Das Fernduell um Europa

Aufmacherbild
 

Zwei Teams, ein Ziel: Platz drei

Aufmacherbild
 

Admira oder Austria? Wer schafft den Sprung ins internationale Geschäft?

Es ist wohl die letzte Frage, die es in den ausstehenden zwei Meisterschaftsrunden noch zu beantworten gilt.

Denn drei der vier Plätze für einen Europacup-Startplatz sind praktisch vergeben.

Salzburg steht als Meister so gut wie fest und wird die Champions-League-Qualifikation in Angriff nehmen. Davon profitieren die Rieder, die im ÖFB-Samsung-Cup-Finale auf die Bullen treffen und auch bei einer Niederlage für die Europa-League qualifiziert sind.

Rapid scheint ebenfalls das Ticket buchen zu können, ein Punkt aus den letzten beiden Begegnungen reicht.

Somit bleibt der Zweikampf zwischen den Südstädtern und den Wienern.

„Müssen unsere Hausaufgaben machen“

Die Admira hat dabei die bessere Ausgangsposition, jedoch auch das vermeintlich schwierigere Restprogramm. Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf die Veilchen, die die Hoffnung  noch nicht aufgegeben haben.

„Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Wenn wir Europa League spielen wollen, müssen wir sechs Punkte holen. Ich glaube nicht, dass Admira beide Spiele gewinnen wird. Wenn sie es allerdings schaffen, haben sie sich den dritten Platz mehr als verdient, dann müssen wir das neidlos anerkennen“, erklärt Marko Stankovic bei LAOLA1.

Michael Liendl sieht ebenfalls noch Chancen, weiß aber, „dass wir es nicht mehr in der eigenen Hand haben.  Es kann sich aber trotzdem noch ausgehen.“

Kein Finanz-, sondern Imageschaden

Finanziell würde sich der Schaden bei einem Scheiten in Grenzen halten. Im Budget für die kommende Saison wurde nur eine Quali-Runde eingerechnet. „Eine Runde bringt uns ca. 200.000 Euro. Das ist gestaltbar, im Budget abfangbar“, gesteht AG Vorstand Markus Kraetschmer.

Viel größer wäre jedoch der Imageschaden, wie der 40-Jährige zugibt: „Wir haben den Einzug in den Europacup in den letzten zehn Jahren geschafft und wollen dies auch ein elftes Jahr schaffen. Das internationale Geschäft gehört zur Marke Austria. Qualifizieren wir uns nicht, haben wir unser Saisonziel verpasst.“

Und auch bei laufenden Verhandlungen am Spielermarkt würde eine EC-Teilnahme von Vorteil sein. „Das Argument Europacup würde für uns sprechen“, so Kraetschmer.

„Können mit leeren Händen dastehen“

Während die Veilchen noch auf ein Happy End hoffen, geht die Admira nüchtern an die Sache. Trotz des klaren 3:0-Erfolgs unter der Woche gegen Sturm, der das Ende alle europäischen Träume für den Meister bedeutete, bleibt Didi Kühbauer am Boden.

„Es war ein wichtiger Schritt. Ich habe aber noch nie über den Europacup gesprochen. Wir können immer noch am Schluss mit leeren Händen dastehen“, so der Burgenländer.

Die Rechnung ist jedoch ganz einfach: Vier Punkte aus den Duellen gegen Ried und Salzburg und sein Team wäre zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder international vertreten.

Ein Aufsteiger der Superlative

Es wäre wohl die Krönung für eine beeindruckende Saison: Die Admira ist die Torfabrik der Liga (58), aktuell der zweitbeste Aufsteiger Europas und könnte als erster Liga-Neuling seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel den dritten Tabellenplatz holen.

„Der Europacup wäre die Anerkennung für eine tolle Saison. Sollten wir es nicht schaffen, wäre ich auch super stolz auf eine tolle Saison.  Die Jungs haben wieder einen Entwicklungsschritt nach vorne gemacht. Das freut mich am meisten“, stellt Kühbauer fest.

„Sind nicht die Könige“

Gegen Ried verlangt der 41-Jährige eine ähnlich konzentrierte Leistung wie gegen den entthronten Meister. „Ried ist schwer zu spielen. Wir dürfen nicht glauben, dass wir nach dem Sturm-Sieg die Könige sind. Es ist die gleiche Intensität und Einstellung gefordert.“

Das wissen auch seine Spieler. „Es ist noch ein weiter Weg nach Europa. Wir haben das wichtige Heimspiel gegen Ried. Das müssen wir einmal gewinnen – vielleicht reicht das aber schon“, meint Philipp Hosiner abschließend.

Martin Wechtl

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen