Was war, was kommt?

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Transferanalyse 2013: Was war? Was kann kommen?

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Anpfiff für die Winterpause, Weihnachten und Silvester nahen.

Und das bedeutet, dass sich das Transferfenster bald öffnen wird. Vom 1. Jänner weg bis zum 31. Jänner um Mitternacht hat dieses offen.

Nach der Herbstsaison werfen wir einen Blick zurück: Wie haben sich die Transfers bei den zehn Bundesligisten ausgewirkt? Welche Note haben sie sich für ihre Aktivitäten verdient?

Zudem blicken wir auch nach vorne: Wie könnten die Vereine in der Wintertransferzeit agieren?

LAOLA1 mit der Transferanalyse 2013, Teil 1:

RED BULL SALZBURG

 

RÜCKBLICK

Salzburg hat endlich einmal im Sommer Ruhe bewahrt und nach einer titellosen aber fußballerisch ansehnlichen Saison auf Kontinuität gesetzt. Das hat sich vollends ausgezahlt, auch weil an den richtigen Schrauben gedreht wurde. Unzufriedene Spieler wie Christopher Dibon und Jakob Jantscher wurden abgegeben, für Ibrahim Sekagya war kein Platz mehr. Mit Peter Gulacsi wurde ein ausgezeichneter Keeper verpflichtet, der vor allem spielerisch das mitbringt, was das Salzburger Spiel erfordert. Zudem zeigte der Ungar einige Glanzparaden. Marco Meilinger kehrte zurück, Andre Ramalho war der Aufsteiger des Herbstes. Mit Yordy Reyna, Taxiarchis Fountas und Ante Roguljic wurden Perspektivspieler geholt. Für viele ist der Peruaner Reyna bereits ein Fehlgriff, bekanntlich brauchen aber Südamerikaner bei ihrer ersten Station in Europa zumindest ein halbes Jahr Anlaufzeit. Zugegeben, er könnte wohl schon etwas weiter sein als das, was er vor allem bei Liefering gezeigt hat. Selbiges gilt für Fountas, der aber mit einer Schambeinentzündung eine gute Ausrede hat. Summa summarum eine aus Salzburger Sicht gute Transferzeit.

NOTE 2

 

AUSBLICK

Sie sind nicht unbedingt gezwungen zu handeln. Das ist sinngemäß die Parole, die Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Roger Schmidt in den letzten Wochen von sich gegeben haben. Es wird sich aber wohl etwas tun. Denn der Coach hat auch angedeutet, dass gewisse Spieler möglicherweise eine neue Herausforderung suchen. Das gilt vor allem für Georg Teigl, der ebenso wie Valentino Lazaro an einen Bundesligisten verliehen werden könnte, um a la Christopher Dibon (bei Rapid) Spielpraxis zu sammeln. Havard Nielsen wäre ebenso ein Kandidat dafür, sollte ein neuer Stürmer kommen. Salzburg hat ein Angebot für Robert Zulj abgegeben, man interessiert sich auch für andere interessante heimische Spieler, wie etwa Philipp Zulechner. Dass Rangnick immer jemanden noch Unbekannten an Land ziehen kann, ist ebenso wie die Tatsache klar, dass die Superstars a la Kevin Kampl und Sadio Mane nur bei absoluten Traum-Offerten in jeglicher Hinsicht gehen (wollen) würden. Eines noch: Die Leihverträge von Cristiano (Tochigi) und Douglas (Figueirense) laufen Ende Jänner aus, es wird eine Lösung gefunden werden. Das Gefühl stimmt auch in jedem Fall für diese Transferzeit positiv.

SV GRÖDIG


RÜCKBLICK

Neun Abgänge, zehn Zugänge - der SV Grödig erwies sich im Sommer vor dem ersten Auftritt in der Bundesliga als überaus geschäftig. Große Namen waren keine dabei - mit Abstrichen vielleicht Sascha Boller und Dieter Elsneg. Aber Trainer Adi Hütter und Manager Christian Haas dürfen nach diesem sensationellen Herbst getrost behaupten, alles richtig gemacht zu haben. Fehlgriff hat sich das Duo nämlich keinen geleistet, dafür aber jede Menge Goldgriffe. Philipp Zulechner, Philipp Huspek und Cican Stankovic - diese drei Namen sprechen eine deutliche Sprache. Dass der Kader zwischendurch aufgrund der Entlassungen von Dominique Taboga und Thomas Zündel sowie unzähliger Verletzungen und Sperren sehr dünn wurde, kann den Verantwortlichen nicht angekreidet werden, wer konnte das schon voraussehen? Kurzum: Haas hat im Nachhinein betrachtet in seiner ersten Transferzeit Bundesliga-Tauglichkeit bewiesen. Stark!

NOTE 1

 

AUSBLICK

Wo Erfolg, da Interesse. Das haben die Grödiger in den vergangenen Wochen bereits erkennen müssen und das wird sich in den kommenden Wochen nicht ändern. Ganz im Gegenteil. Der Poker um Zulechners Zukunft wird voraussichtlich lang und mühsam. Andere Klubs - aus dem In- und Ausland - scheinen dabei bessere Karten als der Aufsteiger zu haben. Zudem lockt Red Bull offenbar Huspek. Es ist allerdings davon auszugehen, dass auch ein, zwei neue Spieler kommen werden. Vor allem in der Defensive besteht Handlungsbedarf. Und dann steht auch noch eine Ausleihe von Salzburg-Talent Valentino Lazaro im Raum. Nein, Christian Haas wird bis Ende Jänner bestimmt nicht langweilig.

SK RAPID WIEN


RÜCKBLICK

Nach den Tumulten in der vergangenen Saison und der mutigen Ansage im Sommer, keine weiteren Verpflichtungen mehr vorzunehmen und auf den bestehenden Kader zu vertrauen, hätten sich nur die wenigsten gedacht, dass sich Rapids Kader so entwickelt. Rückschläge waren mit dem jungen Kader eingeplant, die erfolgreiche Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League kam für viele überraschend. Von den wenigen, aber doch getätigten Transfers schlug Thanos Petsos ein. Jener Grieche, der dank doch noch aufgebrachter Mittel nach der Ankündigung, nichts mehr zu tun, nach Hütteldorf fand. Der Ex-Fürther avancierte nicht nur zum Stammspieler, sondern festigte die Defensive und stellte auch seine Stärken im Pass- und Offensivspiel unter Beweis. Ebenso hervorzuheben ist Christopher Dibon, der für angeblich wenig Geld auf Leihbasis vom bisherigen Sportdirektor Helmut Schulte von Salzburg nach Hütteldorf gelotst wurde. Der Verteidiger war ebenfalls ein Goldgriff und eine gute Ergänzung zu Abwehrchef Mario Sonnleitner. Auch die Rückholaktion von Brian Behrendt, der beim SV Horn seine Erfahrungen sammelte, zahlte sich aus. Der deutsche Youngster bestritt am viertmeisten Einsätze des gesamten Kaders und konnte sowohl als Innenverteidiger als auch als defensiver Mittelfeldspieler zufriedenstellende Leistungen erbringen. Weniger überzeugt hat hingegen Stephan Palla, dem nach seiner Admira-Zeit der Durchbruch prophezeit wurde. Zwar kam der linke Verteidiger zu seinen Einsätzen, auf Dauer setzte sich jedoch Thomas Schrammel durch. Torhüter Samuel Radlinger hingegen gehört die Zukunft. Zwar hätte sich die Hannover-Leihgabe einen früheren Durchbruch gewünscht, an der Nummer eins Jan Novota gab es bisher aber kein Vorbeikommen. Positiv: Petsos' Vertrag läuft noch bis 2016, ein Segen für Rapid. Ansonsten handelte es sich vorrangig aufgrund fehlender Mittel um Übergangslösungen, wie etwa bei den Leihgaben Dibon und Radlinger und den Rückholaktionen von Behrendt und Palla. Mehr war im Sommer nicht drin, dafür konnte man sich aber ganz gut punktuell verstärken.

NOTE 2

 

AUSBLICK

War es im Sommer nicht möglich, bis auf den Petsos-Transfer mit großen Verpflichtungen zu überraschen, wird sich auch in der Winter-Transferperiode daran nichts ändern - auch nicht unter Neo-Sportdirektor Andreas Müller. Die Möglichkeiten sind beschränkt, der Kader mit jungen, hungrigen Spielern aufgefüllt und für weitere Schritte bereit. Zudem darf man sich mit der Frühjahrsvorbereitung quasi über zwei "Neue" freuen, da sowohl Deni Alar als auch Michael Schimpelsberger wieder zur Verfügung stehen sollten, was ebenfalls eine Qualitätsverbesserung mit sich bringt. Ansonsten geht es darum, so früh wie möglich Nägel mit Köpfen in puncto Vertragsverlängerungen zu machen. Bei Burgstaller (Rapid hat Option auf weiteres Jahr), Boskovic, Behrendt, Schimpelsberger, Trimmel, Palla und Pichler laufen die Verträge aus, zudem könnte Lukas Königshofer, dessen Vertrag ebenfalls noch bis Sommer läuft, im Winter einen neuen Verein finden. Bei Christopher Dibon geht es darum, ihn möglicherweise von Salzburg loszueisen. Die Chancen stehen jedoch schlecht, da eine weitere Leihvariante undenkbar und ein Kauf wohl zu teuer wäre. Dass sich im Winter noch Spieler verändern wollen, kann nicht ausgeschlossen werden, aktuell drängt sich aber kein Transfer auf.

FK AUSTRIA WIEN


RÜCKBLICK

Die Sommer-Transferzeit der Austria war letztendlich weitaus weniger spektakulär, als es ursprünglich zu erwarten war. Die Bilanz der Neuzugänge nach dem ersten Halbjahr könnte unterschiedlicher kaum sein. Daniel Royer erwies sich als Goldgriff, der Steirer war einer der besten Austrianer in diesem Herbst. Christian Ramsebner hatte es nach seiner Rückkehr zunächst schwer, spielte sich aber mit Fortdauer der Saison mehr und mehr in die erste Elf. Rubin Okotie ist hingegen ganz klar als Flop zu bezeichnen - das war gar nichts, und dann auch noch das Zerwürfnis mit Trainer Nenad Bjelica. Ob es schlau war, die gebotenen Millionen für Philipp Hosiner und Markus Suttner auszuschlagen, um die beiden in Wien zu halten, darüber lässt sich trefflich streiten. Alles in allem kann nach diesem - national - ziemlich verpatzten Herbst aber behauptet werden, dass die eine oder andere Blutauffrischung mehr dem Kader gut getan hätte.

NOTE 4

 

AUSBLICK

Auf die Violetten kommt ein richtig heftiger Winter zu. Mit Dare Vrsic, Rubin Okotie und Srdjan Spiridonovic gibt es drei Spieler im Kader, die der FAK lieber heute als morgen loswerden würde. Nach der Beförderung von Goalie-Talent Osman Hadzikic steht es zudem Ivan Kardum und Pascal Grünwald frei, sich bereits im Winter zu verabschieden. In diesem Zusammenhang könnte aber ein Umdenken stattfinden, wenn Heinz Lindner geht. Der 23-Jährige hat einen überragenden Herbst gespielt und einiges Interesse, etwa vom 1. FC Köln, auf sich gezogen. Philipp Hosiner hofft indes, den Sprung in die deutsche Bundesliga zu schaffen, es gibt zumindest ein Angebot. Auch Markus Suttner will sich den Traum vom Ausland endlich erfüllen. Zudem steht Kaja Rogulj bei einem italienischen Verein hoch im Kurs. Dementsprechend viel wird sich auch bei Neuverpflichtungen tun. Zulechner (Grödig), Hinterseer (Wacker), Topcagic (WAC) und Zulj (Ried) wurden und werden angebaggert. Auch eine Rückkehr von Michael Liendl soll im Raum stehen. Darüberhinaus sucht der FAK auch im Ausland - vor allem in Spanien - nach guten Kräften für die Offensive. Zudem gibt es einige Anfragen für jene Talente, die in der Youth League für Furore sorgen. Unter anderem haben Klubs wie der SCR Altach und der SV Horn Interesse signalisiert, den einen oder anderen Youngster leihweise aufzunehmen.

SV RIED


RÜCKBLICK

Als einer der besten Liga-Manager hat Stefan Reiter wieder vieles richtig gemacht. Oliver Kragl war ein Goldgriff, Sandro Wieser eigentlich auch, nur hatte die Liechtensteiner Leihe aus Hoffenheim einen besseren Start als ein besseres Ende. Julius Perstaller passt genauso optimal zu den Riedern wie Bernhard Janeczek oder Goalie Lorenz Höbarth, der zuletzt bei seinem Debüt gegen die Wiener Austria gute Figur machte. Sandro wurde für die linke Seite geholt, auf der sich auch Youngster Patrick Möschl mitunter präsentieren konnte. Es wurde kein Geld ausgegeben und dennoch Abgänge wie Anel Hadzic ersetzt. Wieder einmal hatten die Rieder mit vielen Verletzten Pech, das macht sich in einem eher kleineren Kader bemerkbar. Nichtsdestoweniger, wie gewohnt war die Transferzeit top.

NOTE 2

 

AUSBLICK

Mit Jan Zwischenbrugger wurde bereits die erste Neuverpflichtung bekanntgegeben. Der Offensivmann hat etwa vergangenes Jahr sein Talent bei Austria Lustenau aufgezeigt und soll in Ried zu einem Bundesliga-Spieler entwickelt werden. Typische Ried-Verpflichtung, deren weitere noch folgen könnten. Furkan Aydogdu muss nach einem halben Jahr wieder gehen. Den großen Coup wird Ried mit Ola Kamara landen. Der norwegische Stürmer spielte keine einzige Minute für die Innviertler, war vergangene Saison an 1860 München verliehen, nun an Strömsgodset, mit dem der 24-Jährige norwegischer Meister wurde - und zwölf Mal traf. Wie Reiter gegenüber LAOLA1 bestätigte, ist es das Ziel, ihn in diesem Winter zu verkaufen. Selbiges gilt freilich auch für Robert Zulj, der bekanntermaßen sehr gefragt ist und vorzeitig (Vertragsende Sommer) gehen kann, aber nicht muss.

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