Das erwartet Vanek und Grabner

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Das erwartet Vanek und Grabner

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Das erste Wochenende der NHL Free Agency ist vorbei.

Auch wenn Superstar Steve Stamkos doch nicht in den freien Markt ging, war der vergangene Freitag ein turbulenter.

Über 600 Millionen Dollar brachten die 30 General Managers der NHL unters Volk. Für Österreich vor allem interessant: Sowohl Thomas Vanek als auch Michael Grabner fanden schon nach kurzer Zeit neue und sehr spannende Arbeitgeber.

LAOLA1 blickt auf die Detroit Red Wings und New York Rangers und die dort angedachten Rollen der beiden Stürmer.

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Thomas Vanek

1-Jahres-Vertrag zu 2,6 Mio. Dollar, keine Klauseln bekannt

Nach dem Buyout durch die Minnesota Wild war unklar, wo Vanek landen würde. Doch ohne jegliche Last eines zu hohen oder zu langfristigen Vertrags und dem Stamkos-Rückzug war der Flügel natürlich eine interessante Variante auf dem Markt. Bezeichnend das Statement von Red-Wings-GM Ken Holland: „Man schaut sich immer nach Toren um.“

Auch wenn Vaneks Torerfolge in den letzten drei Jahren sukzessive nach unten gingen (27-21-18), verspricht sich Holland vor allem im Überzahlspiel neue Impulse: „Thomas bringt eine große und schwere Präsenz ums Tor herum ein.“

Dem Vernehmen nach war zwar Alexander Radulov (ging zu den Canadiens) Hollands erste Variante. Doch die Verpflichtung des launenhaften Russen wäre wohl eher ein noch größeres Risiko als Vanek gewesen.

Alledings muss auch er in letzter Zeit gegen den Ruf als etwas lethargischer und zeitweise schwerfälliger Stürmer ankämpfen. Pikant auch: John Torchetti, der ihn in der letzten Saison als Wild-Interimscoach mehrere Male zum „Healthy Scratch“ machte, ist nun Assistant Coach in Detroit. Doch Holland gab an, auch von Torchetti vor allem Positives über Vanek gehört zu haben.

  • Wie gestaltete sich die Free Agency sonst für die Red Wings?

Sie nahmen Darren Helm vom Markt, doch über 19 Mio. Dollar für den schnellen, aber nicht übermäßig begabten Center scheinen überzogen. Nach der Heimkehr von Pavel Datsyuk wollte Holland offenbar nicht noch einen Mittelstürmer verlieren.

Frans Nielsen, ein seit Jahren verläßlicher Zwei-Weg-Center bei den Islanders, wurde für sechs Jahre um 31, 5 Mio. Dollar verpflichtet. Die Mitte des Eises ist also in guten Händen bei den Red Wings.

Die in Detroit stets eher vernachlässigte Rolle des Provokateurs und Fighters wurde mit Steve Ott (1 Jahr, 800.000 Dollar) gefüllt - er gilt allerdings als tickende Zeitbombe auf und neben dem Eis.

  • Vanek und seine Rolle

Die Red Wings gelten schon seit ewigen Zeiten als Organisation, die ältere Spieler bevorzugt. Die Youngsters werden so lange in den Minors bzw. auf der Tribüne und in hinteren Reihen gehalten, bis sie überreif sind. Routinier Vanek könnte daher vor allem zu Saisonbeginn gute Karten im Überzahlspiel haben. Auf den Flügeln vor ihm gereiht sind der angehende Superstar Dylan Larkin (könnte sich aber auch mit Henrik Zetterberg in der Mitte abwechseln), der superschnelle Gustav Nyquist, Justin Abdelkader sowie der Slowake Tomas Tatar. Vanek könnte also zu einem „Middle-Six“-Winger mit PP-Duty werden.

Doch bei schwachen Leistungen droht Gefahr von hinten: Einige Spieler sind knapp daran, in Scorerrollen zu schlüpfen. Dazu gehören vor allem der 21-jährige Andreas Athanasiou (sehr schnell) und Teemu Pulkinen (schießt von überall und das präzise). Mit Abstrichen der Slowake Tomas Jurco (schafft er noch den Durchbruch?) sowie der noch wenig NHL-erfahrene Cracks wie die in der AHL sehr stark agierenden Anthony Mantha oder Tomas Nosek. Cracks wie Ott oder Drew Miller sollten mit Vanek wenig zu tun haben, sie füllen spezifische Rollen.

Insgesamt herrscht in der Red-Wings-Offensive ein ziemliches "Gewurl": Gleich 14 Spieler (darunter auch Vanek) müssten durch die Waivers gehen, dazu kommen dann noch Fixstarter Larkin sowie Mantha, Athanasiou und Nosek, die frei zwischen Detroit and der AHL wechseln können. Das macht 18 Angreifer, von denen nur Martin Frk trotz Waivers ein sicherer AHLer ist. Die langzeitverletzten Johan Franzen und Joe Vitale wirken sich wenigstens nicht auf die Cap aus.

Vanek hat sicher weiterhin die Hände für eine NHL-Offensivrolle. Doch es wird interessant zu sehen, wie sehr er sich in einem Team, das sich schon seit Jahrzehnten durch sein schnelles Skating auszeichnet, seine Rolle findet. Im Übergang der älteren (Datysuk und wohl bald auch Zetterberg) zur jüngeren (Larkin, Abdelkader, Athanasiou) Generation könnte der 32-jährige als Überbrückung gute Dienste leisten. Besser als Vorjahresflop Brad Richards sollte er sich allemal präsentieren…

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Michael Grabner

2-Jahres-Vertrag zu 3, 2 Mio. $ (1, 6 Mio. pro Jahr als Gehalt und Salary Hit). Keine Klauseln bekannt.

Etwas überraschend kam Michael Grabner schon am ersten Tag der Free Agency unter. Das hat er vor allem Carl Hagelin zu verdanken. Was der Flügel von Stanley-Cup-Winner Pittsburgh mit dem Österreicher zu tun hat?

Die Rangers ließen den Schweden im letzten Sommer nach Anaheim ziehen, die Penguins holten ihn dann im letzten Jänner. In New York ging inzwischen schon die Penalty-Killing-Quote drastisch nach unten, die Saison beendeten die Rangers in dieser Kategorie als 26. - eine Spielzeit zuvor war man diesbezüglich noch Sechster. Das Fehlen von Hagelin war offensichtlich. Sein Spielerprofil: Einer der schnellsten Skater der Liga, kann dadurch Spielzüge des Gegners unterbinden und ist mit seinem Speed im PK auch eine Bedrohung für die gegnerischen Puckmover an der blauen Linie.

Das liest sich wie das Scouting-Profil von Grabner (Hagelin könnte noch um eine Winzigkeit schneller sein) und der Österreicher spielte in der letzten Saison im Toronto-Dress die zweitmeisten Unterlegenheitsminuten in der Liga. Grabner soll also das Rangers-PK wieder nach oben führen, alles andere wäre Zugabe. Denn auch bei Hagelin konnten die Hände bei Breakaways oft nicht mit den Beinen mithalten. Sollte Grabner nach zwei Jahren Unterbrechung aber wieder auf eine zweistellige Trefferausbeute kommen (zuletzt neun für die Maple Leafs), wäre das ein willkommener Bonus.  

  • Wie gestaltete sich die Free Agency für die Rangers?

Noch nicht sehr aufregend. Von den vier am 1. Juli verpflichteten Spielern (Adam Clendeling, Michael Paliotta, Nathan Gerbe und Grabner) werden nur den letzten beiden Stammplätze (und die in Bottom-6-Rollen) zugetraut. Da muss noch etwas nachkommen, strebt GM Jeff Gorton doch einen leichten Umbruch an.

Das Hauptproblem dabei: Bei knapp zwölf Millionen Cap Space muss er noch die Restricted Free Agents Dylan McIlrath (geht in Richtung Erstrunden-Flop), Chris Kreider, J.T. Miller und Kevin Hayes mit Verträgen versorgen. Vor allem Hayes und Kreider kommen aus ihren Entry-Level-Verträgen und können nur mit größeren Gehalts- und vor allem Salary-Hit-Erhöhungen gehalten werden. Dieses Quartett wird mit ungefähr zehn Mio. Dollar Cap Space erwartet. Für größere Umbauten muss Gorton in seiner zweiten Saison daher eher auf Trades denn auf große Signings setzen.

  • Grabner und seine Rolle

Gerbe, der mit 1, 65 Meter kleinste NHL-Crack, und Grabner werden sicher zu den Top-Vier unter den Penalty-Killern gehören, dazu kommen noch Jesper Fast und die natürlich vor allem mit Scoreraufgaben behafteten Derek Stepan und Rick Nash. Grabner, Gerbe, Fast und der äußerst limitierte, aber beliebte Tanner Glass gehören auch zu den Kandidaten für die vierte Linie, von deren Vorjahrsbesetzung Dominic Moore (noch ohne Team) und Viktor Stalberg (Carolina) nicht mehr dabei sind. Sollte Grabner das Glück haben, etwa an der Seite eines Centers wie  Kevin Hayes aufzulaufen, könnte das den Scorerzahlen des Villachers nur gut tun.

  • Grabner und seine Zusatzrolle

Durchaus möglich, dass Gorton mit der Verpflichtung von Grabner und vor allem dem Zweijahres-Vertrag schon an den 21. Juni 2017 gedacht hat. Da steht nämlich der Expansion Draft an, bei der sich Neuling Las Vegas bei jedem Team mit einem Spieler bedienen kann. Die Rangers können wie jede der bestehenden 30 Organisationen eine bestimmte Anzahl von Spielern von der Auswahl ausnehmen, nämlich entweder acht Feldspieler insgesamt oder die Kombination 3 Verteidiger/7 Stürmer.

Zwei Angreifer müssen auf jeden Fall angeboten werden und zwar auf folgender Grundlage:

- keine No-Movement-Klausel

- kein „Unsigned Draft Choice“ oder Spieler, die erst ein oder zwei Jahre unter Vertrag stehen

- unter Vertrag für 2017/18

- hat 40 Spieler in der abgelaufenen ODER 70 Spiele gesamt in den letzten beiden Saisonen absolviert

Grabner erfüllt alle diese Kriterien. Ganz unabhängig davon, wie die Saison für ihn läuft, könnte er daher im nächsten Juni für die Rangers einen ganz besonderen Mehrwert darstellen…



Indes hat sich Toronto diesen jungen Mann gekrallt:


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