Nach Nazi-Vergleich: Real Madrid fordert Rücktritt von Liga-Boss
Der Klub verlangt den Rücktritt von Javier Tebas. Dieser wiederum wirft den Königlichen Nazi-Methoden vor.
Spaniens Liga-Boss Javier Tebas hat mit einem Nazi-Vergleich in der Schiedsrichter-Debatte um Real Madrid den Zorn des spanischen Rekordmeisters auf sich gezogen.
Real kritisiert Tebas scharf und fordert den Rücktritt des LaLiga-Präsidenten.
Man halte es für "unerträglich und äußerst schwerwiegend", dass ein Spitzenfunktionär "die Methoden des Klubs mit denen des NS-Regimes vergleicht, um den Verein, seine Führung und seinen Fernsehsender zu diskreditieren", heißt es von Real.
Streit zwischen Real und Tebas
"Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die NS-Ideologie bezieht, ändert nichts an dem zutiefst beleidigenden, moralisch verwerflichen und institutionell unwürdigen Charakter seiner Äußerungen", heißt es in der Stellungnahme der Königlichen weiter.
Tebas hatte zuvor öffentlich kritisiert, dass der vereinseigene Fernsehsender von Real regelmäßig Zusammenschnitte von Szenen zeigt, die er als gravierende Fehlentscheidungen der Unparteiischen einstuft.
Tebas verglich diese Taktik mit den Methoden von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister in der Zeit des Nationalsozialismus: "Systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindes und Unterordnung der Fakten an die Erzählung."
Real fordert sofortigen Rücktritt
Real konterte daraufhin. "Das wiederholte Verhalten von Javier Tebas zeugt von einem Mangel an Neutralität, Respekt und Unparteilichkeit, der mit seinen institutionellen Pflichten unvereinbar ist", ließ Real Madrid verlauten.
Aus Sicht des Klubs seien die Äußerungen und das Verhalten von Tebas nicht mit den Prinzipien des Respekts, der Neutralität und der Integrität von Sportinstitutionen vereinbar.
Daher fordert Real dessen "sofortigen Rücktritt" als Liga-Chef und auch als Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes.
Disput mit langer Geschichte
Real Madrid liegt seit Längerem im Streit mit dem spanischen Schiedsrichterwesen.
Der Klub um Präsident Florentino Perez kritisiert vermeintliche Benachteiligungen und nutzt Real Madrid TV, um strittige Entscheidungen öffentlich anzuprangern.
Außerdem hat der Verein bei der Europäischen Fußball-Union UEFA im Streit mit dem FC Barcelona um Zahlungen an einen Schiedsrichter-Funktionär eine Beschwerde eingelegt.