Olympische Spiele 2018: Der große Check

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Seit dem Wochenende ist die Wintersport-Saison 2016/17 endgültig beendet.

Zeit, schon jetzt einen Blick nach vorne zu wagen. In der kommenden Saison dreht sich nämlich alles um die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang.

Von 9. bis 25. Februar kämpfen die besten Wintersport-Athleten in Südkorea um die begehrten Medaillen. Knapp ein Jahr vor den Spielen stellt sich die Frage: Wie stehen Österreichs Medaillen-Chancen in den einzelnen Sportarten?

Die Antwort liefert der große LAOLA1-Olympia-Check:

BIATHLON

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Die ÖSV-Biathleten liefen sich in dieser Saison mehrfach in die Mitfavoriten-Rolle für Olympia 2018. Julian Eberhard zeigte mit Rang sechs im Gesamtweltcup und zwei Weltcup-Siegen auf. Besonders in Erinnerung blieb der überlegene Sprint-Erfolg in Pyeongchang, wo er mit 40 Sekunden Vorsprung gewann. Auch Simon Eder konnte genau beim Saisonhöhepunkt seine Leistung abrufen und sich so WM-Bronze im Massenstart sichern. An der Seite von Lisa Hauser sorgte er in Oslo zudem für den ersten österreichischen Erfolg in einer Single-Mixed-Staffel – ein Bewerb, der 2018 noch nicht im Olympia-Programm ist. Dominik Landertinger, der Olympia-Silberne im Sprint von 2014, zeigte angesichts der Bandscheiben-OP in der Vorbereitung eine solide Saison und darf im kommenden Winter nicht außer Acht gelassen werden. In der Staffel liefen die Österreicher, die in Hochfilzen WM-Bronze holten, in Pyeongchang auf Rang 2 – ein Zeichen, dass sich die ÖSV-Herren auf den Olympia-Loipen wohl fühlen. Bei den Damen konnte nur Lisa Hauser konstant an der Weltspitze mitmischen, trotz einer kurzen Schwächephase lieferte sie die beste Saison ihrer Karriere ab. Entwickelt sich die 23-Jährige derart gut weiter, zählt sie in Pyeongchang zum Kreis der Mitfavoritinnen.

Prognose: 1x Silber, 2x Bronze

BOB

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Über ein Vierteljahrhundert ist es bereits her, als Österreich über die letzte Olympiamedaille im Bobsport jubeln durfte. 1992 kürten sich Ingo Appelt, Harald Winkler, Gerhard Haidacher und Thomas Schroll im Viererbob zu den Olympiasiegern. Über 25 Jahre später kann man mit einer Wiederholung des Triumphs in Pyeongchang nicht rechnen – eine Medaille scheint aber nicht utopisch. Christina Hengster gehört mit Sanne Dekker bzw. Desire Onasanya im Zweierbob der Frauen nämlich zu den Mitfavoritinnen. Zwei Podestplätze fuhr sie in der abgelaufenen Saison ein, Platz vier in der Weltcup-Gesamtwertung ist die Folge. Bei den Herren hat Benjamin Maier im Zweierbob (mit Markus Sammer) und im Viererbob (mit Sammer, Stefan Laussegger, Danut Moldovan) Außenseiter-Chancen und könnte in Südkorea überraschen.

Prognose: 1x Bronze

CURLING

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Noch nie konnte Österreich eine Olympiamedaille im Curling gewinnen – das wird auch so bleiben. Denn für 2018 haben sich weder Frauen noch Herren für die Olympischen Bewerbe qualifiziert.

Prognose: Keine Medaille

EISHOCKEY

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Mit einem Sieg gegen Norwegen gelang Österreichs Eishockey-Herren 2014 der Einzug ins Achtelfinale. Dort unterlag man jedoch Slowenien sang- und klanglos 0:4. Später wurde bekannt, dass einige Cracks vor dem Spiel die Nacht zum Tag machten. Ein peinliches Fiasko für alle Beteiligten. 2018 kann dies nicht passieren, schließlich wurde die Qualifikation nicht geschafft. Auch die Damen scheiterten bereits in der Quali.

Prognose: Keine Medaille

VIDEO - Faszination Mausefalle:
(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)

EISKUNSTLAUF

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Dabei sein ist alles. Das Olympische Motto trifft auf Österreichs Eiskunstläufer/innen zu. Im Paarlauf kämpfen Miriam Ziegler/Severin Kiefer um das Olympia-Ticket, im Einzel Kerstin Frank. Vergeben werden die Olympia-Plätze bei der anstehenden WM in Helsinki (29.3. bis 2.4.), das Erreichen der Kür würde einen Startplatz in Pyeongchang bedeuten. Um die Medaillen werden Österreichs Athleten aber nicht mitreden können.

Prognose: Keine Medaille

EISSCHNELLAUF

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Noch vor einem Jahr sah es so aus, als dürfte sich Österreich dank Vanessa Bittner Hoffnungen auf eine Eisschnelllauf-Medaille machen. Inzwischen trägt die 21-Jährige nach der Hochzeit mit Manager Thomas Herzog einen neuen Nachnamen. Die Medaillenhoffnungen sind wie der Mädchenname verschwunden. Denn auf das private Hoch folgte das sportliche Tief. In der abgelaufenen Saison lief es für die Tirolerin alles andere als nach Wunsch, nur vereinzelt konnte sie überhaupt in die Top 10 laufen. Sollte im Sommer nicht die erneute Kehrtwende gelingen, kommt Pyeongchang für die ehemalige Juniorenweltmeisterin noch zu früh.

Prognose: Keine Medaille

FREESTYLE-SKIING

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Österreich musste in dieser Saison erneut den Ausfall von Skicross-Weltmeisterin Andrea Limbacher verkraften. Nach ihrem Kreuzbandriss im Jänner bestreitet sie ausgerechnet im Olympia-Winter ihre Comeback-Saison, womit die Erwartungen gedämpft sind. Katrin Ofner schaffte es in dieser Saison nur ein Mal aufs Podest, im Gesamtweltcup belegte sie Rang 7. Christoph Wahrstötter gelang mit einem 2. Platz als einzigem der Sprung aufs Podium. Auch der WM-Fünfte schloss den Gesamtweltcup auf Platz 7 ab. Um mit der absoluten Weltspitze mitzuhalten, reicht es bei den beiden nicht ganz. Auch die anderen ÖSV-Skicrosser sind bis dato zu unkonstant unterwegs und werden in Pyeongchang wohl nur Außenseiter-Rollen einnehmen. Bei den Ski-Freestylern bietet sich ein ähnliches Bild, wobei die erst 16-jährige Tirolerin Lara Wolf mit Rang 7 bei ihrem WM-Debüt eine Talentprobe ablegte.

Prognose: Keine Medaille

NORDISCHE KOMBINATION

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Die größten Medaillen-Chancen haben Österreichs Nordische Kombinierer mit Sicherheit in der Staffel. Vom Bronze-Quartett von Sotchi 2014 sind zwar nur mehr Bernhard Gruber und Lukas Klapfer aktiv, dass Österreich auch mit einem verjüngten Team mehr als nur mitmischen kann, bewies zuletzt die Bronze-Medaille bei der WM in Lahti. Vor allem Mario Seidl hat in diesem Winter einen großen Schritt gemacht und wichtige Erfahrungen gesammelt. Setzt sich dieser Trend im kommenden Winter fort, ist er 2018 wohl Österreichs größte Medaillen-Hoffnung. Aber auch die Routiniers Bernhard Gruber und Willi Denifl sind nicht außer Acht zu lassen, wie sie in diesem Winter bereits bewiesen haben. Die Youngsters rund um Paul Gerstgraser, Philipp Orter, David Pommer oder Franz-Josef Rehrl zeigten im vergangenen Winter vereinzelt durch sehr gute Leistungen auf und lassen für die Zukunft hoffen. Von ihnen darf man bei Olympia 2018 (noch) keine Spitzenplätze erwarten, möglich sind sie aber allemal.

Prognose: 2x Bronze

RENNRODELN

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Seit 1992 setzte es dank einigen Ausnahmetalenten wie Markus Prock, den Neuner-Schwestern Doris und Angelika oder Wolfang und Andreas Linger stets rot-weiß-rote Olympiamedaillen im Rodeln. Diese Serie könnte sich auch in knapp einem Jahr fortsetzen. Wolfgang Kindl zählt bei den Herren-Bewerben zu den Favoriten, Birgit Platzer ist bei den Damen eine Außenseiterin mit Potenzial. Zudem hat auch der Herren-Doppelsitzer Peter Penz/Georg Fischler Medaillen-Chancen. In der Teamstaffel sind die rot-weiß-roten Athleten ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Prognose: 2x Silber

SHORTTRACK

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Nach dem Rücktritt von Aushängeschild Veronika Windisch wurde es im Shorttrack ruhig. Mit der 19-jährigen Melanie Brantner sowie den beiden Andermann-Brüdern Nicolas und Dominic scheinen zwar junge Athleten mit Potenzial nachzustoßen, die Olympischen Spiele im Februar 2018 kommen für sie aber wohl noch zu früh.

Prognose: Keine Medaille

SKI ALPIN

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Hohe Erwartungen werden in Österreich in die Alpinen gesetzt. Kein Wunder, steht mit Marcel Hirscher doch ein Athlet im Kader, der alleine schon ein Garant für zumindest zwei bis drei Medaillen ist. Bei den Herren sind zudem zahlreiche weitere Läufer wie Hannes Reichelt, Max Franz, Matthias Mayer, Vincent Kriechmayr, Michael Matt, Manuel Feller oder Philipp Schörghofer für Edelmetall gut. Bei den Damen sieht die Situation etwas anders aus. Viel wird davon abhängen, wie die Aushängeschilder Eva-Maria Brem, Cornelia Hütter und Anna Veith nach ihren Verletzungen zurückkommen. Doch nicht zuletzt bei der WM in St. Moritz hat man gesehen, dass andere ÖSV-Girls wie Nicole Schmidhofer oder Stephanie Venier in die Bresche springen können. Bei der WM holte Österreich wie bei den letzten Olympischen Spielen 2014 in Sotschi drei Mal Gold, vier Mal Silber und zwei Mal Bronze. Eine ähnliche Ausbeute wäre der Idealfall.

Prognose: 3x Gold, 3x Silber, 2x Bronze

SKELETON

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Mit Janine Flock verfügt das rot-weiß-rote Skeleton-Team über eine heiße Medaillenanwärterin. Die 27-jährige Tirolerin feierte in der abgelaufenen Saison einen Weltcupsieg, holte zudem drei weitere Podestplätze und belegte in der Endwertung Rang vier. Bei den Herren ist Matthias Guggenberger der aussichtsreichste Kandidat auf einen Olympia-Startplatz, ein Medaillengewinn des Innsbruckers wäre aber eine Sensation. Er ist im Weltcup zwischen Platz 10 und 20 einzuordnen.

Prognose: 1x Bronze

SKILANGLAUF

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Die ÖSV-Langläufer haben abgesehen von Teresa Stadlober eine bescheidene Saison hinter sich – ebenso sind die Aussichten auf die Spiele im Zeichen der fünf Ringe. Bernhard Tritscher, Dominik Baldau, Max Hauke und Luis Stadlober schafften es im Gesamtweltcup allesamt nicht in die Top 100. Der 28-jährige Tritscher war der einzige, der im Weltcup überhaupt einen Platz unter den Top 20 verbuchen konnte. Besser machte es Teresa Stadlober: Die 24-Jährige belegte bei der Tour de Ski den starken neunten Platz, im Gesamtweltcup landete sie auf dem 12. Rang. Bei der WM zeigte Stadlober mit den Rängen 6 im Skiathlon und 8 im Massenstart auf. Kann sie in der kommenden Saison einen weiteren Schritt nach vorne machen, könnte sie am Podest anklopfen. Die internationale Konkurrenz ist allerdings mächtig.

Prognose: Keine Medaille

SKISPRINGEN

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Vierschanzentournee-Sieger, Doppel-Weltmeister, Gesamtweltcup-Triumphator – Stefan Kraft fehlt eigentlich „nur“ noch Olympia-Gold. In Pyeongchang ist der Salzburger nach dieser phänomenalen Saison inklusive Skiflug-Weltrekord der Top-Favorit. Bei der Generalprobe im Februar bewies er mit den Rängen 1 und 2 zudem, dass ihm die Olympia-Bakken liegen. Neben Kraft muss man aus dem ÖSV-Lager auch Michael Hayböck auf der Rechnung haben, obwohl er im abgelaufenen Winter ein Auf und Ab erlebte. Angeführt von Kraft und Hayböck zählen die ÖSV-Springer im Teambewerb wie immer bei Großereignissen zu den Mitfavoriten. 2014 in Sotchi sprang das rot-weiß-rote Quartett zu Silber, in Lahti glänzte die WM-Medaille in Bronze. Zum erst zweiten Mal sind die Damen 2018 bei Olympischen Spielen dabei. Die Silbermedaillen-Gewinnerin von 2014, Daniela Iraschko-Stolz, hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Sollte sie von neuerlichen Verletzungen verschont bleiben, ist ihr aber genauso wie Jacqueline Seifriedsberger oder Chiara Hölzl eine Medaille zuzutrauen.

Prognose: 1x Gold, 1x Silber, 2x Bronze

SNOWBOARD

Bei Olympia 2018 steht erstmals der Big-Air-Bewerb im Programm. Anna Gasser dominierte die Saison 2016/17 und ist als amtierende Weltmeisterin heißeste Gold-Anwärterin 2018. Nicht mehr im olympischen Programm ist 2018 dagegen der Parallel-Slalom. 2014 gab es für die ÖSV-Boarder in dieser Disziplin noch Bronze durch Benjamin Karl und Gold durch Julia Dujmovits. Was zusätzlich schmerzt: In dieser Saison sicherte sich Daniela Ulbing im Parallel-Slalom den Gesamtsieg im Weltcup und kürte sich zudem zur Weltmeisterin. Bei den Herren kommt der aktuelle Weltmeister mit Andreas Prommegger ebenfalls aus Österreich. Aber auch im Parallel-Riesentorlauf holte der Gesamtweltcupsieger Gold, womit er bei Olympia zu den Favoriten zählt. Insgesamt hat der ÖSV mit Gasser, Ulbing, Dujmovits, Meschik, Prommegger und Karl sowie den Snowboard-Crossern Alessandro Hämmerle (Gesamtweltcup-Dritter) und Markus Schairer einige heiße Eisen für 2018 im Feuer.

Prognose: 1x Gold, 1x Silber, 1x Bronze

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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