Aufregende Zeiten

Aufmacherbild
 

"Ich habe es mir nicht so einfach vorgestellt"

Aufmacherbild
 

Es waren aufregende Tage für Jung-Veilchen Tarkan Serbest.

Zunächst die vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2017, 48 Stunden später das Bundesliga-Debüt gegen Altach (1:1), als der 20-Jährige in der 80. Minute eingewechselt wurde und als krönender Abschluss die Heim-Premiere von Beginn an beim 2:0-Sieg gegen Wiener Neustadt.

Es ging zuletzt im wahrsten Sinne des Wortes „alles sehr schnell und teilweise auch überraschend“. Bezeichnend dafür war sein Startelf-Debüt am Samstag.

„Ich habe erst kurz vor der Partie bei der Besprechung um 16:30 Uhr erfahren, dass ich von Beginn an spiele“, berichtet der defensive Mittelfeldspieler im Gespräch mit LAOLA1.

„Am Anfang war ich nervös. Aber als ich am Platz gestanden bin, war alles super. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. James (Holland, Anm. d. R.) hat mich eingeteilt. Und wenn du einen James hinter dir hast, fühlst du dich viel sicherer.“

"Glaube, ich habe meine Aufgaben gut gelöst"

Dennoch lief die Begegnung in der Anfangsphase an ihm vorbei, wie auch Trainer Gerald Baumgartner feststellte:  „Er ist nicht so gut ins Spiel gekommen. Wir haben ihm dann gesagt, dass er sich mehr zutrauen muss und mehr Bälle holen sollte. Das hat er dann auch gemacht.“

Bis zu seiner Auswechslung in Minute 70 brachte es der Wiener mit türkischen Wurzeln auf 50 Ballkontakte, spielte 35 Pässe (88,6 % davon angekommen), gab einen Torschuss ab und gewann sieben seiner 13 Zweikämpfe.

Deswegen fiel sein Resümee positiv aus. „Ich habe es mir nicht so einfach vorgestellt. Ich glaube, ich habe meine Aufgaben gut gelöst“, so Serbest, der vor allem von der Kulisse mit 7.512 Zuschauern angetan war:

„Vor so einem Publikum zu spielen, ist super. Ich bin zufrieden und werde noch ein bisschen mit der Familie feiern.“

Lob von Baumgartner

Auch Baumgartner lobte den Youngster nach Spielende. „Er hat das staubtrocken runtergespielt. Es gibt nichts auszusetzen. Er hat eine Talentprobe abgegeben. Wir wissen aber, dass er noch mehr kann.“

Seine Mitspieler prophezeien dem jungen Mann, der vor zehn Jahren vom SV Donau nach Favoriten geholt wurde, eine rosige Zukunft.

„Er ist ein sehr guter Junge. Er kann noch mehr, als er heute gezeigt hat. Man hat in den Ansätzen gesehen, was für ein Spielertyp er ist. Er ist sehr zweikampfstark, sehr spielstark und hat ein gutes Auge. Er ist noch jung. Aber er macht das schon sehr gut und hat sich durch seine Trainingsleistungen in den letzten Wochen verdient, zu spielen. Er hat seine Sache wirklich gut gemacht, aber er kann es wie gesagt noch besser. Das wird mit weiteren Einsätzen aber bestimmt kommen. Das ist ganz normal“, berichtet Daniel Royer, der seinen Kollegen auch menschlich schätzt:

„Tarkan ist ein sehr witziger Typ mit einem guten Humor. Er soll so weitermachen.“

„Mit ihm kann man Fußball spielen“

Alexander Grünwald imponiert, dass man „mit ihm wirklich Fußball spielen kann. Er kann den Ball halten. Das ist wichtig, denn man weiß, dass man ihn anspielen kann, ohne dass der Ball gleich wieder weg ist. Ich weiß, wie es ist, als junger Spieler die erste Partie von Beginn an zu machen. Da ist man aufgeregt. Er hat sich heute tapfer geschlagen. Daraus kann er aufbauen. Er hat sehr viel Potenzial.“

Dieses Potenzial sah auch AG-Vorstand Thomas Parits, weswegen er dem 20-Jährigen bereits zu diesem Zeitpunkt mit einem neuen Vertrag ausstattete.

„Tarkan hat den Weg über die Akademie und die Amateure in unseren Profi-Kader geschafft und ist einer jener Spieler, in die wir großes Vertrauen setzen. Er besitzt ein außergewöhnliches Spielverständnis und kann noch von großer Wichtigkeit für uns werden“, begründete der mit Saisonende scheidende Sportmanager.

Klare Ziele

Den Tipp von Royer („Er muss nach den Einsätzen aber auch die Kirche im Dorf lassen und weiter an sich arbeiten“) hat Serbest längst verinnerlicht.

Angst, dass er abhebt, braucht niemand zu haben. Auch unter Druck setzt sich Austrias Nummer 36, die bei sich noch Schwächen im körperlichen Bereich sieht, nicht. „Ich muss einfach so weitermachen wie bisher, an meine Leistungen anschließen, dann kommt alles von alleine.“

Ganz klar definiert sind dafür seine Ziele. „Ich möchte nach und nach zu weiteren Einsätzen kommen und hoffe, dass wir uns heuer für einen internationalen Bewerb qualifizieren.“

Dafür können die Veilchen am Dienstag schon den nächsten Schritt setzen, trifft die Austria doch im ÖFB-Cup-Achtelfinale auf Erste-Liga-Klub TSV Hartberg (ab 20:30 Uhr im LAOLA1-Ticker). Und da könnte es das nächste Highlight für Serbest geben, war er doch als Profi noch nie im Pokal dabei.

Es bleibt also aufregend…

 

Martin Wechtl / Harald Prantl

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen