ÖSV-Blamage im Teambewerb

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Österreich enttäuscht beim Weltcup-Finale in Soldeu im Teambewerb!

Das topgesetzte ÖSV-Team mit Katharina Truppe, Katharina Huber, Marc Digruber und Michael Matt scheitert bereits in der ersten Runde (Viertelfinale) an Kanada. Alle vier ÖSV-Läufer verlieren dabei ihren Lauf.

Bei der WM in Aare hatte Österreich im Teambewerb die Silbermedaille geholt. Weltmeister Schweiz entscheidet auch den Teambewerb in Soldeu für sich. Aline Danioth, Wendy Holdener, Ramon Zenhäusern und Daniel Yule setzen sich im Finale gegen Norwegen bei 2:2 über die Zeitregel durch. Deutschland wird Dritter.

Kurzarbeit für ÖSV-Team

Beim Weltcupfinale war Österreich in einem Teambewerb zuletzt 2015 in Meribel als Dritter auf dem Podest. 2016 in St. Moritz und 2017 in Aspen war man jeweils Fünfter, 2018 in Aare Vierter.

Am Freitag in Soldeu war das Spektakel für das rot-weiß-rote Team bei herrlichstem Wetter und Temperaturen im zweistelligen Plusbereich in der Besetzung Katharina Truppe, Katharina Huber, Michael Matt und Marc Digruber in weniger als vier Minuten kurz nach zwölf Uhr vorüber.

ÖSV schon mit "Karfreitagsregelung"

"Freitagmittag ist Schluss, wir haben schon die Karfreitagregelung", versuchte es Sportdirektor Hans Pum mit einem Scherz. Um gleich wieder zu den Fakten zu kommen.

"Natürlich wollen wir gewinnen. Aber wir gewinnen zum 30. Mal in Folge den Nationencup, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. So lange sind viele Läufer überhaupt noch nicht auf der Welt", hatte er das Positive im Blick. Österreich wird sich die Nationenwertung zum insgesamt 40. Mal holen.

Truppe: "War nicht unser Tag"

Die Läufer hätten sich freilich einen längeren Arbeitstag gewünscht. "Es war halt nicht unser Tag. Wir haben eigentlich alles gegeben, leider hat es nicht gereicht", sagte Truppe, die sich in dem Parallel-Slalom Laurence St-Germain um 0,18 Sekunden geschlagen geben musste.

"Sie ist in Stockholm schon sehr stark gefahren. Ich wusste, dass das eine zähe Partie wird. Als sie unten zum Bloggen angefangen hat, bin ich nicht mehr mitgekommen", sagte die Kärntnerin.

Huber kam für Katharina Liensberger zum Einsatz, diese hat Probleme mit den Rücken. Es sei ihr am Donnerstag eingeschossen, teilte der ÖSV mit. Man versuche, sie für das Wochenende fit zu bekommen. "Es war überraschend, dass ich fahren durfte. Ich habe mich gefreut und das Ziel war das Weiterkommen. Aber im Parallelrennen kann alles passieren", erklärte Huber, die Erin Mielzynski um 0,50 Sekunden unterlag.

Digruber: "Zipft mich an"

"Überrascht" vom schnellen Ausgang war auch Matt, aber es sei eh schon 0:3 gestanden, was er am Start aber nicht mitbekommen habe. "Natürlich wollte ich meine Runde schon gewinnen", sagte er nach dem Einfädler im Run gegen Benjamin Thomsen.

Digruber war zuvor bereits 0,14 Sekunden langsamer als Trevor Philp gewesen. "Wenn man es so sieht, war es ein kurzer Auftritt . Aber ich war heute in der Früh schon beim Slalomtraining. So gesehen war mein Arbeitstag doch etwas länger." Er habe extra noch trainiert, weil er noch oft Parallelrennen fahre. "Ich hätte mir schon was vorgenommen, das zipft mich doch gerade etwas an."

Wichtig für das Team

Die Schweiz ist momentan in diesem Bewerb fast nicht zu schlagen, trat in Top-Besetzung mit Wendy Holdener, Aline Danioth, Ramon Zenhäusern und Daniel Yule an und gewann bei 2:2 dank Zeitregel.

"Für uns Athleten ist es nicht gleich viel wert wie ein Einzelrennen, aber für die gesamte Mannschaft und die Mitarbeiter ist es sehr wichtig, dass wir da eine gute Leistung zeigen können", sagte Yule. Um Platz drei siegte Deutschland mit 3:2 gegen Kanada.

Stimmen

Katharina Truppe: "Ich habe den Schwung nicht gefunden, auch Fehler gemacht. Ich habe den Start nicht richtig erwischt, wie sonst immer. Die Kanadier waren stark, muss man hinnehmen."

Michael Matt: "Ich habe schon gewusst, dass Kanada 3:0 vorne ist. Aber ich wollte schon meinen Lauf gewinnen - aber dann eingefädelt."

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum: "Wie die Kathi Truppe ihren Lauf nicht gewonnen hat war klar, es wird sehr, sehr schwer, das Duell noch zu gewinnen. Natürlich ist der Teambewerb bei einer WM wichtiger, als hier. Hier ist es ein Rennen, aber es gibt wichtigere. Wenn man etwa schaut, dann hat Manuel Feller morgen noch ein wichtiges Rennen."

Wendy Holdener: "Es ist eigentlich viel los für mich hier beim Finale. Aber ich nehme das Rennen als Herausforderung. Heute hat man gesehen, dass bei einem Ausfall von Ramon auch ein anderer einspringen kann."

Daniel Yule: "Unschlagbar sind wir sicher nicht. In diesem kurzen Format kann viel passieren. Ich habe nicht gewusst, wie es steht. Normal sind wir nach Wendy und Ramon immer vorne. Aber es ändert nichts an der Einstellung - man will Vollgas geben und zeigen, dass die Schweiz nicht nur Wendy und Ramon sind. Für uns Athleten ist der Teambewerb natürlich anders als ein Einzelrennen. Aber für das ganze Team rundherum ist es wichtig."

Ergebnisse des Teambewerbs

Viertelfinale

Österreich 0:4 Kanada
Truppe +0,18 St-germain
Digruber +0,14 Philip
Huber +0,50 Mielzynski
Matt DNF Thomsen
Team A Ergebnis Team B
Österreich 0:4 Kanada
Frankreich 2:2 Norwegen
Italien 0:4 Deutschland
Schweden 2:2 Schweiz

Halbfinale:

Team A Ergebnis Team B
Kanada 1:3 Norwegen
Deutschland 1:3 Schweiz

Finalläufe:

Team A Ergebnis Team V
Finale Norwegen 2:2 Schweiz
kl. Finale Kanada 2:3 Deutschland
Team Aufgebot
Österreich Liensberger, Truppe, Huber, Matt, Feller, Digruber
Sieger Kanada-Andorra
Frankreich Frasse Sombet, Noens, Worley, Lizeroux, Noel
Norwegen Holtmann, Lysdahl, Stjernesund, Foss-Solevagg, Haugen, Windingstad
Italien Bassina, Costazza, Curtoni, Mölgg, Razzoli, Vinatzer
Deutschland Dürr, Geiger, Himmelsbach, Schmid, Tremmel
Schweden Hansdotter, Saefvenberg, Swenn Larsson, Hargin, Myhrer, Olsson
Schweiz Danioth, Holdener, Yule, Zenhäusern, Simonet
Textquelle: © LAOLA1/APA

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