Strache: "Sailer-Anschuldigungen pietätlos"

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Heinz-Christian Strache, seit Anfang des Jahres zuständig für das Bundesministerium Sport, äußert sich in einer Aussendung zu der in gemeinsamer Recherche des "Standard", "Ö1" und "Dossier" aufgedeckten "Akte Sailer", die "Österreichs Jahrhundertsportler" Toni Sailer der Vergewaltigung einer polnischen Frau im Jahr 1974 beschuldigt.

Der FPÖ-Obmann sieht in den Vorwürfen gegen Sailer eine "miese Kampagne gegen das Andenken der österreichischen Ski-Legende Toni Sailer".

InMittlerweile hat der Herr Bundesminister (Rudolf Kirchschläger, Anm.) telefonisch Weisung erteilt und die prinzipielle Bereitschaft zur Übernahme einer Kaution zum Ausdruck gebracht." Die Botschaft habe "mit großem Nachdruck bei der Staatsanwaltschaft in Zakopane und im polnischen Außenministerium interveniert" - derstandard.at/2000072293048/Der-Akt-Toni-Sailer-Wie-man-einen-fallenden-Stern-auffaengtMittlerweile hat der Herr Bundesminister (Rudolf Kirchschläger, Anm.) telefonisch Weisung erteilt und die prinzipielle Bereitschaft zur Übernahme einer Kaution zum Ausdruck gebracht." Die Botschaft habe "mit großem Nachdruck bei der Staatsanwaltschaft in Zakopane und im polnischen Außenministerium interveniert" - derstandard.at/2000072293048/Der-Akt-Toni-Sailer-Wie-man-einen-fallenden-Stern-auffaengt

Aufarbeitung "pietätlos"

Für Strache sei der 2009 verstorbene Sailer "einer der verdienstvollsten Sportler Österreichs". Zudem erfolge die aktuelle Aufarbeitung des 44 Jahre zurückliegenden Falls, wo Sailer im Rahmen des Weltcup-Slaloms im polnischen Zakopane mit dem Vowurf der "Notzucht" festgenommen wurde, geschmack- und pietätlos.

Außerdem erklärt der Vize-Kanzler, der durch die Berichte den österreichischen Wintertourismus geschädigt sieht, das Verfahren sei damals ohnehin eingestellt worden.

Auch die aus den veröffentlichten Akten hervorgehende Intervenierung der damaligen österreichischen Bundesregierung unter Bruno Kreisky bezeichnet Strache als "haltlose Vorwürfe".

Bundesministerium intervenierte bei Staatsanwaltschaft

In dem mittlerweile frei einsehbaren Akt des Justizministeriums steht wortwörtlich geschrieben: "Mittlerweile hat der Herr Bundesminister (Anm. damaliger Außenminister Rudolf Kirchschläger) telefonisch Weisung erteilt und die prinzipielle Bereitschaft zur Übernahme einer Kaution zum Ausdruck gebracht. (...) In der Folge intervenierte die (Anm. österreichische) Botschaft mit großem Nachdruck bei der Staatsanwaltschaft in Zakopane und im polnischen Außenministerium."

In einem eine Woche nach dem Vorfall an das Außenministerium adressierten Brief vermeldete die österreichische Botschaft, der österreichische Skiverband habe "dem Herrn Bundesminister mehrfach und herzlich gedankt".

ÖSV: "Sailer-Akten durch Wasserrohrbruch zerstört"

Dem aktuellen ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner waren die Vorwürfe zwar bekannt, ihm sei allerdings versichert worden, "dass nichts vorgefallen wäre, was strafbar wäre".

Die Akten zu dem Fall Sailer seien zwar bis vor kurzem im Archiv des ÖSV in Innsbruck vorhanden gewesen, "durch einen Wasserrohrbruch vor einem Jahr ging jedoch ein Teil des Archivs verloren, und da dürfte das auch dabei gewesen sein", erklärt Leistner.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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