Kilde: "Gesundheit steht immer an erster Stelle"

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Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde startet als aktueller Gesamtweltcupsieger in die Corona-Ski-Saison 2020/21. Für den kommenden Winter gibt der 28-jährige die zweite große Kugel und die WM als Ziele aus.

Kilde hat vor der neuen Saison, die wegen der Corona-Pandemie unter besonderen Vorzeichen startet, Bedenken, wie das Rennfahren in Zeiten von Corona sein wird. "Das wird schwierig, und jeder weiß das. Sobald es über das Ziel hinausschießt, müssen wir stoppen", forderte er.

"Hatte eine gute Saison"

Nach dem vorzeitigen Abbruch der vergangenen Weltcupsaison gewann Kilde die große Kristallkugel mit 54 Punkten Vorsprung auf den Franzosen Alexis Pinturault. Vereinzelt wurden Stimmen laut, dass er nur aufgrund des Abbruchs die Nase vorne behielt.

Der Norweger verwahrte sich nun dagegen. "In meinen Augen hatte ich eine gute Saison, vom ersten Rennen bis zum letzten", sagte er bei einem Mediengespräch. "Es hätte anders ausgehen können. Aber das ist nur Gerede." Ernsthaft beschäftigt habe er sich damit nie, da er aufgrund von 22 Top-Ten-Platzierungen mit seiner konstanten Leistung in Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf sehr zufrieden war.

Nach dem Erreichen seines "wahrscheinlich größten Ziels" bleibt Kilde motiviert "es noch einmal zu schaffen, würde auch nicht schaden", meint der Nachfolger von Seriensieger Marcel Hirscher.

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Fokus auf kommende Saison

Für Speedspezialist Kilde gibt es im wegen Corona ausgedünnten Weltcup-Kalender außerdem weniger Speed-Rennen als in der Vorsaison. Auch deshalb warnt der Norweger vor der Konkurrenz um Landsmann Henrik Kristoffersen oder den im Vorjahr auf Rang zwei verwiesenen Pinturault.

"Es sind viele Konkurrenten da draußen, die mir den Status wieder wegnehmen wollen. Man kann nicht im Bett liegen und auf den Erfolg warten, man muss wieder rein in die Schuhe und wieder in die Gänge kommen."

Nach nur einem Tagessieg im vorigen Winter gibt Kilde mehr Siege als Ziel aus, vor allem die großen Klassiker hat er sich rot im Kalender angestrichen. Aber auch bei der Weltmeisterschaft in Cortina d'Ampezzo im Februar 2021 möchte Kilde eine Medaille gewinnen.

Ausblick auf Sölden

Wenn am Sonntag der Riesentorlauf in Sölden (Schneekontrolle positiv) startet, werden keine Zuschauer vor Ort sein. "Es ist schwer vorstellbar, über die Ziellinie zu fahren, und der einzige Sound, den man hört, kommt aus den Lautsprechern und von deinen Teamkollegen, die in die Hände klatschen"

Die Coronasituation fordert von den Rennläufern besondere Disziplin. So lebt Kilde in Sölden mit Landsmann Lucas Braathen zurückgezogen in einem Apartment. Das Gebäude dürfen die beiden eigentlich nicht verlassen, ein Besuch im Supermarkt ist beispielsweise unvorstellbar. "Nur draußen ein bisschen Fußball spielen, aber das ist es eigentlich."

Trotz aller Begleitumstände freut sich der vierfache-Sieger von Weltcuprennen auf die anstehenden Rennen. Aber auch eine Warnung schickt der Norweger hinterher. "Wir müssen uns bewusst sein, dass die Situation von Land zu Land unterschiedlich ist. Und wir reisen in unterschiedliche Länder. Wir müssen echt darauf achten, dass das Umfeld und die Bedingungen sicher sind, wenn wir die Rennen organisieren", warf Kilde ein. "Das wird schwierig, und jeder weiß das. Sobald es über das Ziel hinausschießt, müssen wir stoppen", forderte er. "Denn die Gesundheit steht immer an erster Stelle."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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