Hasenhüttl über PL-Zeit: "Da verliert keiner die Nerven“
Im Doppelpass spricht der Österreicher über die Unterschiede zwischen der Premier League und der Bundesliga.
Ralph Hasenhüttl stand von 2018 bis 2022 beim FC Southampton an der Seitenlinie und sammelte in dieser Zeit reichlich Erfahrung in der Premier League.
In der aktuellen Ausgabe des „Doppelpass“ spricht der Österreicher über die Unterschiede zwischen dem englischen Fußball und der deutschen Bundesliga.
Vor allem die Entscheidungsfreiheit sei auf der Insel deutlich größer gewesen: „In der deutschen Bundesliga sind wir für alles verantwortlich, entscheiden aber nicht über alles. In der Premier League war es zumindest bei mir so, war ich auch für alles verantwortlich, aber hab auch alles entschieden. Das macht die Sache zum Arbeiten wesentlich einfacher.“
Hasenhüttl zitiert Arsene Wenger
Dabei habe sich sein Einfluss keineswegs nur auf sportliche Angelegenheiten beschränkt. „Vom Auswärtstrikot bis zum Bus, mit dem wir fahren. Du bist natürlich viel mehr gefordert, aber es macht auch total Spaß, gestalten zu können.“
Passend dazu erinnert Hasenhüttl an eine Aussage einer Trainer-Legende: „Arsene Wenger hat gesagt, bis Donnerstag bin ich Manager und ab Freitag bin ich Trainer. Da ist schon was dran.“
Auch bei Transferentscheidungen reden die Trainer deutlich stärker mit. In Deutschland liegt die Verantwortung für die Transferpolitik hingegen meist bei den Geschäftsführern und Sportdirektoren.
Allerdings sei die Machtverteilung auch in England nicht bei jedem Verein gleich. Bei Brighton & Hove Albion, dem Klub von Trainer Fabian Hürzeler, gebe es beispielsweise einen Besitzer, der viele Entscheidungen selbst treffen möchte.
"Da verliert keiner die Nerven“
Auch im Umgang mit sportlich schwierigen Phasen erkennt Hasenhüttl Unterschiede.
„In England war es jahrelang so, dass die Top-Sechs vergeben sind und alle anderen waren mehr oder weniger schon dankbar, wenn man in der Liga geblieben ist.“
Dadurch sei die Erwartungshaltung bei vielen Klubs eine andere: „Es kann schon mal sein, dass du in Liverpool spielst, dann daheim gegen Manchester City und dann noch gegen Arsenal. Dann hast du null Punkte nach drei Spiele und da verliert keiner die Nerven.“
Die Arbeit in der Premier League beschreibt Hasenhüttl insgesamt als besonders intensiv: „Man darf ja nicht vergessen, dass die Premier League im Winter keine Pause hat. Das heißt, du bist von November bis März nur am arbeiten. Dann kommt noch ein Transferfenster im Jänner hinzu und dann weißt du nicht, wie die 24 Stunden am Tag reichen sollen.“