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Kristoffersen: Hält der Frieden?

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Der Clinch zwischen Henrik Kristoffersen und dem norwegischen Verband entwickelt sich zur "Neverending Story".

Vor einem Jahr stand der 23-Jährige beim ersten Slalom der Saison in Levi deshalb nicht am Start, so weit kommt es diesmal aber nicht. Der Technik-Spezialist nimmt den Slalom am Sonntag (10 bzw. 13 Uhr) in Angriff.

Das Problem damals war, dass er das Logo seines Sponsors Red Bull gemäß den Regeln des Skiverbands nicht auf seinem Helm tragen durfte. Dieser Konflikt ist noch immer nicht gelöst, die Causa liegt im Justizsystem.

Warten auf eine Entscheidung 

Seit dem 1. Oktober ist der 15-fache Weltcupsieger wieder volles Mitglied der Nationalmannschaft und darf mit seinen Kollegen trainieren. Noch vor ein paar Monaten hatte es so ausgesehen, als würde der Streit eskalieren. Kristoffersen hatte sich im Sommer gegen die Unterzeichnung einer neuen Athletenvereinbarung gewehrt, weil die einen Verzicht auf einen individuellen Helm-Sponsor quasi amtlich macht.

Dass man ein Gericht zur Klärung einer so hartnäckigen Streitfrage wie in diesem Fall anruft, sei prinzipiell legitim, meinte der österreichische Cheftrainer der norwegischen Ski-Herren, Christian Mitter. Kristoffersen und sein Vater taten genau das im vergangenen Winter, in Norwegen wurde Klage gegen den Norges Skiforbund eingebracht.

Im Dezember 2016 hatte ein Amtsgericht in der ersten Instanz Kristoffersens Antrag auf eine Einstweilige Verfügung abgelehnt. Seitdem ruht die Angelegenheit und wartet auf die nächste Entscheidung.

Beide Seiten zeigten Verständnis

Anfang Juli unterschrieb Kristoffersen doch die Athletenvereinbarung, mittrainieren durfte der Techniker aus unbekannten Gründen aber nicht. Laut norwegischen Medien waren einige Teamkollegen dagegen. "Im Sommer hat er allein trainiert", bestätigte Mitter. Der norwegische Verband übernahm keine Kosten.

Die Wiedereingliederung ins Team sei nur möglich gewesen, da beide Seiten für die jeweils andere Verständnis gezeigt hätten. "Es war schon ein Prozess und hat eine gewisse Arbeit gebraucht. Wir haben viele Gespräche geführt", sagte Mitter, der sich erleichtert gab: "Es funktioniert jetzt wieder richtig gut."

Kristoffersen selbst betonte, es gebe keine Animositäten, er sei freundlich empfangen worden.

Die Form stimmt

Teamwork ist im norwegischen Skisport das Um und Auf. Dass im Hintergrund alle an einem Strang ziehen, wird als Grundbedingung für den Erfolg angesehen. "Red Bull war für mich nicht so sehr das Problem. Es ist die Uneinigkeit zwischen zwei Parteien", betonte Mitter dementsprechend.

So ist der Mann aus Rälingen auch in dieser Woche im hohen Norden mit von der Partie. Im finnischen Levi geht es am Sonntag erstmals in diesem Winter um Slalom-Punkte. Weil der Riesentorlauf in Sölden Ende Oktober dem Sturmtief "Herwart" geopfert wurde, ist es für die Männer überhaupt die Premierenvorstellung in dieser Saison.

Das Wichtigste für Kristoffersen und das Betreuerteam ist, dass der Sportler die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im Februar in Südkorea ohne Einschränkungen in Angriff nehmen kann. Laut Mitter sind die Vorzeichen vielversprechend.

"Was er seit 1. Oktober gezeigt hat, war sehr okay. Er ist kräftiger und schwerer geworden. Es schaut in Summe sehr gut aus", berichtete der Steirer.

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