Die Skepsis bleibt

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ÖSV-Adler erleichtert, doch die Skepsis bleibt

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Bis Weihnachten dauert es zwar noch ein paar Tage, erste Geschenke gab's am vergangenen Wochenende trotzdem.

Im Lager der ÖSV-Skispringer gab es frühzeitig Beschwerung, so räumten nicht nur die Damen in Nizhny Tagil ab, sondern hatten auch die Herren endlich Grund zur Freude.

Dagegen ging bei den Langläufern in Davos eine beeindruckende Siegesserie zu Ende. Die Erkenntnisse aus dem Lager der Nordischen:

#1 Das Warten hat ein Ende

Endlich ist er da, der erste Einzel-Podestplatz für Österreichs Skispringer in dieser Saison. Bis zum fünften Bewerb mussten die rot-weiß-roten Adler warten, ehe Michael Hayböck die Nation erlöste - die längste Durststrecke seit 2005/06. "Es war phänomenal, was Michi geleistet hat", war Cheftrainer Heinz Kuttin erleichtert. Der Oberösterreicher behielt in einem schwierigen Wettkampf im russischen Nizhny Tagil mit ständig wechselnden Windbedingungen die Nerven und sprang auf Rang zwei hinter Peter Prevc (SLO). Damit nahm er vorerst einmal viel Druck vom Team, Optimismus in Blickrichtung Vierschanzen-Tournee will ob der übrigen Leistungen der Österreicher dennoch keiner aufkommen. Tags zuvor bewahrte Manuel Fettner (9.) unsere Adler vor einem Debakel, Stefan Kraft (22.), Hayböck (28.) und Manuel Poppinger (32.) enttäuschten. Der Vierschanzentournee-Sieger von 2014/15 sprang auch am Sonntag (27.) hinterher, hatte allerdings Pech mit dem Wind. Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler waren erst gar nicht nach Russland gereist.

 

#2 Totgesagte leben länger

Besser als die Herren schlugen sich Österreichs Skisprung-Damen im Ural. Daniela Iraschko-Stolz sprang im ersten Bewerb am Samstag mit Schanzenrekord von Halbzeitrang zwei zum Sieg. Für die Steirerin war es ihr elfter Weltcupsieg, dabei stand sogar ein Startverzicht im Raum. „In der Früh habe ich mich ganz schlecht gefühlt, da war ich tot, wollte eigentlich gar nicht springen“, verriet Iraschko-Stolz nach ihrem Erfolg. Platz drei schnappte sich Eva Pinkelnig. Die 27-Jährige, die erst vor drei Jahren mit dem Skispringen begann, machte im zweiten Durchgang ganze zehn Plätze gut und sprang zu ihrem besten Karriere-Resultat. Am Sonntag setzte Chiara Hölzl mit Rang drei, ihrem zweiten Podestplatz im Weltcup, den Schlusspunkt. Für das Team von Cheftrainer Andreas Felder war Russland definitiv eine Reise wert.

 

#3 Die Wikinger sind los 

Am Samstag sechs Mann in den Top-12, am Sonntag fünf in den Top-11. Sieben Einzelpodestplätze durch fünf verschiedene Athleten - die Mannschaft der Stunde kommt im Springer-Zirkus ganz klar aus Norwegen. Trainer Alexander Stöckl hat in den letzten Jahren ein derart schlagkräftiges Team auf die Beine gestellt, dass es langsam Dimensionen annimmt, die man nur von den ÖSV-Super-Adlern der vergangenen Jahre kennt. In bislang jedem Einzelbewerb dieser Saison stellten die Wikinger die beste Mannschaft bzw. sammelten die meisten Punkte. Von Daniel Andre Tande über Joachim Hauer bis Andreas Stjernen - die Norweger befinden sich in beneidenswerter Form und blicken der Vierschanzentournee optimistisch entgegen.

Therese Johaug gibt nicht in der Loipe eine gute Figur ab. Die Bilder der Norwegerin: Bild 1 von 35
Johaug gilt in Norwegen als absoluter Superstar, vergleichbar mit Anna Fenninger hierzulande. Bild 2 von 35
Sie hat in ihrer Karriere bereits alles gewonnen: Gesamtweltcup und Tour de Ski, Gold bei WMs und Olympia. Bild 3 von 35
Kein Wunder, dass die Blondineeine begehrte Werbepartnerin ist und viele Fotoshootings zu absolvieren hat. Bild 4 von 35
Die besten Bilder von Therese Johaug: Bild 5 von 35
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#4 Die Norweger-Festspiele sind beendet

Wir bleiben bei den Wikingern, wechseln aber zum Langlauf: Wenn es einmal so weit kommt, dass eine Nation in einem Staffelrennen Erster, Zweiter und Dritter wird, sagt das schon viel über eine Sportart aus. Die norwegischen Langläufer haben dieses Kunststück zuletzt in Lillehammer vollbracht und reisten - wie auch ihre weiblichen Kolleginnen - unbezwungen nach Davos. Am Samstag (30 km Freistil Herren, 15 km Freistil Damen) folgte eine weitere Machtdemonstration, die im Falle der Ladies den Beinamen "Fünffachsieg" bekam. Umso erlösender erscheinen die sonntägigen Sprints. Zwar waren den Wikingern erneut immerhin drei Podestplätze vergönnt, doch die Siege gingen - "endlich", werden sich sämtliche Nationen denken - an andere. Stina Nilsson (SWE) und Federico Pellegrino (ITA) sorgten dafür, dass der Weltcup seine Bezeichnung auch wieder verdient und nicht in "Offene norwegische Meisterschaften" umbenannt werden muss.

 

#5 Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

In der heimischen Medienlandschaft wird fast ausschließlich über große Siege oder fürchterliche Niederlagen berichtet. Das meiste spielt sich jedoch dazwischen ab und findet wenig Beachtung. Das wollen wir an dieser Stelle ändern und uns dem heimischen Langlauf widmen. Bernhard Tritscher hat über 30 Kilometer Freistil als 27. seine ersten Weltcup-Punkte in dieser Saison ergattert. Tags darauf machte es ihm Dominik Baldauf im Sprint nach, er landete auf Position 28. Beachtlich auch die Leistung von Debütant Luis Stadlober (Bruder von Teresa, Sohnemann von Alois), der sich auf Rang 46 im Klassement wiederfand. Die Schritte, die unser Langlauf-Team macht, sind derzeit sehr klein, doch langsam geht es wieder vorwärts.


Christoph Nister / Daniela Kulovits

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