ÖSV-Boss Schröcksnadel: In China kein "Trottel"

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ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ist dafür bekannt, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten.

So ist es wenig verwunderlich, dass sich nach der scharfen Kritik der Skistars wie Alexis Pinturault, Felix Neureuther oder Reinfried Herbst auch der 78-Jährige in puncto Sinnhaftigkeit der Parallel-Bewerbe kein Blatt vor den Mund nimmt.

„So wie es sich für mich darstellt, würde ich ihn weglassen“, sagt Schröcksnadel im Rahmen des Ski-Weltcups der Herren in Saalbach-Hinterglemm im Ö3-Interview.

Der Salzburger Pinzgau ist in den kommenden Tagen Schauplatz der Ersatz-Rennen für die wegen des Coronavirus abgesagten Bewerbe im chinesischen Yanqing.

Fairness und Sicherheit als Hauptproblem

Fehlende Fairness („Ein Lauf ist schneller als der andere“) und die Sicherheit der Läufer („Ich warte, bis sich zwei einmal gegenseitig abschießen“) seien die Hauptprobleme.

Schröcksnadel kann sich auch einen Verzicht auf die alpine Kombination vorstellen. Ein Kalender mit Slalom, Riesentorlauf, Abfahrt und Super-G könne so gestaltet werden, dass die Verletzungsgefahr geringer werde.

Schröcksnadel, der aufgrund seines Alters immer wieder auf seine Zukunft im ÖSV angesprochen wird, versteht die Diskussion diesbezüglich nicht.

„Schade ist, dass man nicht über die Qualität diskutiert, sondern über das Alter. In China wäre ein alter Mensch jemand, zu dem man ehrenvoll aufschaut. In Österreich sagen sie: ‚Der alte Trottel gehört weg.‘“

In China wäre ein alter Mensch jemand, zu dem man ehrenvoll aufschaut. In Österreich sagen sie: ‚Der alte Trottel gehört weg.‘“

Peter Schröcksnadel über das Alter

Er werde erst nach dem FIS-Kongress im Juni eine Entscheidung fällen. Erst wolle er die Weltmeisterschaft 2025 nach Saalbach holen. Ein vorzeitiger Rückzug seinerseits wäre für die Vergabe im Mai „nicht sehr günstig“, da bei „solchen Bewerbungen das Vertrauen eine große Rolle“ spielen würde. Neben den Salzburgern wollen auch Garmisch-Partenkirchen und Crans Montana die Titelkämpfe an Land ziehen.

Er fühle sich zwar körperlich und geistig fit genug, um weiterzumachen, aber „man muss wissen, wann die Zeit kommt, aufzuhören.“

"Man muss ein bissal Geduld haben"

Marc Digruber verletzt sich in Chamonix im Slalom
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Sorgen um die Zukunft der Skination Österreich macht sich Schröcksnadel trotz der Probleme im Jahr eins nach Marcel Hirscher nicht.

Man dürfe mit 15 Verletzten bei Damen und Herren sowie dem Abgang Hirschers nicht den Anspruch stellen, die Besten zu sein. „Das wäre sehr überheblich“, so der ÖSV-Präsident.

„Man muss schon auch ein bissal Geduld haben“, so der Tiroler, der an die Qualität der Trainer und Betreuer glaubt. Bestes Beispiel seien die Skispringer, die nach zwei eher schwachen Jahren zurück an der Spitze sind.

Der Rücktritt Hirschers habe auch Auswirkungen auf den gesamten Ski-Zirkus: „Im Sport ist es so, dass du entweder einen Helden willst oder willst, dass der Held verliert“, spricht Schröcksnadel die Polarisierung im Sport an. „Die haben wir im Moment nicht, weil es immer andere Sieger gibt. Im Moment sucht der Skisport seinen Helden. Ich hoffe, dass der nächste Held auch wieder von uns kommt."

Schröcksnadel: "Wenn einer schnell ist, dann fährt er im Weltcup"

Mit Adrian Pertl und Fabio Gstrein haben sich zwei junge Österreicher ins Rampenlicht gefahren. „Wir haben etliche Junge, die warten und durchaus Chancen haben, auf das Podest zu fahren“, macht sich Schröcksnadel um die Mannschaft keine Sorgen.

Man werde sich jetzt den „langen Weg über den Europacup etwas ersparen. Wenn einer schnell ist, dann fährt er im Weltcup.“

„Wenn ich nicht daran glauben würde, dass wir am Ende der Saison wieder die Nummer 1 sind, müsste ich meinen Job niederlegen.“

Vor den Rennen in Saalbach liegt Österreich im Nationencup mit 6.065 Punkten hinter der Schweiz (6.562) auf Platz zwei.

Bereits am Donnerstag haben die ÖSV-Herren in der Abfahrt (LIVE ab 12:45 im LAOLA1-Ticker) und am Freitag im Super-G (LIVE ab 11 Uhr) die Chance, den Rückstand auf die Eidgenossen zu verkürzen.

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