Kriechmayr: "Das Wichtigste ist der Humor"

Kriechmayr: Foto: © GEPA
 

Die ersten drei Siege im Weltcup, dazu Platz zwei im Super-G-Weltcup - Vincent Kriechmayr ist in dieser Saison endgültig an der Weltspitze angekommen.

Das Erfolgsrezept des 26-jährigen Oberösterreichers? "Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr viel Selbstvertrauen habe. Dass ich sehr blöd reden kann. Das Wichtigste ist, dass man den Humor nicht verliert, auch wenn man Misserfolge hat", erklärt Kriechmayr.

Ob er seine Form konservieren kann und was er sich für die kommende Saison vorgenommen hat, verrät Kriechmayr im Interview:

Frage: Mit diesen Ergebnissen kann man einiges erwarten für die WM 2019 in Aare, oder?

Kriechmayr: Ja, das stimmt. Aber man darf nicht vergessen, dass das doch immer verkürzte Rennen waren. In Abfahrt und Super-G haben jeweils ein Teil der Strecke gefehlt. Natürlich komme ich nächstes Jahr mit einer breiten Brust hierher, aber da muss man auch erst auf den Saisonverlauf schauen.

Frage: Wie sind Sie in dieses stark verkürzte Rennen gegangen?

Kriechmayr: Einen Super-G in dieser Form bin ich noch nicht gefahren. Ich wusste, es wird ein enges Rennen werden, ich muss alles riskieren. Ich habe bei ein paar Schwüngen vielleicht ein bisschen zu viel Richtung gemacht, aber der Rest ist mir wirklich leicht von der Hand gegangen, war voll am Limit. Ich freue mich, dass die Hundertstel auf meiner Seite waren. Es geht darum, dass man im Super-G am Limit ist und keine Fehler macht, das ist mir diesmal geglückt, ich bin sehr stolz darauf.

Frage: Wie resümieren Sie Ihre Saison?

Kriechmayr: Ich bin sehr zufrieden, ich bin gesund. Es hat wieder viele Verletzungen gegeben, ich bin verschont geblieben. Ich habe heuer hin und wieder mal Fehler gemacht, es läuft nicht immer perfekt, aber es war eine sehr gute Saison. Wenn ich konstanter werde, dann schaut es nicht schlecht aus, das hebe ich mir für die nächsten Jahre auf. Ich möchte nächste Saison bestätigen, was ich heuer geschafft habe. Wichtig ist, dass ich den Grundspeed habe, dass ich mich bei jedem Rennen mit den Besten messen kann. Wenn mir das gelingt, bin ich sicher nächstes Jahr wieder zufrieden.

Frage: Viel fehlt auch nicht mehr auf eine Kristallkugel.

Kriechmayr: Natürlich sind das die Ziele von jedem, der am Start ist, dass er einmal konstant vorne ist und mal vielleicht so eine Kugel holt. Ich werde alles dafür geben, ich werde weiter hat daran arbeiten. Es war meine beste Saison, jetzt freue ich mich schon auf die nächste.

Frage: Kann man diese Form konservieren?

Kriechmayr: Nein, das geht nicht. Ich muss mich einfach sehr gut fühlen, ich hoffe, dass ich das fortführen kann. Ich muss sehr konsequent arbeiten. Und das Wichtigste ist, dass man gesund bleibt, dann kann man auch Erfolge feiern. Ich hatte eine sehr gute Vorbereitung, das ist auch das Ziel für nächstes Jahr. Wir haben sehr gut trainiert, das sieht man bei unserer ganzen Mannschaft. Wir haben im Super-G wirklich mitkämpfen können. Das Ziel sollte schon sein, dass wir im nächsten Jahr einmal die Serie der Norweger brechen.

Frage: Was macht Sie stark?

"Ich bin gesund, das ist das Wichtigste. Natürlich ist für mich der Sport sehr wichtig, das ist das Einzige, das ich kann..."

Kriechmayr: Das ist ganz schwierig zu sagen, das sollen vielleicht die Leute von außen kommentieren. Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr viel Selbstvertrauen habe. Dass ich sehr blöd reden kann. Das Wichtigste ist, dass man den Humor nicht verliert, auch wenn man Misserfolge hat. Ich hatte natürlich noch keine großen Misserfolge. Eine Verletzung ist was Schlimmes, das kann man nicht mit Humor nehmen, aber wenn es so Kleinigkeiten sind, wenn man mal ausfällt, oder ein Rennen verhaut, dann ist wichtig, dass man drüber lachen kann.

Frage: Das merkt man bei Ihnen auch, dass Sie schnell wieder guter Laune sind.

Kriechmayr: Ja, weil ich das immer relativiere. Wie gesagt, ich bin gesund, das ist das Wichtigste. Natürlich ist für mich der Sport sehr wichtig, das ist das Einzige, das ich kann...

Frage: ... und der Bauernhof....

Kriechmayr: ... das macht mein Bruder. Da bin ich nur der Knecht. Da mache ich nur, was mir angeschafft wird, da muss ich nicht denken, nur arbeiten (lacht).

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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