LAOLA1 blickt auf Sturms Saison zurück

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Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison des SK Sturm Graz zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Plus: Wähle das Tor der Saison der "Blackies"!

DAS SPIELER-ZEUGNIS


MANUEL WEBER (31 Spiele/2 Tore/3 Assists): Eine Konstante, aber für einen Spieler seiner Qualität keine befriedigende Saison, viel zu wenig Scorer-Punkte. Der Kapitän agiert oft zu brav.

THOMAS BURGSTALLER (31/2/1): Zweikampfstark, aber bisweilen ein Unsicherheitsfaktor. So mancher Schnitzer kostete Sympathien bei den Fans. Vertrag wird nicht verlängert.

DARKO BODUL (28/12/6): Last-Minute-Einkauf als einer der wenigen Gewinner dieser Saison. Edeltechniker, aber keine Sprintrakete. Aufgrund von Formschwankungen kein unumstrittener Stammspieler.

JOACHIM STANDFEST (27/0/2): Agierte auf jenem soliden Niveau, das man seit Jahren von ihm kennt - kaum Glanzlichter, aber auch kaum Aussetzer. Auslaufender Vertrag wird nicht verlängert.

MARTIN EHRENREICH (26/2/2): Spielte mehr und besser, als viele von ihm erwartet haben, ohne allzu oft für Highlights zu sorgen. Durch Standfest-Abgang könnte Beförderung zur Stammkraft winken.

FLORIAN KAINZ (25/3/6): Der Gewinner dieser Sturm-Saison! Technisch stark, schnell, gute Übersicht. Der 19-Jährige ist Sturms heißeste Transferaktie, eine weitere Saison in Graz würde ihm aber gut tun.

CHRISTIAN KLEM (25/0/0): Spielt lieber im Mittelfeld, etablierte sich aber als Linksverteidiger und ist seit dieser Saison Stammspieler. Lieferte einige ausgezeichnete Spiele ab, muss jedoch an seiner Konstanz arbeiten. Kein Scorer-Punkt als Manko.

PATRICK WOLF (24/3/2): Durchschnittliche Saison. Zu wenig effizient, technisch mit Mängeln. Im Frühjahr kein Stammspieler mehr.

MARIO HAAS (24/2/2): Der Zahn der Zeit nagt immer deutlicher, hat immer mehr Probleme mit dem Bundesliga-Tempo. Aber lebende Legende ist lebende Legende - bekommt ein weiteres Jahr.

IMRE SZABICS (23/5/3): Wie so mancher weit von der Meisterform entfernt. Im Herbst stoppte ihn eine Verletzung, im Frühjahr ein Schatten seiner selbst.

MILAN DUDIC (21/0/0): Licht und Schatten. Anfangs das benötigte Upgrade für die Innenverteidigung, mit Fortdauer der Saison jedoch zunehmend Formschwankungen und körperliche Wehwehchen. Kein gleichwertiger Ersatz für Gordon Schildenfeld. Die Frage ist, ob die Kosten den Nutzen rechtfertigen.

ANDREAS HÖLZL (21/4/1): Eine Schulterverletzung brachte ihn aus dem Rhythmus, konnte aber weder davor noch danach konstant an gewohnte Leistungen anknüpfen. Nur 1 (!) Assist in dieser Saison.

HARIS BUKVA (21/1/4): Unter Foda wie meist in seiner Sturm-Zeit ein Mitläufer. Starkes Saison-Finish nach dem Abgang des Meistertrainers, mit dem er seine Ausgangsposition für kommende Saison verbessert hat.

GEORGE POPKHADZE (20/0/0): Biederer Linksverteidiger, letztlich ein Fehleinkauf. Klem hat ihm bald den Rang abgelaufen haben.

CHRISTIAN GRATZEI (18/0/0): Mit schwerer Knieverletzung lange außer Gefecht. Einer der Besten der Bundesliga, aber heuer nicht so dominant wie gewohnt.

SILVIJE CAVLINA (18/0/0): Solider Backup während Gratzei-Verletzung. Ließ sich wenig zu schulden kommen. Hinter Salzburgs Walke zweitbeste Fangquote der Liga. Vertrag wird nicht verlängert.

JÜRGEN SÄUMEL (15/0/1): Wenn am Feld, dann fraglos mehr als eine Bereicherung - wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre... Muss endlich längerfristig fit bleiben, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

FERDINAND FELDHOFER (15/0/1): Eine Verletzung löste die andere ab. Sein Körper spielt dem 32-Jährigen inzwischen zu viele Streiche.

MATTHIAS KOCH (15/1/1): Erst Anlaufschwierigkeiten, dann ein komplizierter Schlüsselbeinbruch. Zeigte nach seiner Genesung aber phasenweise positive Ansätze. Man darf auf die kommende Saison gespannt sein.

RUBIN RAFAEL OKOTIE (13/2/1): Schwer zu beurteilen, da er nach zweieinhalb Seuchenjahren nicht voll im Saft stehen konnte und auch der Beginn seiner Sturm-Zeit krankheitsbedingt getrübt war. Deutete jedoch immer öfter sein großes Potenzial an. Ein Verbleib in Graz hätte ihm vermutlich gut getan.

SAMIR MURATOVIC (11/1/3): Letztlich ein unrühmlicher Abgang des letztjährigen Meisterhelden, der sich mit Foda überworfen hat. Das Grundübel war jedoch, seinen Vertrag gegen den Willen der sportlichen Leitung zu verlängern...

CHRISTOPH KRÖPFL (8/0/1 - KSV: 3/0/0): Ein Gewinner, weil Sturm ihm auf der Talsohle seiner Karriere eine Chance gab und er bei seinen wenigen Einsätzen meist gute Figur machte. Auf den 22-Jährigen wartet eine wichtige Saison, denn dem Talente-Alter ist er inzwischen entwachsen.

DOMINIC PÜRCHER (7/0/1): Bekam heuer von Foda kaum eine Chance. Machte als Innenverteidiger bessere Figur als links.

FLORIAN NEUHOLD (7/0/0): Sieben Einsätze reichten dem 18-Jährigen, um sich als Innenverteidiger der Zukunft zu positionieren. Dürfte kommende Saison mehr Einsatzzeit bekommen.

SANDRO FODA (4/0/0): Nach dem Papa geht auch der Sohn. Der 22-Jährige wird Sturm verlassen.

MARVIN WEINBERGER (3/0/1): Ein weiteres verlorenes Jahr. Der 23-Jährige verfügt über einen Torriecher, müsste sich jedoch einmal konstanter auf höherem Level als der Regionalliga beweisen dürfen.

SRDJAN PAVLOV (3/0/0 - KSV: 3/0/0): Für den Winter-Neuzugang aus Kapfenberg war Sturm wohl eine Nummer zu groß.

STEFAN STANGL (1/0/1): Braves Debüt im Herbst beim Gastspiel bei der Austria, im Frühjahr an Grödig verliehen. Ab kommender Saison fixes Kadermitglied.

FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: In Graz regiert die Enttäuschung. Das Gros des Kaders blieb - aus den verschiedensten Gründen - unter den Möglichkeiten und den eigenen Erwartungen. Auch wenn gespart werden muss und zahlreiche Akteure den Verein verlassen, wird Sturm kommende Saison namhaft besetzt sein. Es wird an Neo-Coach Peter Hyballa und seinem Team liegen, einerseits junge Spieler zu forcieren, gleichzeitig jedoch auch aus bewährten und qualitativ guten Kräften wie Weber oder Hölzl wieder mehr herauszuholen.


*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE STURM GEGEN...

 

RED BULL SALZBURG

Punkte:

 

 

SK RAPID

Punkte:



ADMIRA

Punkte:



AUSTRIA WIEN

Punkte:



SV RIED

Punkte:



FC WACKER INNSBRUCK

Punkte:



SV MATTERSBURG

Punkte:

 



SC WIENER NEUSTADT

Punkte:



SV KAPFENBERG

Punkte:


LAOLA1-BILANZ

Welch ein Hangover nach dem Meister-Rausch! Nach dem Triumphzug zum Titel ist Sturm in der Saison danach vom Weg abgekommen. Ob unglaubliches Verletzungspech oder eklatante Auswärtsschwäche (nur ein Sieg in der Fremde!) - sportliche Baustellen gab es zuhauf, sodass die Grazer nie in den gewünschten Rhythmus kamen und durch die Saison stolperten. Abseits des Platzes flogen den "Blackies" viele der über die Jahre angestauten Probleme um die Ohren, mit der unsäglichen und sich über Monate ziehenden Trainer-Posse um Franco Foda als negativem Höhepunkt.

Licht am Ende des organisatorischen Tunnels: Unter der neu installierten Vereinsführung um Präsident Christian Jauk und den beiden Geschäftsführern Paul Gludovatz und Christopher Houben besteht die große Chance, zu einem Vorzeigeprojekt in punkto moderner Vereinsführung zu werden. Eine klare Strategie ist zu erkennen, die Entscheidung für Peter Hyballa als neuen Trainer ist beispielsweise eine ebenso mutige wie spannende. Auch wenn die nächste Saison womöglich keine leichte wird, könnte während dieser verkorksten Spielzeit die Basis für die Rückkehr auf den Erfolgsweg gelegt worden sein.

Peter Altmann

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