„Dann kann ein neuer SCR-Trainer gar nichts bewirken“

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„Wir schauen nicht auf Rapid, wir schauen auf uns, wollen gewinnen.“

Alexander Grünwald gibt stellvertretend die Marschroute der Austria vor dem 305. Wiener Derby am Sonntag (16 Uhr) in der Generali-Arena vor.

Die Veilchen sind sich ihrer Favoritenrolle bewusst, nehmen diese ohne Wenn und Aber an. „Den Schuh des Außenseiters darf sich Rapid anziehen“, erklärt FAK-Coach Peter Stöger.

Die nackten Zahlen unterstreichen diese Aussagen. Der grün-weiße Erzrivale ist gegen Violett seit acht Spielen sieglos, hat die letzten drei Duelle verloren und liegt in der Tabelle 20 Punkte hinter den Favoritnern.

„Wir müssen auf uns schauen“

Dass die Hoffnungen der Hütteldorfer auf einem Trainereffekt ruhen, wird im violetten Lagen zur Kenntnis genommen, nicht mehr, nicht weniger.

„Denn das können wir nicht beeinflussen, lässt uns auch komplett kalt. Ich weiß nicht, wie die Rapidler auf den neuen Trainer reagieren. Wir müssen auf uns schauen, unsere Leistung abrufen. Und wenn wir unsere Leistung abrufen, kann auch ein neuer Trainer bei Rapid rein gar nichts bewirken“, meint Marko Stankovic gegenüber LAOLA1.

Der Steirer hat selbst einige Trainerwechsel während einer Saison miterlebt, weiß über die Auswirkungen bestens Bescheid.

„Ich hatte in Italien vier Trainerwechsel in einer Saison. Das war dann schon Routine und hat nichts mehr bewirkt. Es ist einfach so, dass Spieler, die nicht so zum Zug kommen, sich wieder extrem beweisen wollen, die zweite Luft bekommen. Das hebt die Intensität im Training, was wiederum die Qualität steigert. Darin liegt meiner Meinung nach die größte Wirkung eines Trainerwechsels.“

Keine Nervosität in Favoriten

Der 27-Jährige, der am Sonntag wohl für den wieder einsatzfähigen Tomas Jun Platz machen muss, ist angesichts des souveränen Auftritts im Cup-Viertelfinale beim WAC (2:1) zuversichtlich für das ewig junge Duell mit Rapid.

„Der Sieg im Cup war extrem wichtig, weil uns die Medien eine kleine Krise eingeredet haben und einreden wollen. Doch das gehört zum Geschäft. Wir haben aber gezeigt, dass dem nicht so ist.“

Auch von einer Nervosität will der Mittelfeldakteur nichts wissen. Zwar wurden in den letzten zwei Runden fünf Punkte auf Verfolger RB Salzburg eingebüßt, extremen Druck verspüre man jedoch nicht.

„Alles andere wäre eine Lüge“

Wobei Stankovic zugibt, dass der immer näher rückende mögliche Gewinn der Meisterschaft im Hinterkopf mitspielt. „Das Thema Titel ist natürlich omnipräsent. Alles andere wäre eine Lüge, wäre scheinheilig.“

Und wie geht die Mannschaft damit um? „Das muss jeder Spieler mit sich selbst ausmachen. Man kann nicht sagen: ‚Ja, das blenden wir aus.‘ Wir wissen, wie die Tabellenkonstellation ist. Wir tun aber gut daran, nicht viel darüber zu reden. Wir handhaben es so, wie schon die ganze Saison und konzentrieren uns auf das nächste Spiel. Daher gilt dem Derby die volle Aufmerksamkeit und nicht der Tabelle.“

Möglicher Derby-Sweep sekundär

Stöger sieht seine Truppe jedenfalls auf einem guten Weg. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen gegen Salzburg, WAC und Sturm sei man spätestens seit der zweiten Hälfte in Graz wieder rechtzeitig in die Spur zurückgekehrt.

„Wir haben gezeigt, dass die Entwicklung nach oben geht. Und wir haben gesehen, dass die Mannschaft mit kleinen Rückschlägen umgehen kann, aufsteht und Charakter zeigt“, erläutert der 47-Jährige.

Dass die Austria erstmals in der Gesichte alle vier Saison-Derbys gewinnen könnte, wäre für den Wiener nur eine angenehme Begleiterscheinung.

„Das Wichtigste sind nicht Rekorde, sondern die drei Punkte, mit denen wir uns dem Traum vom Meistertitel nähern wollen.“

Martin Wechtl

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