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Warum Lionel Messi mehr als der GOAT ist

Gracias por todo, Leo. Das Ende einer wunderbaren Reise ist gekommen.

Warum Lionel Messi mehr als der GOAT ist

Wir haben doch alle diesen einen Spieler, der unsere Liebe für den Sport entfacht hat.

Bei mir ist das ohne Frage der kleine Argentinier mit der Nummer 10. Ohne ihn würde ich vermutlich heute nicht das arbeiten, was ich arbeite und wahrscheinlich auch nicht seit fast 20 Jahren selbst Fußball spielen.

Immer wieder bin ich in den vergangenen Jahren für wichtige Spiele Argentiniens mitten in der Nacht aufgestanden und habe sie gemeinsam mit meinem Bruder verfolgt. Vom Copa-Finale 2016 bis hin zum WM-Auftakt gegen Algerien.

Die Spiele hatten Priorität vor Schule, Uni und manchmal auch Arbeit.

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Der Höhepunkt vor vier Jahren
Foto: ©GEPA

Er hat meine Kindheit und meine jungen Erwachsenenjahre geprägt wie kaum ein anderer. Doch auch in Argentinien hat er etwas geschafft, woran so viele scheitern: In politisch und gesellschaftlich schwierigen Zeiten hat er ein ganzes Land hinter sich vereint.

Fußball hat die enorme Kraft, Menschen zusammenzubringen – und Messi hat genau das geschafft. Er hat einem ganzen Land Momente geschenkt, in denen Unterschiede für einen Augenblick keine Rolle spielten und der gemeinsame Stolz überwog.

Messi auf jedem zweiten Trikot

Das zeigt sich auch auf den Straßen: Gefühlt jedes zweite Fußballtrikot trägt Messis Namen.

Auf dem Weg zum WM-Titel 2022 hat mich Messi mindestens zwei Jahre altern lassen. Ich bin in Sportsbars nervös auf und ab gelaufen und hätte mich beim Elfmeterschießen gegen die Niederlande am liebsten im Boden vergraben.

Umso größer war die Freude, als Messi am 18. Dezember 2022 endlich den WM-Pokal in den Himmel von Doha heben durfte. Ohne Zweifel der Höhepunkt seiner Karriere.

Nach all den Final-Niederlagen, der Kritik, den Tränen und den Aussagen, er sei niemals so groß wie Maradona, hat Messi endlich auch den letzten großen Titel gewonnen, der ihm in seiner Karriere noch gefehlt hat.

Und das in einem Alter, in dem nicht wenige Fußballer schon die Schuhe an den Nagel hängen. 2018, als Messi im Alter von 31 Jahren mit Argentinien im WM-Achtelfinale an Frankreich scheiterte, meinte ein englischer Kommentator: "Es war sicherlich sein letztes WM-Spiel. Bei der nächsten WM wäre er bereits 35 Jahre alt."

Doch der Kommentator irrte sich - und zwar gewaltig. Während seiner Blütezeit, wenn man das überhaupt so sagen kann, hat er auf Klubebene alles abgeräumt. Und danach - ab dem Jahr 2020 - gewann ein 32+ Jahre alter Messi dann alles, was es auf Nationalteam-Ebene zu gewinnen gibt.

Wie ein Bekloppter auf und ab

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Ganz Argentinien fieberte mit
Foto: ©IMAGO / Middle East Images

Auch bei dieser WM hat er einmal mehr gezeigt, was für ein überragender Spieler er ist. Niemals hätte ich gedacht, dass Argentinien erneut das Finale erreicht. Und wieder war jedes K.o.-Spiel so eng.

Kein Spiel konnte man in Ruhe schauen. Jedes Match bedeutete Mitfiebern auf höchstem Niveau. Das Kap-Verde-Spiel habe ich mir am Handy auf dem Heimweg vom Donauinselfest angeschaut, das Achtelfinale gegen Ägypten daheim. In meiner 60-Quadratmeter-Wohnung bin ich beim 2:2-Ausgleichstreffer wie ein Bekloppter auf und ab gerannt.

Für das Schweiz-Spiel musste ich auf meiner eigenen Geburtstagsfeier rechtzeitig nach Hause kommen, um Leo zu sehen. Ich habe es nicht bereut. Das Halbfinale verfolgte ich bei meinen Eltern auf dem viel zu teuren Beamer meines Vaters.

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Zweimal wurde Messi zum besten Spieler bei Fußball-Weltmeisterschaften gekürt
Foto: ©GEPA

Beim Finale war ich in Korsika im Urlaub und habe vor dem Spiel zu meinem Bruder gesagt: "Wir können eigentlich nur gewinnen." Die GOAT-Debatte war längst beendet und Spanien aufgrund meines Lieblingsteams Barcelona eine mehr als willkommene Alternative als Weltmeister.

Dennoch wollte ich, dass Argentinien gewinnt. Das ist nicht passiert – und das ist okay. Spanien ist ein mehr als verdienter neuer Weltmeister.

Es war ein wilder Ritt über all die Jahre. Ich bin froh, das alles miterlebt zu haben.

Teil der Reise ist das Ende. Und das ist jetzt gekommen.

Danke, Leo!

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