Focher ist einen Schritt voraus

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"Was früher war, ist schön und gut. Was zählt, ist die absolute Gegenwart", sagt Peter Hyballa. Diese Gegenwart heißt seit dem Spiel gegen die Austria Johannes Focher.

Mit dem Wechsel auf der Torhüterposition hat der Sturm-Trainer alle überrascht. Auch den 22-Jährigen selbst: "Ich habe zu Mittag im Hotel von meinem Einsatz erfahren. Gerechnet habe ich damit nicht. Das war aber vielleicht auch besser so."

"Es hat Spaß gemacht"

Selbst ist er mit seiner ersten Partie durchaus zufrieden. "Es war ein schwieriges Spiel, aber es hat Spaß gemacht. Das Match hatte zahlreiche Torraumszenen. Am Ende können wir mit 1:1 glücklich sein."

Kleinere Unsicherheiten, wie ein etwas fahrlässiger Zweikampf gegen Philipp Hosiner außerhalb des Strafraums, waren selten. "Mit seiner Größe pflückt er fast jeden Ball runter. Auf der Linie ist er bärenstark, außerdem gibt er gute Kommandos", ist auch Kapitän Michael Madl von den Qualitäten seines Keepers überzeugt.

Austria-Schlussmann Heinz Lindner lobt Focher ebenso: "Er hat seine Sache sehr souverän gemacht."

Johannes Focher lieferte eine konzentrierte Leistung ab

Der Kampf um das Einserleiberl bei den Schwarz-Weißen ist neu. In den letzten beiden Jahren war die Position von Christian Gratzei unangefochten. Lediglich aufgrund von Verletzungen musste der Teamkeeper für einige Partien passen. Dann war Silvije Cavlina zur Stelle, der aber genauso schnell wieder ins zweite Glied zurückrückte.

"Jeder arbeitet im Konkurrenzkampf"

In dieser Saison ist die Situation anders. Wie so vieles bei Sturm. "Ich habe Focher nicht nur für Freundschaftsspiele aus Dortmund geholt", betonte Peter Hyballa vor nicht allzu langer Zeit. Nun scheint seine Zeit gekommen.

"Jeder arbeitet im Konkurrenzkampf. Und jene, die diesmal gespielt haben, haben einen Tick besser gearbeitet", lobt Hyballa die Trainingsleistungen von Focher: "Ich hatte einfach das Gefühl, dass er der Mannschaft derzeit mehr helfen kann. Und das hat er auch."

Dazu kommt, dass sich Christian Gratzei schon den einen oder anderen groben Schnitzer in dieser Saison geleistet hat. Gegen Rapid musste er für unmotivierte Ausflüge büßen und in Wiener Neustadt entglitt ihm ein Flankenball, der zum 1:1-Ausgleich führte.

Nun hat der Nationalteamgoalie dafür seine Rechnung präsentiert bekommen und Peter Hyballa beweist, dass auch auf der Torhüterposition niemand ein Stammleiberl hat.

Das muss Christian Gratzei anerkennen, auch wenn er nach dem Spiel am Sonntag leicht angesäuert von Dannen zog, während Johannes Focher von Interview zu Interview gereicht wurde.

Der Kampf ums Grazer Tor ist eröffnet.

Andreas Terler/Harald Prantl/Martin Wechtl

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