Der spät belohnte Mittelstand

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LAOLA1 blickt auf Rapids Saison zurück

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Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison von SK Rapid Wien zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Plus: Wähle das Tor der Saison der "Grün-Weißen"!

DAS SPIELER-ZEUGNIS


Mario Sonnleitner (34 Spiele/2 Tore/1 Assist): Der Innenverteidiger absolvierte bis ins Frühjahr hinein alle Pflichtspiele, ehe er im Finish zwei verpasste. Absoluter Stabilisator in der Viererkette mit den zweitbesten Zweikampfwerten der ganzen Bundesliga.

Guido Burgstaller (32/6/5): Hatte seine Lichtblicke, diese aber hauptsächlich im Herbst. Baute kontinuierlich ab und konnte trotz der zweitmeisten Einsätze im Team zuletzt selten überzeugen.

Deni Alar (31/15/6): Steigerte sich in allen Belangen und mauserte sich zum Führungsspieler. Mit 15 Saisontreffern Rapids bester Torschütze, den nur ein Achillessehnenriss im Frühjahr stoppen konnte.

Christopher Trimmel (31/4/6): Spielte schon bessere Saisonen im Rapid-Dress, präsentierte sich aber solide. Als umfunktionierter rechter Verteidiger meist defensiv überfordert, offensiv bzw. auch als Mittelfeldspieler wertvoller.

Terrence Boyd (30/13/7): Nach anfänglicher Euphorie schnell in den Himmel gelobt, obwohl der US-Stürmer nach seinem Wechsel aus der vierten deutschen Liga seine erste Profi-Saison spielte. Trotz Tief im Frühjahr 13 Saisontore!

Markus Heikkinen (26/0/0): War da, wenn er im defensiven Mittelfeld oder auch in der Innenverteidung gebraucht wurde. Für die Ansprüche des Finnen trotz fortgeschrittenen Alters aber von den Einsätzen her und auch spielerisch zu wenig.

Gerson (26/0/0): Verlieh der Abwehr anfangs viel Halt und galt als großes Talent. Seine Patzer und die Unform im weiteren Saisonverlauf ließen den Verantwortlichen aber keine Wahl, die Option auf den 21-Jährigen nicht zu ziehen.

Lukas Königshofer (26/0/0): Wenige, aber eklatante Fehler wurden hochgespielt und raubten ihm den Nummer-1-Status. Aber: Im Herbst wies der 24-Jährige noch die beste Fangstatistik aller Bundesliga-Torhüter auf.

Lukas Grozurek (24/2/1): Eine Saison voller Ups and Downs für den im letzten Jahr zu den Profis aufgestiegenen Offensivspieler. Lernte aus seinen Fehlern und zeigte sich nach dem Pendeln zwischen Bank und Tribüne wieder stark verbessert.

Markus Katzer (23/2/2): Auch der Linksverteidiger wird andere Saisonen wohl besser in Erinnerung behalten, als seine letzte im Rapid-Trikot. Verlor auch aufgrund der "schwierigsten Phase seines Lebens" (hier geht's zum Interview) den Stammplatz, kämpfte sich aber tapfer zurück.

Stefan Kulovits (23/1/0): Vor einiger Zeit noch Teamspieler, seitdem nur mehr Ergänzungsspieler bei den Hütteldorfern. Nur 23 Einsätze, davon neun Mal eingewechselt - zu wenig für den ehrgeizigen, scheidenden Ur-Rapidler.

Harald Pichler (22/1/0): Verlor durch die Verpflichtung von Gerson seinen Platz in der Innenverteidigung, sprang im Herbst nur ab und zu ein. Erst mit Fortlauf der Saison dank steigender Leistungen wieder öfters gesetzt.

Steffen Hofmann (20/2/9): Startete stark in die Saison, doch das Verletzungspech meinte es einmal mehr nicht gut mit dem Kapitän. Trotz Augen- und Oberschenkel-Verletzung sowie einem Innenbandabriss kam er auf zwei Tore und neun (!) Assists.

Thomas Schrammel (18/0/2): Ein ständiges Hin- und Her für den Linksverteidiger, der einmal mehr nicht verletzungsfrei blieb. Hatte anfangs das Nachsehen gegen Katzer, spielte sich dann ins Team, ehe ein Muskelfaserriss den Aufwärtstrend stoppte.

Dominik Wydra (17/1/2): Der mittlerweile 19-Jährige ist eine der Entdeckungen dieser Saison. Arbeitete sich langsam an die Startelf heran, überzeugte oftmals mit starken Leistungen und stellte sein Talent nicht nur mit erstem Bundesliga-Tor unter Beweis.

Marcel Sabitzer (16/3/3): Wurde nach seinem Wechsel von der Admira zögerlich ins Team eingebaut. Seit er gesetzt war, war der 19-jährige Offensivspieler stets einer der Lichtblicke und Aktivgeister.

Louis Schaub (16/2/0): Machte in seiner Entwicklung einen weiteren großen Schritt, auch wenn ihm die Nervosität oft einen Streich spielte. Der 18-Jährige legte diese allerdings ab und krönte seine Saison mit seinen ersten zwei Bundesliga-Toren in der letzten Runde gegen Ried.

Michael Schimpelsberger (16/0/1): Eine bittere Saison für den Linzer, der erst dem Versuch "Trimmel als Rechtsverteidiger" zum Opfer fiel, im Frühjahr dann mit Achillessehnenriss ausfiel. Wenn er spielte oft verlässlich, allerdings auch mit Aussetzern wie im letzten Derby.

Muhammed Ildiz (15/0/1): Als Rückkehrer nach seiner Leih-Station bei Wacker Innsbruck mauserte sich "Momo" nicht nur zum Stammspieler, sondern spielte sich auch in den Notizblick des 1. FC Nürnberg. Verdiente sich seinen Wechsel in der Winterpause.

Jan Novota (10/0/0): Als zweiter oder dritter Keeper stets verlässlich, schlug dem Slowaken diese Saison die große Stunde. Löste Lukas Königshofer als Nummer eins ab und ließ sich in der restlichen Saison kaum etwas zu Schulden kommen.

Branko Boskovic (10/1/2): Die riesigen Erwartungen nach seiner Rückkehr konnte der Montenegriner nur teilweise zurückzahlen. Nahm sich durch seine Rote Karte bei seinem ersten Spiel im Derby selbst aus dem Spiel, zeigte sich aber danach wieder als Schaltstelle im Mittelfeld.

Thomas Prager (10/0/1): Eine Saison zum Vergessen für den Mittelfeldspieler. Blieb in der Winterpause stur, obwohl nicht mehr mit ihm geplant wurde, und saß seinen Vertrag ab. Das Ergebnis: Nur 10 Einsätze, vier Mal ein- und zwei Mal ausgewechselt.

Christopher Drazan (9/1/2): Durch einen Außenbandriss verpasste der Flügelflitzer einen Großteil des Herbstes. Trotz allem holte ihn Franco Foda im Winter nach Kaiserslautern, wo er seit seinem Wechsel jedoch keine Rolle spielt.

Dominik Starkl (8/1/2): Mit dem 19-jährigen Offensivspieler drängte sich ein weiterer Youngster auf. Glänzte bei seinem Debüt im Herbst gegen Sturm mit einem Assist und schockte die Grazer im Frühjahr mit einem Treffer. Ein Versprechen für die Zukunft!

Boris Prokopic (2/0/0): Wurde nach einem Kreuzbandriss auch aufgrund des Überangebots im Mittelfeld kaum noch berücksichtigt. Hörte auf die Verantwortlichen und suchte sich einen neuen Verein. In Altach läuft es für ihn deutlich besser.

Kristijan Dobras (1/0/0): Durfte einmal in der Liga und einmal im Cup mitwirken, auf Leihbasis im Frühjahr bei Grödig konnte der MIttelfeldspieler nur wenig Einsatzzeit sammeln. Die Wege des SK Rapid und dem 20-Jährigen trennen sich.

Eldis Bajrami (1/0/0): Der 20-Jährige ist bei den Amateuren eine Fixgröße, bei den Profis feierte er in der letzten Runde gegen Ried sein Debüt. Schlussendlich waren es 17 Minuten, die Lust auf mehr machen.

Lukas Denner (1/0/0): Der 21-Jährige gilt als Versprechen für die Zukunft auf der linken Verteidigerposition. Wurde gegen Ried für den scheidenden Markus Katzer für die restlichen zwei Minuten eingewechselt.

Maximilian Hofmann (1/0/0): Durfte im letzten Saisonspiel eine Minute mitwirken. 19-Jähriger soll als Innenverteidiger an die Mannschaft herangeführt werden.

 

FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: Rapid blickt auf eine durchwachsene Saison zurück. Im Herbst wähnte man Ex-Trainer Peter Schöttel, auch aufgrund der Europa-League-Teilnahme, noch auf dem richtigen Weg, das Tief im Frühjahr, dass auch dem ehemaligen Kapitän zum Verhängnis wurde, offenbarte jedoch, dass es im Kader auch an Qualität fehlt. Zwar wurde viel auf junge Perspektivspieler aufgebaut, diese konnten teilweise dem großen Druck jedoch nicht standhalten. Während einigen der unbedingte Wille nicht zum Vorwurf gemacht werden kann, ließen sich andere wiederum hängen. Nun folgt durch die Verabschiedung von Katzer, Kulovits, Heikkinen, Gerson, Prager und Co. ein weiterer Einschnitt. Dass mit Louis Schaub, Dominik Wydra, Marcel Sabitzer, Dominik Starkl und Co. Qualität nachkommt, ist unbestritten. Von Spielern wie Guido Burgstaller, Christopher Trimmel oder Harald Pichler muss aber mehr kommen. So wie es aussieht, soll auch in Zukunft Zoran Barisic dafür sorgen.


*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE RAPID GEGEN...

 

AUSTRIA WIEN

Punkte:

 

 

RED BULL SALZBURG

Punkte:

 

 

SK STURM

Punkte:




WOLFSBERGER AC

Punkte:



SV RIED

Punkte:



SC WIENER NEUSTADT

Punkte:



FC WACKER INNSBRUCK

Punkte:



ADMIRA

Punkte:



SV MATTERSBURG

Punkte:

 

LAOLA1-BILANZ

Zoran Barisic ist happy, Helmut Schulte ist happy. Denn das Saisonziel ist mit Platz drei und der Teilnahme an der Europa League erreicht worden. Auf die Frage nach dem "Wie" muss man aber näher eingehen, denn Rapid muss sich unter anderem auch bei den Mitkonkurrenten bedanken, die anscheinend ebensowenig Nägel mit Köpfen machen und eine Europacup-Teilnahme erzwingen wollten, wie die Hütteldorfer. Auch wenn es viele anders sehen, wurde der Herbst aufgrund der Doppelbelastung als einziger österreichischer Europacup-Vertreter noch relativ schadlos über die Bühne gebracht. Zwar war von schönem Fußball nur wenig zu sehen, allerdings hielt sich der Rückstand auf Austria und Salzburg noch in Grenzen. Man war dran, alles war möglich. Dass der Abstand auf den späteren Meister noch auf 25 Punkte anwuchs und die eigenen Ziele in Gefahr gerieten, ist aber dem katastrophalen Frühjahr zuzuschreiben. Neun Spiele ohne Sieg bedeuteten den absoluten Super-Gau, auf den man erst nach der zusätzlichen Cup-Blamage gegen Pasching mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Peter Schöttel reagierte. Die bis heute anhaltenden Fan-Proteste ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Unter Nachfolger "Zoki" Barisic gab es laut Schulte aber zuletzt "fünf Schritte nach vorne und nur einen nach hinten." Dass Platz drei nach einer derartigen Seuchensaison schmeichelt, wird jedoch keiner verneinen. Um eine Wiederholung zu vermeiden, steht aber noch eine Menge Arbeit bevor.

Alexander Karper

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