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Läuft Austria Matchwinner Nnodim bald für Österreich auf?

Daniel Nnodim avanciert mit seinem Premieren-Tor gegen Hartberg zum Matchwinner und steht auch abseits des Platzes vor einer wichtigen Entscheidung.

Läuft Austria Matchwinner Nnodim bald für Österreich auf? Foto: © GEPA

Die Erleichterung bei der Wiener Austria ist groß.

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt und dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte vor Augen feiern die Veilchen am 3. Spieltag mit einem 2:0 beim TSV Hartberg ihren ersten Bundesliga-Sieg der Saison 2026/27 (zum Spielbericht >>>).

Damit gibt die Austria die rote Laterne an die Oststeirer ab und klettert auf Rang neun. Für Trainer Stephan Helm war vor allem die Art und Weise des Sieges wichtig.

"Das Wichtigste ist, dass wir die Bereitschaft haben, gegenseitig unsere Fehler auszubessern, dass wir im Strafraum die Bälle weggrätschen und, dass wir wieder zu null gespielt haben", erklärt Helm nach der Partie im "Sky"-Interview.

"Wir machen das Beste daraus"

Dabei war die Ausgangslage für die Veilchen alles andere als einfach. Erst vor drei Tagen musste die Austria im Conference-League-Rückspiel gegen Beitar Jerusalem über 120 Minuten gehen, ehe man sich im Elfmeterschießen durchsetzte. Aus Gründen der Belastungssteuerung rotierte Helm in Hartberg kräftig – und brachte sieben neue Spieler von Beginn an.

"Es ist einfach eine Challenge, wenn du vor drei Tagen so ein emotionales Hoch hast und dann die Spannung wieder aufbauen musst", sagt der Austria-Coach.

Dass die Mannschaft trotz der hohen Belastung eine geschlossene Vorstellung ablieferte, freut Helm besonders. "Ich habe eine Mannschaft gesehen, die sehr geschlossen aufgetreten ist. Es ist aber auch so, dass man anerkennen muss, dass wir permanent in unterschiedlichen Konstellationen spielen."

Nnodim sorgt für Premieren-Tor

Einer, der trotz der Strapazen erneut von Beginn an auf dem Platz stand, war Daniel Nnodim. Der 18-Jährige hatte bereits gegen Beitar Jerusalem 105 Minuten absolviert und durfte auch in Hartberg von Anfang an ran.

"Ja, schon ein bisschen", gibt Nnodim auf die Frage zu, ob er von seinem Einsatz überrascht gewesen sei. "Vor allem nach so einem intensiven Spiel, wo ich 105 Minuten gespielt habe. Ich weiß nicht, ob das jeder kann. Ich habe versucht, mein Bestes zu geben."

Das zahlte sich aus: Nnodim erzielte in der 33. Minute mit einem sehenswerten Schuss sein erstes Bundesliga-Tor und brachte die Austria damit auf die Siegerstraße.

Dabei hatte er nach eigener Aussage zunächst gar kein gutes Gefühl beim Abschluss. "Ehrlich gesagt dachte ich, dass ich ihn schlecht getroffen habe und dass er irgendwo hingeht." Stattdessen schlug der Ball sehenswert im rechten Eck ein.

"Das war ein super Gefühl", sagt Nnodim über seinen Premieren-Treffer.

Auch Helm zeigt sich vom Youngster angetan. "Der Daniel ist einer, der von Tag 1 an versucht hat, das, was man ihm sagt, sofort umzusetzen. Er hat es heute sehr gut gemacht und hat der Mannschaft mit seinem Tor sehr viel helfen können."

Nnodim vor Entscheidung zwischen Österreich und Deutschland

Nnodim könnte für die Austria in den kommenden Jahren noch eine wichtige Rolle spielen. Sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus, die Gespräche über eine Verlängerung laufen bereits.

"Ich würde schon sagen, dass die Verhandlungen gut laufen. Also ja, es gibt Gespräche", verrät der 18-Jährige. Bei einem passenden Angebot kann er sich einen Verbleib in Wien gut vorstellen: "Wenn das Angebot passt, dann bleibe ich natürlich."

Noch spannender ist allerdings eine andere Personalentscheidung. Nnodim ist in Wien geboren und wurde in Österreich ausgebildet, besitzt aufgrund seiner Eltern aktuell aber ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Damit könnte er sich entscheiden, ob er künftig für Österreich oder Deutschland aufläuft.

Eine Entscheidung steht offenbar unmittelbar bevor.

"Ich spiele ja eigentlich schon seit meiner Geburt hier in Österreich. Ich muss das halt genau mit meinen Eltern besprechen und mit meinem Berater und dann entscheide ich mich in den nächsten paar Tagen", kündigt Nnodim an.

"Zwei Bonus-Spiele" gegen Braga

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt der Austria allerdings nicht. Bereits am kommenden Donnerstag wartet mit dem SC Braga ein internationaler Hochkaräter. Die Portugiesen erreichten in der vergangenen Saison das Halbfinale der Europa League.

Helm sieht die beiden Play-off-Spiele dennoch als Chance: "Ich denke, dass wir uns da zwei richtige Bonus-Spiele erarbeitet haben, wo wir jetzt natürlich auch das Beste herausholen wollen."

Zunächst genießt der Austria-Coach aber den ersten Bundesliga-Sieg. "Jetzt in dem Moment bin ich einmal sehr froh, dass wir in der Bundesliga anschreiben konnten."

Die nächste Herausforderung wartet schließlich schon am Donnerstag in Braga. Eine Woche später steigt das Rückspiel in Wien – mit dem großen Ziel, sich erstmals seit der Saison 2022/23 wieder für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.

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