Hirscher: "Es raucht jeden Tag der Schädel"

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Nach seinem "Doppelpack" an Auszeichnungen liegt Marcel Hirschers Fokus wieder voll und ganz darauf, schnellstmöglich zurück auf die Skipiste zu kommen.

Der Salzburger blickt nach seinem im August erlittenen Knöchelbruch mit Wehmut auf die Kollegen, die bereits zur Vorbereitung auf den ersten Weltcup-Slalom der Olympia-Saison kommendes Wochenende in Levi nach Skandinavien abgehoben sind.

Ob sich das Rennen für Hirscher ausgeht, ist weiter fraglich. Den sechsmaligen Gesamtweltcupsieger plagen bei Belastung weiterhin Schmerzen im Bereich der Bruchstelle. "Der Knochen ist noch nicht so stabil, wie er sein soll", meint Hirscher.

Sobald das Wadenbein nach unten kippe, gebe der Körper eine Rückmeldung. Im Alltag sei das kein Problem, Schneetraining hat er aber schon seit über zwei Wochen keines absolviert.

Hirscher: "Beaver Creek ist machbar"

Vergangenen Samstag gab es eine weitere ärztliche Untersuchung. Seither muss Hirscher von Tag zu Tag entscheiden, ob er sich wieder auf die Piste wagt. Der Schmerz gibt das Pensum vor. "Es raucht jeden Tag der Schädel", erklärt der Doppel-Weltmeister von St. Moritz, der seine Karriere im Februar in Pyeongchang mit Olympia-Gold krönen will.

Am kommenden Sonntag soll es einen weiteren Trockentest im Skischuh geben, schreibt Hirscher in seinem Blog bei "redbull.com". Je nach Ergebnis wolle er dann am Montag erneut versuchen, Ski fahren. Sollte das nicht möglich sein, verordnet er seinem Knöchel zwei weitere Wochen Ruhe.

Damit wäre das Rennen in Levi definitv kein Thema. Wann ist eine Rückkehr in den Weltcup realistisch? "Ich denke Beaver Creek ist trotz der vielen verpassten Skitage nach wie vor machbar. Gleichzeitig kann derzeit niemand eine realistische Prognose stellen, wie lange mein Knöchel braucht, um den Belastungen in einem Weltcup-Rennen standzuhalten. Fakt ist: Im Alltag und beim gemütlichen Joggen fühlt sich der Knöchel super an, sobald er im Skischuh Mehrbelastung erfährt, beschwert er sich", schreibt Hirscher.

"Neue Lebensaufgabe" für Hirscher

In den vergangenen Jahren war Hirscher von schweren Verletzungen verschont geblieben. Nun muss er sich in Geduld üben. "Das ist für mich eine neue Lebensaufgabe." Besonders schmerze es, dass die Teamkollegen bereits nach Skandinavien abgehoben seien und dort optimale Trainingsbedingungen vorfinden würden. "Die Levi-Woche ist die beste Vorbereitungswoche im ganzen Jahr. Darum beneide ich sie schon sehr."

Hirscher müsse seine derzeitige Situation akzeptieren und "den Umstand, dass mein Trainingsrückstand in dieser Saison nicht mehr aufzuholen ist und konzentriere mich darauf, mich für meinen Trainingsstart auf Schnee körperlich so fit wie möglich zu halten".

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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