Dort war er zwar durchaus erfolgreich, gewann mit Kanada zwei Mal U20-WM-Gold. Gerade nach dem historischen Viertelfinal-Sweep der Vorsaison auf ein "Experiment" zu setzen, ist jedoch krachend gescheitert.
Was McIlvane und David gelungen ist
In Insiderkreisen ist gerne die Rede davon, dass diese Salzburger Truppe mit all ihren Alpha-Tieren in der Kabine einen Trainer benötigt, der die Mannschaft an der langen Leine und sie einfach auch mal machen lässt.
Zwar haben auch die letzten Meistertrainer Matt McIlvane und Oliver David Autorität ausgestrahlt, gleichzeitig ist es ihnen gelungen, die richtige Balance zu finden und einen guten Draht zur Mannschaft aufzubauen.
Ihr Nachfolger Manny Viveiros hat dies nicht geschafft, er konnte das Team in schwierigen Phasen nicht zusammenhalten und wieder auf Kurs bringen. Letang musste die Folgen dessen ausbaden, doch nicht nur.
Umstrittene Kaderplanung
Er stellte gemeinsam mit Sportchef Helmut Schlögl einen Kader zusammen, der im Vergleich zur letzten Spielzeit nochmal an Qualität eingebüßt hat.
Besonders am Import-Sektor ist dies nach den Abgängen von Tyler Lewington, Troy Bourke oder Travis St. Denis offensichtlich, das Trio konnte nicht annähernd adäquat ersetzt werden. Dabei griff man in Regale, in denen man sich früher kaum bedient hätte.
Zusätzlich ist der verstärkte Einbau der Akademiespieler in die Profi-Mannschaft zwar löblich, kommt jedoch viel zu spät. Ganz zu schweigen davon, dass eine lange Liste an Eigenbau-Österreichern in den letzten Jahren das Weite gesucht hat.
Paul Huber, Oskar Maier, Paul Stapelfeldt und Co. hatten keine große Perspektive in Salzburg, gerade vor den Playoffs wurde ihnen wiederholt ein Legionär vor die Nase gesetzt.
Sie übernahmen andernorts in der Liga größere Rollen, Huber und Stapelfeldt wurden mit Graz sogar Meister und sind nicht die einzigen, die nun sogar im Nationalteam aufgeigen.
Hausgemachte Probleme werfen kein gutes Licht auf Sportchef Schlögl
Verantwortlich dafür zeichnet Schlögl, der einen gewichtigen Anteil an der Misere trägt.
Seit sechs Jahren laufen sämtliche Entscheidungen an der Salzach durch seine Finger, unter seiner Ägide feierten die Roten Bullen vier Meisterschaften. Seither hat sich der 48-Jährige einige Fehltritte geleistet, die anderen sportlichen Verantwortungsträgern bereits den Job gekostet hätten.
Neben den diversen fragwürdigen Kader-Entscheidungen hat Schlögl bei der Trainerwahl nun zum zweiten Mal hintereinander kräftig daneben gegriffen, weil man nach dem überraschenden Abschied von Oliver David infolge des Meistertitels 2025 völlig unvorbereitet war.
Sein damaliger Assistant Coach Ben Cooper wäre der designierte Nachfolger gewesen, wurde kurz zuvor aber gehen gelassen. Der Kanadier übernahm in der Folge das Cheftrainer-Amt bei Liga-Rivale Olimpija Ljubljana und führte die Slowenen prompt ins Halbfinale.
Nur Fehervar und die Pioneers sind schlechter
Auch die Feldspieler erwiesen ihrem nunmehrigen Ex-Trainer mit zahlreichen Blackouts einen Bärendienst, die Torhüter Atte Tolvanen und David Kickert sind mehrfach im Stich gelassen worden.
Sie stehen nun genauso wie die sportliche Führung in der Pflicht. In der win2day ICE Hockey League sind nach elf Spielen nur Fehervar AV19 und die Pioneers Vorarlberg schlechter. Der schlechteste Saisonstart in der Klub-Geschichte steht in den Büchern.
Siege wurden bislang überhaupt einzig gegen die aktuell in der Tabelle auf Platz 6 (Milano), 9 (FTC), 13 (Fehervar) und 14 (Pioneers) liegenden Vereine gefeiert. Das ist ein Armutszeugnis für das Salzburger Eishockey, immer mehr Fans bleiben der Eisarena fern.
Verdenken kann man es ihnen nicht.
Tabula Rasa im Sommer notwendig?
Auf Teemu Levijoki wartet hingegen die schwerstmögliche - und zum aktuellen Zeitpunkt undankbarste - Aufgabe.
Der langjährige Cheftrainer der Red Bull Hockey Juniors soll nun den Umschwung schaffen, hat in seiner Vita aber kein einziges Spiel als Head Coach eines Profi-Teams vorzuweisen.
Er war in der aktuellen Situation nicht nur die naheliegendste, sondern auch kostengünstigste Option. Levijoki soll nun den Krisenmanager spielen, die Mannschaft wieder auf Vordermann bringen und in der Tabelle nach oben führen.
Was man aus seiner Zeit bei den Juniors mitbekommen hat, wird es unter seiner Führung eher Peitsche statt Zuckerbrot geben. Ob dies die richtige Methodik für diese Mannschaft sein wird, zeigt sich in den nächsten Monaten.
Ist sie das nicht, dann ist nicht ausgeschlossen, dass in allen Bereichen des EC Red Bull Salzburg im Sommer Tabula Rasa gemacht wird.