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Wiener Klubs interessieren sich für U21-Teamspieler

"Er hat eine große Zukunft vor sich", ist sich Altach-Trainer Standfest sicher. Dennoch hat Paul Koller ein wenig gebraucht, um im Profi-Fußball anzukommen.

Wiener Klubs interessieren sich für U21-Teamspieler Foto: © GEPA

Manchmal dauert es eben ein bisschen länger.

Dabei war schon lange klar, dass es sich bei Paul Koller um ein großes Talent handelt. Immerhin hat er mit 17 Jahren in der Regionalliga Ost für die Amateure der Admira debütiert.

Doch eine ernsthafte Chance bei den Profis der Südstädter bekam der Steirer nie. Das 1:1 gegen Altach am letzten Spieltag 2020/21 sollte sein erstes und letztes Bundesliga-Spiel für die Admira bleiben.

Chance beim GAK

Zum Jahresbeginn 2022 schlug der GAK zu, im April etablierte er sich in der ADMIRAL 2. Liga als Stammkraft bei den "Rotjacken" und blieb das auch, wenngleich ihn im Frühjahr 2023 eine Sprunggelenksverletzung zwei Monate lang außer Gefecht setzte. Der Durchbruch im Profi-Fußball war geschafft.

Auch mit dem SCR Altach hat es ein bisschen länger gedauert. Den Erstkontakt stellte im Frühjahr 2023 noch Georg Festetics her, als der Sportdirektor gehen musste, drohte der fast fixierte Wechsel ins Ländle zu platzen, doch dann machte Nachfolger Roland Kirchler doch noch Nägel mit Köpfen.

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Es hat sich ausgezahlt. Koller ist unumstrittener Stammspieler bei den Altachern, stand ab der dritten Runde jedes Mal in der Startelf.

"Ich kann sehr zufrieden sein, spiele eine solide Saison, spiele fast jedes Spiel, habe zwei Scorerpunkte gemacht. Viel mehr kann man sich in der ersten Bundesliga-Saison nicht erwarten", klopft sich der 22-Jährige verbal selbst auf die Schulter.

Tatsächlich sind U21-Spieler als Dauerbrenner in der Bundesliga rar gesät. Außer Koller gibt es nur noch Hartbergs Schotten Ibane Bowat und die drei Rapidler Leopold Querfeld, Christoph Lang und Nikolas Sattlberger, die als Feldspieler über 2.000 Spielminuten in den Beinen haben.

"Diese Fehler musst du akzeptieren"

Dass die Leistungen des Abwehrspielers mitunter aber noch ein wenig schwanken, ist auch seinem Trainer Joachim Standfest bewusst: "Wir haben den Weg so eingeschlagen, dass wir junge Spieler zu uns holen und ihnen Spielzeit geben, auch wenn sie mal Fehler machen. Diese Fehler musst du akzeptieren."

Foto: © GEPA

"Man muss auch sagen, dass es gut ist, dass er Fehler macht, sonst wird er nicht besser. Wenn du immer gut spielst und dann immer dem Trainer zuhören musst, was du besser machen musst, ist das bei einem 21-Jährigen schwierig, dass er dir das glaubt. Du kannst nur durch Fehler besser werden", sagt der Coach.

Grundsätzlich attestiert er seinem Schützling einen "Riesenschritt nach vorne". "Er hat ein extremes Potenzial, das hat er beim GAK schon bewiesen. Er hat aber noch viel zu tun, um ein richtig guter Verteidiger zu werden. Wir vertrauen ihm. Er hat eine große Zukunft vor sich", sagt Standfest.

Kann, aber muss nicht

Das ist der Konkurrenz freilich nicht verborgen geblieben. Unter anderem sollen sich der FK Austria Wien und der SK Rapid mit einer möglichen Verpflichtung des zehnfachen U21-Teamspielers beschäftigen.

Koller grinst: "Ich kenne Wien natürlich, mir gefällt es aber in Altach auch sehr gut. Nach einem Jahr muss es noch nicht zu Ende sein."

Abgeneigt ist er dem nächsten Karriereschritt aber nicht: "Ich stehe dem Ganzen offen gegenüber, hatte persönlich aber noch zu niemandem Kontakt. Mal schauen."

"Ein junger Österreicher, der Innenverteidiger und Linksfuß ist..."

Auf einen möglichen Wechsel des Youngster angesprochen, sagt Standfest: "Wir wissen nicht, was passiert. Ich kann mir schon vorstellen, dass er Interessenten hat. Ein junger Österreicher, der Innenverteidiger und Linksfuß ist – die kannst du in ganz Europa an einer Hand abzählen."

"Wir geben jungen Spielern eine Plattform, wenn sie dann den nächsten Schritt machen können, sind wir die Letzten, die ihnen das verwehren. Ich hoffe aber natürlich, dass er da bleibt", sagt der Altach-Trainer.

Kollers Vertrag in Vorarlberg läuft noch bis Sommer 2026.

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