Seiner Gattin zum Trotz

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Trotz Abraten seiner Frau nach Graz

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Entspannt, aber dennoch sehr fokussiert.

So präsentiert sich Doug Mason bei seinem ersten Medientermin als neuer Headcoach der Graz99ers.

Und das, obwohl der gebürtige Kanadier am Donnerstag eine elfstündige Autofahrt aus seiner Heimat Holland zu absolvieren hatte.

„Bis jetzt ist alles sehr gut gegangen. Die Spieler habe ich gebeten, etwas Geduld mit mir zu haben, denn ich kenne natürlich teilweise noch nicht ihre Namen und Gewohnheiten. Das wird ein paar Tage dauern, aber die Jungs sind bereit zu arbeiten. Das war heute im Training bereits deutlich zu sehen“, zeigt sich Mason aber trotz der Strapazen mit seinem Start in Graz zufrieden.

"Doug, bleib bitte in Holland!"

Dabei wäre es unter Umständen zu gar keinem Engagement in der steirischen Landeshauptstadt gekommen, hätte der routinierte Trainer auf seine Frau gehört.

„Doug, bleib bitte in Holland! Mach den Nachwuchs, bleib Bundestrainer, dann ist das ok“, hatte ihn seine Gattin, mit der er zwei Kinder hat, in den letzten Jahren immer wieder gebeten, seine Trainerkarriere im Ausland für beendet zu erklären. Schließlich muss auch er selbst mit einem Augenzwinkern gestehen: „Ich habe Respekt vor jedem Trainer, denn es ist ein Scheiß-Beruf!“

Für den 61-Jährigen kam dies allerdings trotzdem nie in Frage. „Das ist nicht genug für mich. Der Druck und die Spannung ist das, was mich motiviert“, gab ihr Mason als Antwort auf ihr Anliegen.

Mason setzt auf Kommunikation

Diese Komponenten des Eishockey-Business findet er beim kriselnden Klub aus der Murstadt, der zehn seiner letzten elf Partien verloren hat, momentan in jedem Fall vor.

„Wenn eine Mannschaft so oft verliert, hat das auch viel mit dem Kopf zu tun. Ein jeder Spieler denkt, dass er hart arbeitet, aber das tut er nicht. Jeder denkt zu viel auf dem Eis“, macht Mason vor allem mentale Probleme für solch eine Negativserie verantwortlich.

Wie er dies ändern möchte?

Kurzfristig mit einem seiner Steckenpferde, nämlich der Kommunikation mit seinen Cracks. „Ich rede gerne und viel! Beim Gespräch heute Morgen in der Kabine habe ich versucht, den Druck etwas wegzunehmen und den Jungs die Möglichkeit zu geben, sich auf das Gewohnte zu konzentrieren. Hoffentlich bringt uns das am Abend drei Punkte, denn das ist es jetzt, was die Mannschaft braucht.“

Erst danach werde er sich langsam auch an eine Veränderung und Verbesserung der taktischen Vorgaben machen.

„Arschtritt“ mit den 43ern

Neben der Konzentration auf die eigenen Stärken, oder auf das Gewohnte, wie Mason es nennt, muss sich seiner Ansicht nach vor allem die Einstellung ändern.

Die Graz99ers verlieren bei der Hallen-Neueröffnung gegen den HC Innsbruck mit 1:2 n.OT. Die besten Bilder von der Halle und vom Spiel:

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„Sie sollen, koste es was es wolle, bereits sein, ein Spiel zu gewinnen. Das hat man in der letzten Zeit ein bisschen verloren, davon bin ich überzeugt, denn ich habe das schon so oft gesehen. Das hat nichts mit Ivo Jan zu tun. Für Spieler ist es ganz einfach, Entschuldigungen zu finden. Sie müssen jetzt die Verantwortung auf die eigene Schulter nehmen und dabei versuche ich ihnen zu helfen, indem ich eine vertraute Umgebung für sie erzeuge“, skizziert der langjährige DEL-Coach genau das Problem und auch die Lösung.

Dennoch scheue sich Mason nicht davor, wenn seine Spieler „die 43er fühlen müssen“, sie dies auch zu lassen.

Aber natürlich immer im gegenseitigen Respekt! Denn „wenn man ein Arschloch ist und dann kritisiert, reagiert die Mannschaft nicht.“

Schnelles und aggressives Eishockey

Ungerecht und unfair will er laut eigenen Angaben auch zu den Nachwuchs-Hoffnungen nicht sein, die unter Ivo Jan, der im besten Fall ein Drei-Linien-Spiel aufgezogen hat, überhaupt nicht zum Zug kamen.

„Wir spielen mit vier Linien! Wenn man mit Tempo spielen will, muss man fitte Beine haben und das hat man mit drei Sturmreihen nicht“, spielt der neue Headcoach auf seine kräfteraubende Philosophie an.

Schnelles und aggressives Eishockey will der Kanadier bieten, die Scheibe muss man „jagen, jagen, jagen.“

Wie gute Jäger die 99ers unter ihrem neuen Trainer wirklich sein werden, wird man in den nächsten Wochen sehen.

Mason ist in jedem Fall bereit für seine neue Aufgabe – entspannt, aber dennoch fokussiert.

Marc Schwarz

Textquelle: © LAOLA1.at

Trainer-Beben bei den 99ers: Jan muss gehen, Mason kommt

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