Die Personalplanung der zehn Bundesligisten

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Die Meisterschaft biegt schön langsam in die Zielgerade ein. Am Wochenende startet das letzte Viertel.

Noch sind neun Runden ausständig.

Spätestens am 17. Mai steht der neue Titelträger fest.

Doch hinter den Kulissen tüfteln die zehn Bundesligisten bereits eifrig am Kader für die kommende Saison.

Welche Verträge laufen aus? Welche Optionen werden gezogen? Stehen bereits Neuverpflichtungen bzw. Abgänge fest?

LAOLA1 verschafft einen Überblick:

RED BULL SALZBURG:

Bei Salzburg wird es im Sommer wohl wie jedes Jahr einen großen Umbruch geben. Vor allem in der Abwehr bahnt sich ein größeres Stühlerücken an: Die Verträge von Petri Pasanen, Chema Anton, Andreas Ulmer und Christian Schwegler laufen aus – bleiben wird aus diesem Quartett vermutlich keiner. Bei Pasanen hätte der Klub eine Option auf ein weiteres Jahr, der finnische Routinier konnte aber bislang kaum überzeugen. Auch Dusan Svento, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, könnten die „Bullen“ weiter binden, allerdings steht der Slowake bei einigen ausländischen Vereinen hoch im Kurs. Ihn zu halten wird ein schwieriges Unterfangen. Der sechste Spieler, der Ende Juni gehen könnte, ist Dreier-Goalie Niclas Heimann. Der 21-jährige Deutsche wird sich wohl eine neue Herausforderung suchen. Rasmus Lindgren und Gonzalo Zarate haben zwar noch bis 2013 Vertrag, bei einem entsprechenden Angebot dürften sie aber gehen. In Sachen Neuzugänge muss man noch abwarten, wer ab Sommer das Traineramt bekleidet. Ricardo Moniz steht trotz Tabellenführung massiv in der Kritik, an Alternativen (Foda, Kogler) wird offenbar schon gearbeitet. Unabhängig von der Trainer-Frage wird Salzburg den Kampf um Wunschspieler Christopher Dibon wahrscheinlich verlieren. Der Admira-Kapitän tendiert zu Rapid.

RAPID WIEN:

Im Sommer geht der von Trainer Peter Schöttel im Vorjahr eingeleitete Umbau der Mannschaft in Phase zwei. Für den einen oder anderen Spieler heißt es dann Abschied aus Hütteldorf zu nehmen. Vor allem bei Ragnvald Soma und Jürgen Patocka erscheint eine Vertragsverlängerung ausgeschlossen. Die beiden Innenverteidiger-Oldies spielen schon aktuell nur noch eine Nebenrolle. Dass der Admiraner Christopher Dibon als Ersatz in den Startlöchern scharrt, pfeifen die Spatzen ohnehin längst von den Dächern. Helge Payer steht als einziger des Torhüter-Trios ohne Vertrag über den Sommer hinaus da. Eine Trennung vom auf die Ersatzbank degradierten Urgestein liegt daher auf der Hand. Die Verträge von Christian Thonhofer und Boris Prokopic laufen ebenfalls aus, bei beiden ist es schwer, eine Tendenz auszumachen. Bei Letzterem tut sich Schöttel zumindest schwer, einen Platz in der Startelf zu finden. Eine Option haben die Wiener auf Stürmer Rene Gartler und auf Thomas Prager, der fix vom FC Luzern erworben werden dürfte. Über eine Rückkehr der beiden Innsbrucker Leihspieler Thomas Bergmann und Muhammed Ildiz wurde noch nicht entschieden. Dass sich für den an Wiener Neustadt verliehenen Christoph Saurer nach den Erfahrungen aus dem Herbst ein Platz im Aufgebot findet, erscheint unwahrscheinlich.

SV RIED:

Die SV Ried ist in erster Linie auf Trainersuche. Nichtsdestoweniger ist auch am Spielersektor einiges zu erledigen. Bei zehn Kickern laufen entweder die Verträge aus oder es sind Optionen zu ziehen. Letzteres ist etwa bei Stürmer Casanova (Manager Stefan Reiter: „Entscheidung fällt eher pro aus“) oder Ersatzgoalie Wolfgang Schober („Angebot zur Vertragsverlängerung wird kommen“) der Fall. Auf den von der Austria geliehenen Lukas Rotpuller gibt es eine Kaufoption („Eine finanzielle Sache, wir werden sehen“). Zu den Leihspielern Daniel Beichler (Hertha), Marco Meilinger (Salzburg), Bienvenue Basala-Mazana (Köln) und Markus Beer (Gratkorn), deren Verträge ohne Option ausgestattet sind, kann noch nichts gesagt werden. Bei Stefan Lexa, dessen Kontrakt ausläuft, auch nicht mehr. Der Routinier ist nicht mehr erste Wahl - Reiter: „Eine knifflige Entscheidung, die ich nicht ohne Trainer fällen will.“ Bei den Perspektivspielern Lukas Gabriel und dem derzeit an BW Linz verliehenen Philipp Huspek („Eine Option für oben“)  wird an Lösungen gearbeitet. Ob Spieler verkauft werden? „Das ist nicht geplant“, so Reiter. Zu möglichen Angeboten für Jung-Abwehrchef Thomas Reifeltshammer meint der Manager: „Da brauchen gar nicht welche kommen.“

AUSTRIA WIEN:

Die Violetten lassen sich wie immer Zeit, bis das Lizenzierungsverfahren abgeschlossen ist. Erst dann werden die meisten Personalentscheidungen getroffen. Wobei viel schon jetzt auf der Hand liegt. Mit Heinz Lindner wurde bereits bis 2015 verlängert, die Optionen auf Marin Leovac, Markus Suttner, Emir Dilaver und Marko Stankovic werden voraussichtlich gezogen. Wie es mit Michael Liendl und Tomas Jun, deren Verträge auslaufen, aussieht, ist noch unklar. Wobei vor allem bei Ersterem die Tendenz in Richtung Verbleib geht. Manuel Wallners Kontrakt endet ebenfalls im Sommer – er wird den Verteilerkreis verlassen. Ebenso Florian Klein, der mit einem Engagement im Ausland spekuliert. Als Abgänge werden auch Peter Hlinka und Patrick Salomon, deren Optionen nicht gezogen werden, verzeichnet werden. Fabian Koch hat noch einen laufenden Vertrag, wird aber zumindest eine Leihe anstreben. Spannend wird es in Sachen Roland Linz. Der Stürmer ist noch bis 2013 an den Klub gebunden, hat aber diverse Ausstiegsklauseln und ist bekanntlich mit der aktuellen Situation wenig glücklich. Etwas tun könnte sich auch bei Georg Margreitter, der mit bärenstarken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Sein Kontrakt läuft ebenfalls noch bis Sommer 2013, wenn der FAK Geld mit ihm machen will, wäre ein Verkauf im Sommer ratsam. Bekannt ist auch, dass die Austria Interesse an einer Verpflichtung von Hertha-Youngster Marco Djuricin hat. Der Vertrag von Trainer Ivica Vastic läuft im Sommer aus und verlängert sich im Falle eines internationalen Startplatzes automatisch.

ADMIRA:

Bei der Admira wurde bereits Mitte Februar mit der Vertragsverlängerung von Trainer Didi Kühbauer die erste Weiche für die Zukunft gestellt. Der 40-Jährige bleibt bis Sommer 2014. Kadertechnisch laufen die Verträge von acht Spielern per Saisonende aus. Patrik Jezek wird selber entscheiden dürfen, ob er noch eine Saison anhängt, oder mit 35 Jahren in die verdiente Fußball-Pension geht. Bei Andreas Schrott, Patrick Mevoungou, Issiaka Ouedraogo und Martin Zeman besitzt der Klub eine Option. Bis auf Letzteren werden diese wohl auch gezogen. Beim Tschechen deutet hingegen vieles auf einen Abschied hin, da der Mittelfeldspieler den Erwartungen nicht gerecht werden konnte. Ebenfalls als sicher scheint der Abgang von Kapitän Christopher Dibon. Der 21-Jährige kündigte erst unlängst an, den nächsten Schritt in seiner Karriere machen zu wollen. An Interessenten mangelt es nicht. In der Pole-Position liegt Rapid, doch auch Red Bull Salzburg buhlt um den Innenverteidiger. Offen ist die Zukunft von Rene Schicker, der zwar ein starkes Frühjahr spielt, aber in der Gunst des Trainers dennoch nicht unbedingt weit oben steht, und Stephan Palla, der nach Ende seiner Leihe zu Rapid zurückehren könnte.

STURM GRAZ:

Mit dem Ende der Ära von Franco Foda deutet sich bei Sturm im Sommer ein gewisser Umbruch an. Weniger, was aktuelle Stammkräfte betrifft, die sind zu einem großen Teil über die Saison hinaus vertraglich gebunden. Ziel der Grazer ist es jedoch, den Kader erstens zu verkleinern und zweitens dessen Kosten zu reduzieren. Folglich dürfte es für die meisten jene Spieler, deren Verträge auslaufen, eng werden. Aber der Reihe nach: Keine Option hat Sturm auf Sandro Foda (fix weg), Samir Muratovic (hat wohl auch nach Fodas Abgang keine Chance auf einen Verbleib) und Mario Haas. Ob Letzterer in der Planung von Paul Gludovatz eine Rolle spielt, wird sich weisen. Ebenso, wie der Neo-Geschäftsführer die Situation der zahlreichen Spieler, auf die der Verein eine Option hat, beurteilt. Spannend wird diesbezüglich die Entscheidung vor allem bei Stammspieler Joachim Standfest, der im Mai 32 wird. Der bald 35-jährige Silvije Cavlina hat sich als wertvoller Zweier-Goalie erwiesen. Dass die Steirer mit dem 32-jährigen Thomas Burgstaller verlängern, gilt als eher unwahrscheinlich, auch Linksverteidiger George Popkhadse hat sich nicht nachhaltig für ein weiteres Engagement empfohlen. Bei Winter-Neuzugang Rubin Okotie müsste man sich mit Nürnberg an einen Tisch setzen. Srdjan Pavlov konnte sich bislang kaum beweisen. Zudem laufen die Verträge der Youngsters Alexander Schachner, Carlos Eduardo, Dean Maric und Marvin Weinberger aus. Gerade Letzterem würde mangels echter Bewährungschance ein Tapetenwechsel wohl gut tun. Was Neuzugänge betrifft, gilt es tendenziell zuerst die Entscheidungen bezüglich aktueller Kaderspieler abzuwarten. Eine gewisse Verjüngung des Aufgebots erscheint jedoch unumgänglich. In Ried bewies Gludovatz jedenfalls ein Händchen für No-Names beziehungsweise anderswo gescheiterte Spieler…


FC WACKER INNSBRUCK:

Beim FC Wacker laufen im Sommer gleich zwölf Verträge aus, bei sieben (Marco Kofler, Dario Dakovic, Mathias Perktold, Marco Köfler, Christopher Wernitznig, Miran Burgic, Alexander Fröschl) hat der Klub jedoch eine Option. Vermutlich werden Sportdirektor Oliver Prudlo und Trainer Walter Kogler auch die meisten davon ziehen. Jedenfalls gelten Kofler, Dakovic, Wernitznig und Burgic als fast sicher. Interessant wird, welcher Abwehr-Routinier in Innsbruck bleiben darf. Um einen neuen Vertrag kämpfen Inaki Bea, Georg Harding, Martin Svejnoha und Bülent Bilgen, wobei letzterer auch seine Karriere beenden könnte. Auch die Zukunft der Rapid-Leihgaben Thomas Bergmann und Muhammed Ildiz ist noch unklar – die Hütteldorfer könnten beide wieder zurückbeordern. Groß einkaufen werden die Innsbrucker auch im Sommer nicht gehen können. Der Etat muss von 7,2 auf 6,9 Millionen Euro gesenkt werden, Handlungsspielraum gibt es also kaum.

SV MATTERSBURG:

„Es ist bei uns nach wie vor dasselbe, wir geben zu Vertragsdetails keine Auskünfte“, sagt Manager Ernst Simmel hinsichtlich auslaufender Verträge beim Ziemlich-Sicher-Weiterhin-Bundesligisten. Die heißeste Aktie im östlichsten Bundesland Österreichs ist und bleibt Stürmer Patrick Bürger. Hier kann Simmel zumindest andeuten: „Er hat noch einen Vertrag, der über den Sommer hinausläuft.“ Sprich im Sommer müsste wer Geld für den Top-Torjäger hinblättern. Ansonsten darf man sich wie üblich nicht viel Fluktuation von den Mattersburgern erwarten, Kontinutät wird erfolgreich groß geschrieben. Dennoch wird sich Stürmer Robert Waltner, dessen Vertrag dem Vernehmen nach endet, ziemlich sicher verabschieden. Der auslaufende Vertrag von Kapitän Michael Mörz wird im Vorbeigehen wieder verlängert. Bei Manuel Seidl und Nedeljko Malic ist aufgrund ihrer Vorstellungen ein Abgang durchaus vorstellbar, auch Alois Höller könnte eine neue Herausforderung finden. Die Jungspunde Marvin Potzmann (18) und Christian Gartner (17) werden wohl noch gehalten werden können. Die Zukunft des an Grödig verliehenen Thomas Salamons ist offen.

SC WIENER NEUSTADT:

Auf Wr. Neustadt wartet viel Arbeit. Lediglich Jörg Siebenhandl, Thomas Kral, Christian Ramsebner, Christopher Tvrdy, Thomas Helly und Matthias Lindner besitzen einen Vertrag über den Sommer hinaus. Angst und bange wird Sportchef Peter Stöger dennoch nicht. Bei Mahmut Selim Imamoglu, Matthias Maak, Mario Pollhammer, Daniel Wolf, Danijel Prskalo, Serkan Ciftci und Günter Friesenbichler kann bis Ende April eine Option zur Verlängerung gezogen werden. Tendenziell werden diese Spieler beim Klub bleiben. „Wir beginnen jetzt mit den Gesprächen und werden sehen, wie schnell oder langsam das über die Bühne geht“, so Stöger. Mit Manfred Razenböck, Ihsan Poyraz, Michael Madl, Wolfgang Klapf, Andreas Schicker, Fernando Troyansky, Daniel Borsos, Stefan Lärnsack, Michael Stanislaw, Mario Reiter, Bernd Besenlehner, Rene Felix und Edin Salkic muss neu verhandelt werden, wobei der Wiener auch hier guter Dinge ist: „Wir sind auf Schiene. Es wird nicht groß gepokert. Die Spieler wissen, was wir uns leisten können. Für den einen oder anderen ist es wichtig, wie der Kader der Mannschaft in der nächsten Saison aussieht, in welche Richtung sich der Klub orientiert.“ Dass mit manchen nicht mehr geplant wird, liegt auch auf der Hand. Namen nennt der 45-Jährige keine. Auch gebe es noch keine Angebote für einen seiner Spieler. „Eine offizielle Anfrage ist nicht notwendig, da ihre Verträge im Sommer auslaufen. Ich glaube aber nicht, dass jemand einen unterschriftsreifen Vertrag von einem andere Klub vorliegen hat - weil sonst hätten sie mir davon berichtet. Wir haben eine tolle Vertrauensbasis.“ Bei Christoph Saurer und Willi Evseev, deren Leih-Verträge auslaufen, wird ein Verbleib angedacht. „Hier sind uns aber die Hände gebunden. Es kommt auf ihre Arbeitgeber an.“ Last but not least stellt sich die Frage, ob Stöger selber in Neustadt bleibt. Sein Name wurde zuletzt immer wieder mit Sturm, Ried und Austria in Verbindung gebracht. „Das ehrt mich, ich fühle mich geschmeichelt und macht mich auch ein bisschen stolz. Es hat aber mit niemanden noch Kontakt gegeben. Ich glaube auch nicht, dass eine Anfrage kommt, solange wir nicht den Klassenerhalt geschafft haben. So fair sind die anderen Klubs.“

SV KAPFENBERG:

In Kapfenberg ist alles offen. Wenn die Klasse nicht gehalten wird, wonach es derzeit aussieht, steht ein großer Exodus bevor. Einige Spieler haben sich im Frühjahr für einen Verbleib in der Bundesliga empfohlen und könnten einige Anfragen anderer Klubs vorliegen haben.

Martin Wechtl/Peter Altmann/Bernhard Kastler/Kurt Vierthaler/Harald Prantl

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