Schröcksnadel träumt weiterhin von Zuschauern

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Gähnende Leere, kaum Stimmung und vor allem - keine Zuschauer. Die Sport-Welt durchlebt derzeit eine ihrer anstrengendsten Phasen. Der Schuldige ist schnell gefunden. Leider ist die globale Corona-Pandemie derzeit noch stärker, als sie es bereits im Frühjahr war. Die Folge? Der zweite Lockdown für Österreich.

Aber nicht nur in unserem Heimatland herrschen strikte Ausgangsbeschränkungen, ganz Europa steckt mitten in einer zweiten Welle. Damit einhergehend sind natürlich, dass keine Zuseher bei Sport-Veranstaltungen zugelassen sind. Für ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gibt es aber Möglichkeiten, Fans bald wieder nah an ihre großen Sport-Idole heranzulassen.

Die große Hoffnung? "Antigentests", betont Schröcksnadel in einem Interview mit "Der Standard". "Da kann man sehr schnell feststellen: Wen kann ich hineinlassen und wen nicht? Das ist etwas, was man bei großen Sportveranstaltungen schon im Winter andenken könnte", sagt der 79-Jährige.

Hahnenkammrennen mit Zuschauern?

Deren große Sportveranstaltungen gibt es in Hülle und Fülle in der Saison 2020/21. Man möge sich nur das Hahnenkammrennen in Kitzbühel oder das Bergiselspringen im Rahmen der Vierschanzentournee ohne Fans vorstellen. Für Schröcksnadel ist es mit Antigen-Testungen an den Eingängen nicht undenkbar, dass die Sportstätten dieser Welt bald wieder Publikum begrüßen dürfen.

Allerdings wäre es im kommenden Winter nur mit Tests möglich, Zuschauer auf den Tribünen zu erwarten. Eine etwaige Impfung gegen SARS-CoV-2 käme, "was das Publikum betrifft, für diese Weltcup-Saison wahrscheinlich zu spät", erklärt der ÖSV-Präsident.

Zumindest in Deutschland plant man derzeit beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf mit einigen hundert Zusehern - bei der Nordischen-Ski-WM, ebenfalls in Oberstdorf, sogar mit 2.500 Fans pro Bewerb. Angesichts der derzeitigen Corona-Situation ist es aber nahezu undenkbar, dass diese Wünsche auch erfüllt werden.

Nun gilt es abzuwarten, wie der Weltcup-Winter in den diversen Disziplinen los- und weitergeht. Die Skispringer heben am Wochenende in Wisla (POL) ab, der Biathlon-Weltcup startet Ende November mit einem Doppelevent in Kontiolahti (FIN), bevor es für ebenfalls zwei Bewerbe nach Hochfilzen geht.

Auch Langläufer, Nordische Kombinierer und viele mehr, starten in den kommenden Wochen in ihre Weltcup-Saison.

(Artikel wird nach dem Video fortgesetzt.)

Harte Kritik an der Regierung

So zufrieden wie der Skiverbandspräsident auch, angesprochen auf den Start in den Skiwinter in Sölden wirkt, wo "ein gelungener Auftakt" stattgefunden habe - so unzufrieden wirkt der 79-Jährige, wenn es um die Bundesregierung geht.

Erst kürzlich holte der gebürtige Innsbrucker in der "Kronen Zeitung" gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz und dessen Ministerriege aus, als er sagte, dass er sein Vertrauen in die Regierung "völlig verloren" habe.

Im Interview mit "Der Standard" setzt Schröcksnadel nach: "Es sind von der Regierung mehrere Dinge versäumt worden. Im Sommer hätte man die Zahl der Intensivbetten aufstocken und viele neue Pflegekräfte rekrutieren können. Man hätte in Schulen und Pflegeheimen viel früher mit regelmäßigen Testungen beginnen müssen."

Laut dem ÖSV-Präsident ist Österreich "relativ unvorbereitet in diese zweite Welle gegangen, und das badet jetzt die Bevölkerung aus. Das ist schlechtes Management. Was, wenn auch noch eine arge Grippewelle kommt?"

Lob für geplante Massentestungen und Wien

In dem Zusammenhang fragt sich der Tiroler, "wieso nicht österreichweit gratis gegen Grippe geimpft wird. In Wien hat das der zuständige Stadtrat Hacker durchgesetzt, der hat das gut gemacht – aber alle anderen haben es verschlafen."

Ein Lob lässt sich Schröcksnadel trotzdem abnehmen, als es um das Thema Massentestungen geht - Bundeskanzler Kurz kündigte vergangene Woche an, dass in Österreich, nach dem Vorbild der Slowakei, bald alle Menschen per Antigen-Test getestet werden sollen.

"Ich halte den Plan, auf Massentestungen zu setzen, prinzipiell für gut." Allerdings hakt der Skiverbandspräsident nach: "Der geplante Termin, am Ende des Lockdowns oder danach, ist aus meiner Sicht zu spät. Hätte man solche Testungen früher durchgeführt, hätten die, die negativ getestet wurden, gar nicht erst in den Lockdown müssen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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