Überlegenheit und Eigenfehler

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Die Austria macht das Spiel.

Das ist eine der ungeschriebenen Regeln dieser Saison.

Die Ausnahme, die sie bestätigt, ist die erste Runde in Salzburg. Abgesehen von dieser Partie hatten die Violetten jedes Mal mehr Spielanteile als ihr Gegner.

Darüberhinaus weisen die Veilchen in zehn der 16 Ligaspiele auch mehr Torschüsse als der jeweilige Konkurrent auf. Zuletzt war das acht Mal in Folge der Fall.

Überlegen, aber nicht erfolgreich

„Statistisch gesehen ist die Austria das haushoch überlegene Team. Ob sie nun gewinnt oder verliert“, ist Karl Daxbacher bewusst.

Das wäre ja eigentlich positiv. Aber: „Wir haben das große Problem, unsere eklatante Überlegenheit nicht in Erfolge ummünzen zu können. Das ist frustrierend.“

Deswegen relativiert der FAK-Trainer auch seine Kritik, die er nach dem 2:2 gegen Wiener Neustadt an seinen Schützlingen geübt hat, ein wenig: „Ich habe dem Team damals vorgeworfen, dass nicht der letzte Siegeswille da war. Wenn man sich die Statistik ansieht, kann man nicht sagen, es hätte zu wenig gemacht.“

Daxbacher will nichts ändern

Ändern will der Spitzenreiter an seiner Spielanlage aber nichts. „Ich bin nicht der Typ, der sagt: Wir stellen uns hinten rein und warten auf unsere Chance“, stellt der Trainer klar. Und außerdem fragt er sich: „Sollen wir dem Gegner den Ball geben und sagen: Jetzt greift ihr mal an.“

Zudem ist der 58-Jährige von einer Sache überzeugt: „Wenn du immer die bessere Mannschaft bist, muss das doch irgendwann belohnt werden.“

Zumal das Spiel nach vorne ja gut funktioniert. Mit 33 geschossenen Toren führen die Favoritner die Liga in dieser Kategorie überlegen an, lediglich zwei Mal (1. Runde in Salzburg, 3. Runde in Innsbruck) gelang kein Tor.

Verlorene Punkte

Doch obwohl in den vergangenen vier Runden insgesamt neun Treffer erzielt wurden, konnte nur ein Sieg eingefahren werden.

„Wir haben drei Mal zwei Tore geschossen und nur drei Punkte geholt“, ärgert sich AG-Vorstand Thomas Parits. Er spricht die 2:2 gegen Kapfenberg, Wacker Innsbruck und Wr. Neustadt an. „Wir weinen diesen Punkten nach“, ergänzt der Coach.

Problem Eigenfehler

Also ist klar: Das Problem liegt in der Defensive. 22 Gegentreffer hat die Austria schon kassiert. Und kein geringer Teil davon war definitiv vermeidbar. „Wenn wir uns die Tore aus diesem Herbst hernehmen, wird uns schlecht“, sagt Daxbacher.

Haarsträubende individuelle Fehler ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison der Veilchen. „Mit diesen Fehlern machen wir uns das Leben sehr schwer und uns oft vermeintlich gewonnene Spiele wieder zunichte“, weiß der Niederösterreicher.

Parits meint: „Unsere Eigenfehler häufen sich. Wir haben viele Geschenke verteilt.“

Violette Ratlosigkeit

An diesem Punkt setzt Ratlosigkeit ein. „Wo soll ich den Hebel ansetzen, wenn Manuel Ortlechner einen schlechten Kopfball-Rückpass spielt? Oder wenn Pascal Grünwald den Ball nicht festhalten kann?“, fragt Daxbacher anhand des Beispiels 2:2 in Kapfenberg.

Nachsatz: „Wenn wir defensiv nicht organisiert wären, müssten wir das vermehrt trainieren – aber so ist es ja nicht.“

Demnach wird die Austria nichts Großartiges verändern. Sie wird weiterhin das Spiel machen. Sie wird weiterhin meistens mehr Torschüsse als der Gegner abgeben. Und sie wird hoffen, damit auch regelmäßig Erfolge zu feiern.


Harald Prantl

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