Shiffrin nach Super-G-Gold: "Das ist verrückt!"

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Crazy!

Mikaela Shiffin findet nach ihrem Triumph im WM-Super-G kaum andere Worte. "Es ist verrückt. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Einfach verrückt", kann die 23-Jährige ihren Erfolg kaum glauben. "Das fühlt sich wie ein Traum an."

Insgeheim geträumt hat Technik-Dominatorin Shiffrin von einer Medaille im Speed-Bereich bestimmt, aber dass es bereits in Aare klappt und dann auch gleich mit Gold, hat sie nicht erwartet.

"Ich habe das wirklich nicht erwartet. Das ist wirklich verrückt, nur zwei Hundertstel vor der Zweiten, fünf vor der Dritten und sieben vor der Vierten", sagt Shiffrin nach dem knappen Rennen.

Zwar kann man einen WM-Sieg - selbst von Shiffrin - nie erwarten, ganz unerwartet kommt er dennoch nicht. Die US-Amerikanerin hat in der bisherigen Weltcup-Saison alle drei Super-G, bei denen sie am Start war, gewonnen.

"Wichtig ist, ich habe nun Gold"

"Wichtig ist, ich habe nun eine Goldmedaille", ist Shiffrin auch eine gewisse Erleichterung anzumerken, obwohl sie betont, im Super-G keinen Druck gehabt zu haben. "Es kann auch passieren, dass man von einem Großereignis mit leeren Händen nach Hause fährt."

Diese Sorge besteht bei Shiffrin nun nicht mehr, für die 23-Järige ist es nach ihrem Slalom-Hattrick die insgesamt vierte WM-Goldmedaille. Als zweite Läuferin gewann sie nun wie Anja Pärson WM-Gold im Super-G und Slalom.

2007 war Pärson mit drei Titeln und insgesamt fünf Medaillen der Superstar ihrer Heim-WM in Aare, Shiffrin könnte nach dem Super-G noch im Riesentorlauf und Slalom nachlegen. Die Abfahrt lässt sie aus, über ein Kombi-Antreten wird sie nach einer Nachdenkpause entscheiden. Der erste Stein für ihr Erfolgspuzzle ist jedenfalls gelegt.

Das lief nicht nach Plan

Dabei lief bei Shiffrin und ihrem Team in den vergangenen zwei Tagen einiges anders als geplant. Shiffrin war am Samstag mit einem Privatjet nach ihrem Maribor-Double nach Aare gereist, ihre Coaches hingegen steckten im Münchner Schneechaos fest und kamen erst Dienstag, um 1 Uhr in der Früh, im WM-Ort an.

Mit dem Equipment gab es zum Glück keine Probleme, dafür hatte auch ihr österreichischer Atomic-Servicemann Johann Strobl gesorgt, der mit dem Auto nach Schweden gefahren war.

Auch das US-Speedteam nahm sich der mit einem eigenen Team arbeitenden Shiffrin an, das gab ihr das notwendige Wohlgefühl. "Sie waren so hilfreich", bedankt sich Shiffrin, die sich in den letzten Tagen beim freien Skifahren auch wieder an die Geschwindigkeit gewöhnen musste.

"Ich bin seit Cortina nicht mehr Super-G gefahren. Das ist nicht so lange her, aber lange genug für mich, um zu vergessen, wie man schnell fährt."

"Ich wusste, was die Siegerlinie ist"

Die Coaches hätten ihr beim Besichtigen die schnellste Linie gezeigt. "Ich wusste also, was die Siegerlinie ist. Ich wusste aber nicht, ob ich es tun kann." Sie musste alles riskieren und wäre einmal fast auch aus dem Kurs geflogen, vermied aber einen Crash.

Am Ende war es ein sehr enger Rennausgang. "Das ist enttäuschend für viele, diese Mädchen hätten es sich auch verdient, das Rennen zu gewinnen", sagt Shiffrin zu ihren knappen Vorsprüngen auf Sofia Goggia (ITA/+0,02), Corinne Suter (SUI/0,05) und Viktoria Rebensburg (GER/0,07).

"So ein kleiner Unterschied, das ist wie nichts." Und wenn die Sicht nicht schlechter geworden wäre, dann hätte man mit Vicky vielleicht eine andere Siegerin gehabt. "Ich bin unglaublich glücklich mit dieser Goldmedaille. Und ich war glücklich mit den Bedingungen heute."

Ein bisschen Glück gehört bei einem WM-Sieg eben auch dazu.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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