Überraschungssieg in turbulentem RTL in Naeba

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Österreichs Riesentorläufer zeigen sich beim Rennen im japanischen Yuzawa Naeba gegenüber Garmisch-Partenkirchen (Feller als Bester des ÖSV 28.) verbessert, allerdings lag da die Latte bekanntlich extrem niedrig.

Als beste Österreicher klassieren sich Roland Leitinger und Marco Schwarz zeitgleich auf dem 13. Rang. Leitinger verbessert sich im Finale mit zweitbester Laufzeit von Rang 25 nach vorne.

Den Sieg sichert sich bei einem Rennen, das durch eine weiche Piste und vom Wind beeinträchtigt ist, überraschend Filip Zubcic. Der Kroate stürmt im Finale mit Laufbestzeit von Rang zwölf zum ersten Weltcup-Sieg. Er gewinnt vor Marco Odermatt (SUI/+0,74) und Tommy Ford (USA/+1,07).

Halbzeit-Leader Kristoffersen purzelt noch vom Podium

Der Norweger Henrik Kristoffersen fällt nach klarer Halbzeit-Führung auf Rang fünf zurück. Er verliert im 2. Durchgang 2,72 Sekunden auf Zubcic.

Manuel Feller landet auf Rang 21, Dominik Raschner schafft als 30. gerade noch die Final-Qualifikation, scheitert im 2. Durchgang aber bereits früh. Er fädelt mit Nummer 1 beim dritten Tor ein.

Ergebnis des RTL in Yuzawa Naeba>>>

Turbulente Entscheidung

Der Sieg von Zubcic ist nicht die ganz große Überraschung, der 27-Jährige aus Zagreb hat in Adelboden als Zweiter bereits aufgezeigt. Überraschend ist, wie der Sieg zustandekommt. Zubcic liegt nach dem 1. Durchgang nur auf Rang 12, hat 1,58 Sekunden Rückstand auf Kristoffersen.

Im 2. Durchgang stürmt der 27-Jährige von Rang zwölf zu seinem ersten Sieg. Es ist der erste kroatische Triumph in einem Weltcup-Riesentorlauf der Herren.

Leitinger mit 2. Lauf zufrieden

Auch wenn Leitinger mit der zweitbesten Zeit hinter Zubcic im zweiten Durchgang stark aufgezeigt hat, hatten die Österreicher also nichts mit der Entscheidung zu tun.

Das lag auch an den Startnummern hinter den Top 15. Denn bei Temperaturen im zweistelligen Bereich sowie frühlingshaften, weichen Bedingungen hatte man mit niedrigeren Nummern weitaus bessere Karten. Leitinger kam als Halbzeit-25. im Finale in diesen Genuss: "Ich habe es ganz gut durchgezogen", meinte der 28-Jährige zufrieden.

Schwarz: "Tempo abgestochen"

Schwarz war schon im ersten Heat 13. gewesen, sein Abstand nach zwei Läufen war aber dann letztlich sogar um 0,23 Sek. geringer als zur Halbzeit: "Im zweiten bin ich ganz gut gefahren, bei zwei Fehlern habe ich aber das Tempo abgestochen. Da habe ich mich von den Wellen, den Schlägen ein bisschen überraschen lassen."

Feller wiederum war nach seinen Läufen auf den stark drehenden Kursen nicht unzufrieden. "Konditionell läuft es immer besser bei mir", ließ der Tiroler wissen.

Zubcic: "Ein Traum wurde wahr"

Zubcic war heuer in Adelboden schon Zweiter gewesen, mit einem ausgezeichneten zweiten Lauf stieg er nun noch eine Stufe höher. "Es ist unglaublich, ich bin sprachlos", meinte der 27-Jährige im ORF-Interview. "Ein Traum wurde wahr, mein zweiter Lauf war unglaublich."

Ähnlich zufrieden war Odermatt. Sein Rückstand auf die Spitze von 0,74 Sek. war für den Eidgenossen schon als Halbzeit-Dritter gegeben gewesen.

Kilde behauptet Weltcup-Führung

Da war der Allrounder hinter Henrik Kristoffersen und Leif Kristian Nestvold-Haugen gelegen, wobei die beiden bei abbauender Piste im Endeffekt durch 0,01 Sek. getrennt auf den Endrängen fünf und vier landeten.

Aleksander Aamodt Kilde vervollständigte eine weitere Hundertstel zurück als Sechster (+1,16) das Norweger-Paket, hielt sich damit an der Spitze des Gesamt-Weltcups. Er liegt nun 74 Zähler vor Kristoffersen, der Franzose Alexis Pinturault als Tages-15. (1,59) hat 124 Punkte auf Kilde wettzumachen.

Im Riesentorlauf-Weltcup schmolz der Vorsprung des diesmal nur neuntplatzierten Zan Kranjec auf Kristoffersen auf zehn Punkte, Pinturault und Zubcic folgen mit 56 Zählern Rückstand auf den Slowenen. Der drittletzte Riesentorlauf dieser Saison wird am Sonntag nächster Woche in Hinterstoder gefahren. Vorerst aber wird in Yuzawa Naeba am Sonntag (2.00 und 5.00 Uhr MEZ) noch ein Slalom absolviert.

Marco Schwarz: "Im 2. Durchgang bin ich bis auf die zwei Fehler gut gefahren, da habe ich das Tempo komplett abgestochen. Ich habe da die Schläge nicht gut gesehen, habe mich etwas überraschen lassen. Aber ein paar Punkte sind es auch."

Roland Leitinger: "Ich habe probiert von Anfang bis Ende alles rauszuholen. Leider bin ich oben schon etwas blau gelaufen - es war auf den letzten 20 Sekunden schon richtig zach. Von den Haxn her hatte ich nicht den besten Tag, vom Kopf her schon."

Manuel Feller: "Es ist auf diesem Schnee wie auf rohen Eiern zum Fahren. Der Außenski geht immer wieder weg, das macht es konditionell noch anspruchsvoller. Aber es wird bei mir immer besser - es ist nicht so, dass ich nach der Hälfte des Laufes sagen müsste, es geht nicht mehr."

Luca de Aliprandini: "Ich hab schon im 1. Lauf ein bisschen Gegenwind gehabt. Aber jetzt im letzten Steilhang war es unglaublich - die Tore sind mir entgegengestanden. Es ist halt sehr schwierig - schon mit dem Schnee sind wir über dem Limit. Und mit dem Wind macht es das noch doppelt schwer."

Textquelle: © LAOLA1/APA

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