Stuhec tritt aus Mazes Schatten

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Ilka Stuhec tritt aus Tina Mazes Schatten

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Seit neun Jahren fährt Ilka Stuhec im alpinen Skiweltcup.

Bis vor dieser Saison war die Slowenin aber wohl nur den wenigsten bekannt, ein vierter Platz im Super-G in Beaver Creek 2013 ihr bestes Ergebnis.

Im Dezember 2016 "explodierte" Stuhec und feierte vier Siege binnen 16 Tagen. Am Mittwoch holte sie beim Weltcup-Finale in Aspen Saisonsieg Nummer 6 und damit auch die kleine Kugel in der Abfahrt.

Die 26-Jährige ist damit die erste Slowenin, die Kristall in dieser Diszplin einheimst. Das schaffte nicht einmal ihre berühmte Landsfrau Tina Maze, in deren Schatten Stuhec jahrelang fuhr.

(Keine) Gemeinsamkeiten mit Maze

"Leider kann ich nicht sagen, dass Tina und ich Freunde sind, weil sie nicht oft mit uns unterwegs war", erklärte Stuhec.

Mit Maze, die zu Beginn des Jahres endgültig ihre Karriere beendete, hat sie dennoch etwas gemeinsam. Ähnlich wie die zweifache Olympiasiegerin vertraut Stuhec auf ihr eigenes Team. Im Gegensatz zu ihrer erfolgreichen Landsfrau wendete sich die Speed-Spezialistin nicht freiwillig vom slowenischen Skiverband ab.

Stuhec flog 2009 nach insgesamt fünf Operationen am rechten Knie aus Sloweniens Kader, woraufhin es Mutter und Tochter auf eigene Faust versuchten. "Es war ein riesiger Schritt", erinnerte sich die 26-Jährige, "meine Mutter hat mich gerettet als ich ganz unten war. Sie hat wirklich alles für mich getan."

Mama Darja fungiert noch heute als Trainerin und auch das Präparieren der Ski vor jedem Rennen zählt zu ihren Aufgaben.

Training mit Männern

Seit diesem Sommer fährt Stuhec auf Stöckli-Skiern. Auf den Schweizer Latten raste Maze in der Saison 2012/13 zu ihrem Gesamtweltcupsieg mit Punkterekord.

Der Materialwechsel war laut Stuhec einer der wichtigsten Faktoren für ihren Erfolg. Aber auch ein spezielles Training im Sommer scheint nun Früchte zu tragen: „Ich habe die meiste Zeit mit den slowenischen Speed-Herren trainiert. Ich habe dabei versucht, mir etwas abzuschauen und mein Selbstbewusstsein gestärkt.“.

Mit dem neu gewonnen Selbstvertrauen im Rücken überzeugte Stuhec auf den kurzen Latten und holte mit den Rängen 1, 2 und 3 auch die kleine Kugel im Kombinations-Weltcup. „Manchmal macht auch Slalom Spaß“, sagte die Slowenin, die sich im Jahr 2007 in Altenmarkt zur Slalom-Juniorenweltmeisterin kürte.

Zehn Jahre später zählte sie bei der WM der "Großen" in St. Moritz zu den großen Favoritinnen. Obwohl die 26-Jährige im Vorfeld tiefstapelte und nichts von einer Medaille wissen wollte, fuhr sie souverän zu Abfahrts-Gold.

Kugel-Hattrick nach WM-Gold?

Nach dem WM-Titel und den kleinen Kugeln in Abfahrt und Kombination greift Stuhec am Donnerstag (16:30 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) nach Kristall im Super-G. Zwischen ihr und Tina Weirather ist ein Herzschlagfinale zu erwarten, die Slowenin hat auf die Liechtensteinerin nur 15 Zähler Vorsprung.

Auch im Gesamtweltcup hat Stuhec noch theoretische Chancen, ihr Rückstand auf Mikaela Shiffrin beträgt drei Rennen vor Schluss aber schon 278 Punkte. Sollte es mit dem Gewinn der Großen Kristallkugel wie zu erwarten nichts werden, geht für die Slowenin die Welt nicht unter.

"Die Saison war sowieso unglaublich", meinte Stuhec, die mittlerweile bestens bekannt ist.

Textquelle: © LAOLA1.at

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