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User-Endzone: Da war es nur noch einer…

Episode #7: Die San Francisco 49ers und die Kansas City Chiefs haben verloren. Damit kann nur mehr ein Team für eine "perfect Season" sorgen - so unwahrscheinlich das auch scheint.

User-Endzone: Da war es nur noch einer… Foto: © IMAGO/Icon Sportswire/KI

Für viele sicher eine Überraschung, aber die Anzahl der ungeschlagenen Teams hat sich auf eines reduziert - und das sind die Minnesota Vikings.

Sie schaffen es Woche für Woche, ohne erkennbarer Offense ungeschlagen zu bleiben, während die 49ers und die Kansas City Chiefs ihre weiße Weste abgeben mussten…

Hier, um die vergangene NFL-Woche für euch aufzurollen, sind DM79 und Fredix.

Die 30 größten Monster-Verträge der NFL


Atlanta Falcons

29:20-Sieg gegen die San Francisco 49ers

by Fredix

Nachdem die Falcons mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet sind, haben sie das Ruder in den folgenden Wochen erfolgreich herumgerissen. Gegen die bislang ungeschlagenen 49ers setzten sie sich ein bisschen überraschend in einem durchaus unterhaltsamen Spiel letzten Endes durch.

Spielentscheidend nach dem frühen 3:14-Rückstand waren Turnovers vor (Fumble) und nach (Interception) der Pause, die den Falcons vier Scoring-Drives in Folge erlaubten. Mit den dabei erzielten 23 Punkten drehten sie angeführt von Quarterback Michael Penix, der eine starke Leistung zeigte und fehlerfrei blieb, das Spiel und sind dank der Niederlage der Panthers auf Tuchfühlung mit Platz eins in der Division und deshalb unser Sieger der Woche.


Carolina Panthers

13:43-Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers

by DM79

Hier könnten zum Beispiel auch die New York Jets stehen, die den Miami Dolphins den ersten Sieg gewährten oder die Arizona Cardinals, die es geschafft haben, Bo Nix richtig gut aussehen zu lassen. Aber kein Team war so daneben wie die Carolina Panthers.

Beim 13:43 war die Leistung ein Multi-Organversagen des gesamten Teams. Die Defense ließ 258 Rushing Yards zu, da musste Baker Mayfield bei seinem Comeback nach einer Daumenverletzung gerade mal elf Pässe für 64 Yards (sieben Completions) werfen.

Bryce Young brachte nur 14 seiner 27 Passversuche für 163 Yards an, er warf einen Touchdown und zwei Interceptions und einer seiner fünf (!) Sacks sorgte für einen Pick-Six. Bei ihm weiß man Woche für Woche nicht, ob man Dr. Jekyll oder Mr. Hyde bekommt.

Die sinnbildlichste Szene war aber der Extrapunkt-Versuch nach dem Touchdown durch Darren Waller. Als es so aussah, als würden die Panthers vielleicht einen Umschwung schaffen und Young Waller für 50 Yards in der Endzone fand, wurde der anschließende Extrapunkt-Versuch durch Ryan Fitzgerald von Tykee Smith geblockt und von Zyon McCollum über das gesamte Spielfeld in die Endzone der Panthers für zwei Punkte zurückgebracht. So wird sogar ein Touchdown zu einem Erfolg des Gegners.

Zur Halbzeit war die Partie bei 6:33 praktisch entschieden und anstelle die starken Leistungen gegen die Detroit Lions und Philadelphia Eagles zu bestätigen, sowie einen Sieg gegen einen Division-Rivalen einzufahren und die Niederlage der Saints zu nutzen, hat man die NFC South (wie jedes Jahr) wieder spannend gemacht.


J.J. McCarthy (Quarterback, New York Giants)

27:21-Overtime-Sieg gegen die Houston Texans (20/28, 252 Passing Yards, 1 Rushing Yard)

by DM79

Wieder haben sich einige für diese Auszeichnung aufgedrängt, wie beispielsweise Michael Penix Jr., der mit drei TD-Pässen maßgeblichen Anteil am Sieg der Atlanta Falcons über die 49ers hatte oder auch Jaxon Smith-Njigba mit seinen neun gefangenen Würfen für 150 Yards, einem Touchdown und 60 Yards after Catch.

Ich habe mich aber für J.J. McCarthy entschieden, weil er in seinem zweiten Spiel und gegen die Texans - eine der besten Defenses der NFL - eine beachtliche Leistung gebracht hat. Als Starting-QB der N.Y. Giants, die Aufstellung hat er sich vergangene Woche in der knappen Niederlage gegen die New Orleans Saints mit 243 Yards im vierten Viertel verdient, erzielte er allein im ersten Viertel 99 Yards - unter anderem mit zwei langen Pässen über 42 Yards auf Malik Nabers und 47 Yards zu Malachi Fields.

Vor allem mit Nabers harmoniert er in seinen ersten beiden Starts bereits sehr gut. Obwohl am Ende kein Touchdown-Pass in seiner Statistik aufscheint, soll dies seinen Beitrag zum Erfolg nicht schmälern.

Er brachte die Giants mit seinen Pässen in Position und das Laufspiel, sowie die perfekte Kombination mit Jameis Winston für die Tush Pushes, sorgten für die Punkte und damit auch den wichtigen Sieg, um weiterhin als einziges Team mit einer positiven Bilanz die NFC East anzuführen.

Am Ende stand eine Bilanz von 20/28 Pässen für 252 Yards bei 0 TDs, aber auch null Interceptions auf dem Papier.

Wenn er so weitermacht, dann wird er höchstwahrscheinlich zwar Jaxson Dart nicht verdrängen, sich aber sicherlich für eine Starting-Position bei einem anderen Team empfehlen und vielleicht hat er ja am Ende eine ähnliche Cinderella-Story wie andere vor ihm. Es wäre ja für einen QB, der bei den Vikings war, nicht unbedingt ungewöhnlich…


Patrick Mahomes (Quarterback, Kansas City Chiefs)

3:20-Niederlage gegen die Seattle Seahawks (19 von 33 Pässen, 165 Yards, 0 TDs, 1 INT)

by Fredix

Mahomes steht hier stellvertretend für die Offense der Chiefs, die weder über den Lauf noch durch die Luft in Fahrt kam.

Zugegeben, die Seahawks sind ein Gegner mit einer sehr guten Defense und Mahomes fehlten auch ein, zwei Anspielstationen. Aber insgesamt nur 213 Yards ist ein Negativrekord für die Chiefs in der Regular Season mit Mahomes als Quarterback.

Kein einziger Spielzug kam in die Redzone, das gab es mit Mahomes bislang auch noch nicht, kein Pass über 20 Yards und kein Lauf über 10 Yards gar mit Andy Reid als Head Coach der Chiefs auch noch nicht.

Auch Superstars wie Mahomes haben einmal einen schlechten Tag und dieses Spiel war eines der schlechtesten seiner Karriere, wie sie ihm - wenn überhaupt - nur sehr selten passieren.


Caleb Douglas (Wide Receiver, Miami Dolphins)

28:25-Sieg gegen die New York Jets (2 Receptions, 70 Receiving Yards, 2 Touchdowns)

by DM79

Ich habe mich diese Woche für einen meiner Dolphins entschieden, denn so oft wird man diese Saison nicht die Gelegenheit bekommen, etwas Positives über dieses Team schreiben zu können.

Caleb Douglas wurde im Draft an Position 75 genommen, er kam von Texas Tech und Matt Winston (damals der Dolphins Director of College Scouting) meinte schon damals, dass er die Athletik, Physis und den Speed hat, den sie sich bei einem Wide Receiver im neuen System wünschen.

Auch wenn er sicher in der Zukunft Leistungen wie die gegen die Jets noch weiter bestätigen muss, so zeigt es, dass es nicht unbedingt immer 1st-Round-Picks für gute Spieler benötigt (siehe da zum Beispiel auch Puka Nacua, der als 177th Overall gezogen wurde).

Bei seiner Rückkehr nach einer verletzungsbedingten Pause von drei Spielen fing er zwar nur zwei Pässe von Malik Willis, aber die hatten Relevanz. Der erste davon über sieben Yards sorgte für die 7:0-Führung für die Dolphins und damit seinen ersten Touchdown in seiner Rookie-Saison, aber noch wichtiger für die erste Führung, welche die Dolphins diese Saison (an Spieltag 7 !!) überhaupt hatten.

Als New York sich dann im Schlussviertel zu fangen schien, machte er aus einem kurzen Pass von Malik Willis einen 63-Yard-Touchdown-Run und blieb dabei akrobatisch innerhalb des Spielfelds.

Aus drei Targets und zwei Receptions muss man halt auch erst mal zwei Touchdowns erzielen und der zweite TD machte dann am Ende auch den Unterschied aus, denn diese Führung sollte bis zum Ende Bestand haben.

Es hätten auch andere Rookie-Wide-Receiver wie KC Concepcion (Browns) oder Omar Cooper Jr. (Jets) eine Empfehlung abgegeben, aber in einer schwachen Offense wie jener der Dolphins zählen solche Leitungen - noch dazu, wenn sie spielentscheidend sind - eben noch einmal mehr.


85,2

by Fredix

Die Defense der Minnesota Vikings von Brian Flores ist bekannt dafür, gegnerische Quarterbacks gerne zu blitzen, doch gegen die Indianapolis Colts wurde das auf ein neues Level gehoben: Bei 85,2% der Dropbacks wurde QB Daniel Jones geblitzt, so auch bei seiner Interception durch Harrison Smith, die das Spiel beendete.

Diese unfassbar hohe Blitzrate ist die höchste seit 2016, seit die Daten erfasst werden.

Der Erfolg gibt Flores und den Vikings jedenfalls recht, sie sind das einzige verbliebene noch ungeschlagene Team. Flores hat das Risiko, mehr Passrusher zu Lasten der Passverteidigung zu schicken, zu einer Kunstform erhoben und setzt gegnerische Quarterbacks konstant unter Druck, indem er es mit kreativen Blitz-Packages schafft, bei der gegnerischen Offense für Verwirrung zu sorgen, wer denn nun blitzt und wer nicht.


DM79:

Nuancen:

Im Spitzensport geht es meist um Nuancen, diese entscheiden, ob die Fans im Live-Chat bzw. der Artikel am nächsten Tag von einer Weltklasseleistung sprechen oder ob der Spieler verflucht wird, er als überschätzt gilt und man relativ rasch von einer Fehlbesetzung spricht.

Als Beispiel dafür möchte ich das Thursday Night Game der Patriots bei den Chicago Bears hernehmen (andere Beispiele wie Packers vs. Lions hätte es aber auch gegeben). Es war unter anderem der Showdown zwischen dem Number-1-Pick des 2024-Drafts Caleb Williams gegen den Number-3-Pick Drake Maye.

Wenn man die Statistiken der beiden vergleicht, dann spricht diese eher für Williams, da erstens die Bears am Ende gewonnen haben, aber auch da er keine Interception aufzuweisen hatte.

Legt man sie nebeneinander, muss man aber sagen, dass die 321 Yards von Maye, welche zu zwei Passing- und einem selbst erzielten Rushing-Touchdown geführt haben (Completion Rating von 77,4%), häufig dazu reichen würden, ein Spiel zu gewinnen - aber da war eben die Interception in der Endzone der Bears beim Stand von 7:13, als Maye zu Eli Raridon passen wollte, aber von Bears-Linebacker D’Marco Jackson interceptet wurde. Die Bears schlossen den darauffolgenden Drive über 70 Yards mit einem TD ab und bauten die Führung aus, anstatt in einen Rückstand zu geraten.

Aber noch viel augenscheinlicher wird es beim Blick auf die Bears und vor allem zwei ihrer Akteure. Caleb Williams brachte 22 von 33 Passversuchen (66,7 %) für 308 Yards und zwei geworfenen Touchdowns an, er erzielte keinen Rushing Touchdown, warf aber auch keine Interception.

Wenn wir uns aber mal das vierte Viertel ansehen, dann gab es zwei Drives, die ich herausheben möchte. Beim ersten gab es ein 3 &11 an der eigenen 13-Yard-Line. Christian Elliss kam an der 1-Yard-Line an Williams heran, konnte ihn aber nicht entscheidend fassen und Williams entkam nicht nur, er fand auch noch Rome Odunze für 21 Yards und hielt den Drive am Leben. Am Ende dieses Spielzugs stand ein 53-Yard-Field-Goal-Versuch von Kicker Santos, welcher nicht verwertet wurde (Doink) und im DAZN-Live-Chat zu Entlassungsforderungen führte.

Die Patriots gaben den Ball aber rasch wieder per Punt ab und die Bears führten einen fast identischen Drive inklusive 3&9 an der eigenen 10-Yard-Line zum Start bis in die Hälfte der Pats. Am Ende des Spielzugs sah es zunächst nach einem eher leichten Field Goal aus, bis Williams gesackt wurde. Das führte zu einem 58-Yard-Field-Goal-Versuch (Karriere Höchstwert für Santos), welchen dieser mittig verwertete und den Vorsprung auf 30:21 stellte.

Etwa 30 Minuten später bekam er einen von vier Matchbällen von Trainer Ben Johnson, hätte er nicht getroffen, wäre er von allen als Loser gesehen worden und hätten die Pats bei 27:21 ihren Drive mit einem TD abgeschlossen, wäre die Niederlage an Williams (wegen des Sacks) und vor allem Santos festgemacht worden. So haben diese Nuancen zum Matchgewinn geführt. Es ist sehr knapp an der absoluten Spitze.

Fredix:

Der Salary Cap:

Der Salary Cap soll dafür sorgen, dass die Liga ausgeglichener wird und nicht ein Team die Liga dominiert. Anders als man es z.B. aus dem europäischen Klubfussball kennt, soll sich nicht ein Ligakrösus ein Starensemble zusammenkaufen können. So weit, so bekannt und eine Gehaltsobergrenze gibt es auch in den anderen großen US-Sportligen mit Ausnahme der MLB und im Großen und Ganzen funktioniert das System ja auch, oder?

Nun, ja, aber: Es ist ein vielschichtiges Thema und genauso wichtig für die ausgeglichene Liga scheinen mir andere Aspekte wie z.B. der kurze Spielplan oder die Aufteilung der zentral vermarkteten Einnahmen in Kombination mit dem Cap zu sein.

Je weniger Spiele es in der Regular Season gibt, umso wichtiger ist der Ausgang jedes einzelnen. In nur einem Playoffspiel sind einzelne Spielzüge wichtiger als in einer Best-of-Serie und der Ausgang der Saison oder Playoffs wird schwieriger vorherzusagen. Auch sind gutes Management, Scouting und Spielerentwicklung wahrscheinlich wichtiger als eine Gehaltsobergrenze und unabhängig davon.

Was bewirkt der Salary Cap also? Er ist ein wichtiger Baustein, gemeinsam mit einem hohen Anteil an zentral vermarkteten Einnahmen der Liga. Letztere alleine würden kaum ausreichen. Der Cap schützt aber auch die Teams vor sich selbst und vor explodierenden Gehaltskosten, weil er verhindert, dass sie sich gegenseitig beliebig überbieten. Anders formuliert garantiert er den Teams also ihren Profit, unabhängig davon, wie erfolgreich oder erfolglos sie sind, denn die Aufteilung der Einnahmen ist etwa 50/50, heißt vereinfacht gesprochen: Jedes Team bzw. sein Eigentümer bekommt jedes Jahr genauso viel, wie alle Spieler des Teams zusammen.

Ein Blick über den Tellerrand und in die MLB unterstreicht diese Funktion eines Salary Caps: Dort sind die Unterschiede innerhalb der Liga zwar sehr groß und die Gehaltsliste korreliert stark mit dem sportlichen Erfolg, aber: Heuer stehen sich zwei Teams in der Finalserie gegenüber, die in der unteren Hälfte der Liga zu finden sind, was ihre Spielergehälter betrifft und beide waren schon im Grunddurchgang die besten Teams der Liga.

Ja, einerseits eine Ausnahme, andererseits: Das Collective Bargaining Agreement läuft aus und wenn es nach den Teams geht, soll ein Salary Cap kommen. Die Spielergewerkschaft ist, anders als man vielleicht vermuten könnte, dagegen und es scheint sogar ein Lockout möglich zu sein. Der Salary Cap ist also im Interesse der Teams und ihrer Eigentümer, nicht der Spieler.

Wäre mir eine Liga ohne Cap also lieber? Nein, vermutlich nicht, er hat schon seine Berechtigung. Ich beschäftige mich auch gerne mit dem Thema und mich hat in letzter Zeit fasziniert, dass es eben nicht nur einen Zweck oder eine Perspektive gibt und der Vergleich mit der MLB und den Positionen von Teams bzw. Liga und Spielern bzw. Spielergewerkschaften haben mir eine neue, bislang unbekannte Sicht auf das Thema eröffnet.


Jeder, der sich auch daran versuchen möchte, bei uns mitzschreiben, kann sich gerne unter info@userendzone.at melden. Sollte jemand bei unseren Fantasy-Games (Tipps und Survivor) mitmachen wollen, kann er sich dort auch gerne melden. Oder ihr habt eine Frage, auf die wir eingehen sollen sowie eine "Frage der Woche", dann zögert nicht und schreibt uns das, wenn wir hier nicht in den Kommentaren drauf eingehen können.


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