heuer im Sommer ausgelaufen. Im Winter haben wir uns nach einem sehr durchwachsenen Jahr auf einen Vertrag geeinigt, der nur unter der Bedingung durchführbar war, dass man eine Ausstiegsklausel einbaut. Hätten wir den Vertrag nicht gemacht, wäre Florian im Sommer transferentschädigungsfrei zu haben gewesen und Sturm wäre nur eine Ausbildungsentschädigung geblieben. Er hat uns dann in einigen Spielen im Frühjahr stärker gemacht und eine sehr gute Leistung gezeigt.

...DIE VORGESCHICHTE ZUM KAINZ-TRANSFER: Im Sommer sind Gerüchte hochgekommen, dass Rapid Interesse an Florian Kainz hat. Von Rapid hat es dann geheißen, dass er kein Thema ist. Florian hat sich, nachdem die Mannschaft mit der Kapitänswahl (Kainz wurde zum zweiten Kapitän gewählt, Anm.) abgewartet hat, dazu entschieden bei Sturm Graz zu bleiben. Und in dieser Woche hat Rapid doch ein Angebot gemacht, Florian hat gesagt es ist sein Wunschverein und er möchte unbedingt nach zwölf Jahren Sturm verlassen und einen Tapetenwechsel. Das ist zu respektieren. Und zwar die Entscheidung, nicht aber die Vorgehensweise.

...DAS PROBLEM BEIM KAINZ-TRANSFER: In den Wiener Medien ist diese Woche schon gestanden, dass der Transfer über die Bühne wäre. Fakt ist momentan, dass Florian seinen Vertrag gekündigt hat - das ist sein Recht. Die Kündigung ist also erfolgt, deshalb darf er auch bei einem anderen Verein trainieren. Gestern, als er in Wien schon präsentiert wurde, kam erstmals ein Vorschlag von Rapid, wie dieser Transfer über die Bühne gehen soll. Aus unserer Sicht sind die rechtlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, die den Spieler, den Berater und Rapid betreffen, nicht erfüllt. Das Ganze liegt jetzt bei uns in der Rechtsabteilung zur Prüfung. Der Transfer ist aus meiner Sicht nicht zu verhindern. Er hat sich dazu entschieden, nach Wien zu gehen. Wir werden jetzt aber prüfen, wie die Abwicklung stattfinden wird.

...DIE FREIGABE FÜR FLORIAN KAINZ: So lange rechtlich ein Transfer nicht abgeschlossen ist, gibt es auch keine Spielerlaubnis. Wir können mit dem, was uns von Rapid übermittelt wurde, rechtlich keinen Transfer abwickeln. Dadurch kann es auch von uns keine Freigabe geben. Außer dass Florian uns verlässt, haben wir mit ihm kein Problem. Das klären die Juristen, es ist auch kein großes Problem. Aus unserer Sicht war die Vorgehensweisen aller drei Parteien, sprich Berater, aufnehmender Verein und Spieler nicht korrekt. Wir wickeln aber einen Transfer korrekt ab. Dieses Angebot ist so wirtschaftlich und rechtlich nicht haltbar. Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um richtige Vorgehensweisen. (Die Verkündung der Einigung erfolgte wie oben beschrieben noch am Freitagabend, Anm.)

...MÖGLICHE WEITERE ABGÄNGE VON DJURICIN ODER HADZIC: Ich bitte um Verständnis, dass wir ab jetzt nicht jedes Gerücht kommentieren, dass jeden Tag in irgendeinem Internet auftaucht. Unser Kader steht, wir gehen unseren Weg. Fakt ist: Sturm Graz muss niemanden verkaufen und Sturm Graz will niemanden verkaufen. Marco Djuricin ist nicht einmal ein Thema. Weder aus seiner Sicht noch aus unserer Sicht. Innerhalb der Mannschaft herrscht eine Topstimmung. Wir brauchen aber auch ein bisschen Ruhe, deshalb gehen wir nicht auf alles ein. Dass das durchaus Taktik von Vereinen aus anderen Bundesländern oder Städten ist, um bei Vereinen für Unruhe zu sorgen, wissen wir. Dadurch lassen wir uns nicht beirren. Es gibt auch keinen anderen Spieler mit einer Ausstiegsklausel. Florian Kainz hat einfach von seinem Recht Gebrauch gemacht. Wir haben einen jungen und starken Kader und haben am Sonntag ein schweres Spiel, und das ist das einzige, was bei uns im Fokus steht. Wir fahren nach Grödig, wo wir noch nie verloren haben oder einen Punkt gelassen haben. Das wird auch am Sonntag so bleiben. Und zwar mit der Mannschaft, die wir haben.

...EINE VERPFLICHTUNG VON EMMANUEL FRIMPONG: Er ist bis morgen da und trainiert morgen noch. Wir werden uns heute Nachmittag zusammensetzen und alles besprechen. Da bekommen wir auch die Analysen der medizinischen Abteilung. Wir haben auch alle Trainings von ihm mit Kameras verfolgt. Da werden die Bewegungsabläufe analysiert. Am Nachmittag setzen wir uns mit ihm zusammen, am Abend noch mit seinem Berater, der auch in Graz ist. Dann werden wir morgen grundsätzlich eine Entscheidung treffen.

...EINE VERPFLICHTUNG VON TAISUKE AKIYOSHI: Er ist weiterhin im Training, hat aber eine Verletzung gehabt. Wahrscheinlich ist es so, dass er bei uns im Kader bleiben wird.

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