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Giger: "Henrik kann aufs Hirscher-Team setzen!"

Ex-ÖSV-Sportdirektor lobt "gnadenlosen Qualitätsanspruch" der Hirschers.

Giger:

Typisch Marcel Hirscher! Ganz oder gar nicht.

Es ist beeindruckend mit welcher Intensität und Geschwindigkeit der 33-Jährige an seinem neuen Projekt - der Ski-Marke Van Deer - arbeitet.

Ende September gab der Doppel-Olympiasieger und Gewinner von acht Gesamtweltcups bekannt, dass er als Unternehmer eine eigene Ski-Marke auf den Markt bringen wird.

"Van Deer" - ein Top-Produkt "vom Hirscher" quasi. Seine Mutter ist Holländerin, daher das "Van" und "Deer" steht auf englisch für Hirsch.

Vor knapp neun Monaten sprach Hirscher davon, dass er Ski entwickeln wird, "auf denen Weltcuprennen gewonnen werden".

Die Experten schüttelten den Kopf, Ex-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel sprach davon, dass er in diesem schwierigen Markt wohl nicht bestehen wird können und er selber keine Van-Deer-Skier anschnallen werde.

"Van Deer" produziert mit "Augment" in Stuhlfelden

In Stuhlfelden nahe Mittersill fand Hirscher seine Werkstätte, wo er gemeinsam unter einem Dach mit "Augment" seine Skier produziert. 1.500 Stück sind im ersten Winter über den Ladentisch gegangen.

Nach der Saison ist für Hirscher vor dem Weltcup-Einstieg. Der Sieger von 67 Weltcuprennen suchte Fahrer.

Der Brite Charlie Raposo war der erste eher unspektakuläre Wechsel in den Rennstall von Hirscher, der Norweger Timon Haugen folge, die ÖSV-Läufer:innen durften nicht, da ein sofortiges Engagement gegen die Regeln des Austria Ski Pools ist.

Spektakulärer war da schon, was sich rund um die ersten Fahrer für ein Team versammelte.

Hirscher kann wieder voll auf seinen Vater Ferdinand vertrauen, nachdem dieser den ÖSV verlassen hat. Vom österreichischen Skiverband stieß auch Ex-Sportdirektor Toni Giger über den Umweg Red Bull (Gigers Arbeitgeber) zum Team "Van Deer".

Es folgten der legendäre Servicemann Edi Unterberger sowie Katharina Liensbergers Materialchef Raphael Hudler.

Giger weiß: "Bei den Hirschers gibt es kein Ende nach oben!"

Giger weiß:

Das Team nahm immer konkretere Formen an und hatte mit der Verpflichtung von Henrik Kristoffersen plötzlich auch einen Weltcup-Star vorzuweisen.

Der Norweger ist Feuer und Flamme für seinen ehemaligen Rivalen und will auf Skiern von Hirscher seinen 28 Weltcup-Siegen weitere folgen lassen.

In den "Salzburger Nachrichten" nahm Giger jetzt zum ersten Mal zum Deal mit Kristoffersen Stellung. 

Der 59-jährige Salzburger meint gegenüber der "SN", dass er "bei einem sehr aufregenden Projekt" mitarbeite und zugleich "vor einer großen Herausforderung" stehe.

Von Kristoffersen hält Giger viel: "Henrik ist mit Sicherheit einer der besten Technikspezialisten im gesamten Skiweltcup".

Zu den möglichen Beweggründen des Norwegers, zu dessen ehemaligem Rivalen zu wechseln, erklärt der einstige Mathematiklehrer und Produktentwicklungschef beim ÖSV: "Vielleicht hat ihn fasziniert, dass er nun fast das ganze Erfolgsteam von Hirscher um sich hat."

"Der gnadenlose Qualitätsanspruch", sagt Giger in den "SN", würde ihn faszinieren. "Wer die beiden Hirschers kennt, der weiß, dass es hier kein Ende nach oben gibt. Aber genau so etwas taugt mir ungemein", meint Giger, der mit seinem Abgang beim ÖSV auch seinen Platz im Alpin-Komitee der FIS geräumt hat.

Im internationalen Skiverband rückte sein ÖSV-Nachfolger Herbert Mandl auf diese Position.

Auf die Frage, ob er seinen Platz in der Materialkommission behalten wird, meint Giger: "Das soll die FIS entscheiden".

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