Schmidhofer: "Ich wollte es nicht wahrhaben"

Schmidhofer: Foto: © GEPA
 

Nicole Schmidhofer steht nach ihrer alles in allem bereits vierten Knieoperation seit ihrem schweren Sturz im Dezember vor einem langen Weg zurück in den Leistungssport.

Die Steirerin und ihr Arzt Jürgen Mandl zeigen sich bei einem Pressegespräch am Freitag zuversichtlich. Die ersten konkreten Schritte zur Rekonvaleszenz wird Schmidhofer nach Ostern in der AUVA-Rehaklinik Tobelbad bei Graz unternehmen. Ein möglicher Comeback-Zeitpunkt könne derzeit nicht bestimmt werden.

Es gebe zwar ein Wunschszenario, wann sie wieder auf den Skiern stehen will, sagt Schmidhofer 77 Tage nach ihrem Sturz, "aber man kann es nicht planen". Ein Comeback zum Anfang der kommenden Weltcup-Saison sei aus medizinischer Sicht möglich, Mandl will aber auch das Szenario nicht ausschließen, dass die Athletin nicht in den Spitzensport zurückkehren kann.

"Wir haben, glaube ich, sehr, sehr gute chirurgische Voraussetzungen geschaffen", betonte der Kniespezialist. "Wenn es eine schafft, dann die Nici. Aber Sie werden Verständnis haben, dass ich auf diese Frage keine konkrete Antwort geben werde."

Das Problem mit der Geduld

Schmidhofer, die noch sechs Wochen auf Krücken sein werde, zeigt sich zufrieden mit dem Status quo. "Es schaut alles gut aus, wir sind auf einem guten Weg", bekräftigt die 31-Jährige. Sie habe keine Schmerzen, das größte Problem sei es, dass es sehr viel Geduld brauche.

"Am Anfang wollte ich es nicht wahrhaben, dass es so lange dauert, ich wollte manche Dinge beschleunigen", sagt Schmidhofer. "Es ist oft dann nicht einfach mit mir, wenn ich mir was in den Kopf setze und mir vorkommt, es ist das und das und das, aber medizinisch ist es dann einfach nicht möglich."

Viel Zeit verbringe sie mit Fernsehen. Sport steht hauptsächlich auf dem persönlichen Menüplan. "Das Schlimmste war das erste Abfahrtstraining in St. Anton, und dann natürlich die WM in Cortina." Aber "sogar die Super Bowl habe ich mir angeschaut".

Schmidhofer: "Gehöre schon zum Inventar auf der Station"

Schmidhofer hatte sich am 18. Dezember bei einem Sturz in der Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere einen komplizierten Verrenkungsbruch des linken Kniegelenks zugezogen, der das Zerreißen aller unterstützenden Bänder zur Folge hatte. Seitdem wurden in Graz vier Operationen durchgeführt. "Ich gehöre schon zum Inventar auf der Station", scherzt Schmidhofer.

Zuletzt wurden am 1. März sämtliche Metallteile entfernt und beide Kreuzbänder arthroskopisch repariert. Mit dem Verlauf sei Unfallchirurg Mandl "höchstzufrieden". Bis Ostern stehe jetzt Erholung an, eine Nahtentfernung ist für den 15. März, Schmidhofers 32. Geburtstag, geplant. Wie lange sie danach in Tobelbad bleiben wird, ist noch nicht fix.

"Eine eventuelle kleine Operation ist bei so einer schweren Verletzung in weiterer Folge nicht auszuschließen. Aber wir gehen davon aus, dass die Nici, so wie ich sie kennengelernt, habe, relativ zielstrebig die Reha machen wird", sagt Mandl. Dabei sollen auch die Physiotherapeuten des ÖSV eingebunden sein.

Wenn man sich die Bilder des Unfalls ansehe, müsse man froh sein, "dass es so ausgegangen ist". Denn bei einem Drittel dieser Verletzungen gebe es auch Schädigungen der Gefäße und Nervenbahnen. "Da hätte wesentlich mehr passieren können", erklärt Mandl, der sich als "Sprachrohr" des Dreier-Ärzteteams mit Günter Kohrgruber und Johann Steinböck bezeichnet.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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