Drei heiße Fragen an die EBEL-Coaches

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Es ist wieder Eiszeit!

Am Freitagabend startet die Erste Bank Eishockey Liga mit elf Teams in die Saison 2019/20 (Runde 1, ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker). Meister KAC ist der große Gejagte, aber ein klarer Favorit auf die Karl Nedwed Trophy ist wieder nicht auszumachen - zu eng ist die EBEL.

Vor dem Start in die neue Spielzeit hat LAOLA1 alle elf Coaches zum kurzen Rapport gebeten: Warum wird ihr Team besser abschneiden als letzte Saison? Warum ist ihr Team und seine Stadt ein guter Platz zu arbeiten? Und welchen größten Entwicklungs-Wunsch an die Liga hegt jeder Trainer?

Hier die Antworten!

Petri Matikainen - KAC

Foto: © GEPA

Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr wieder Meister zu werden?

Wir versuchen, die tägliche Arbeit mit dem Team sehr gut zu machen. Darum geht es: Die tägliche Arbeit. Ich habe im Moment eine tolle Chemie im Team und viel Competition, dazu junge Typen, die Schritte vorwärts machen und eine Karriere aufbauen wollen, auch die Älteren sind stark. Darum bin ich optimistisch - wir sind immer noch hungrig. Die neuen Spieler haben sich auch sehr gut eingefügt. Wir haben nicht viel geändert, aber dennoch Schlüsselspieler neu eingebracht.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Ich mag alles! Das Wetter, die wunderschöne Stadt, die Organisation will sich als Ganzes immer verbessern und das Team ist hungrig. Du weißt nicht, wer es am Ende gewinnt, das ist ein langer Weg dorthin. Aber als Gruppe können wir uns immer weiterentwickeln, als Individuen und auch als Team. Wir werden gut ausschauen.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Ich würde die Imports auf lange Sicht noch weiter reduzieren. Da müssen die Österreicher stärker ins System integriert werden. Wir haben nur sieben Imports, wir könnten elf haben - aber das wollen wir nicht. Weil wir an die heimischen Jungs glauben. Auch das ist eine große Sache in Klagenfurt. Die Anpassung der Punkteregel ist absolut der richtige Schritt. Man kann diese Sache nicht auf einmal radikal ändern, sondern muss in kleinen Schritten denken.

Dave Cameron - spusu Vienna Capitals

Foto: © GEPA

Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Es gibt keine Garantie dafür, du musst jeden Tag hart arbeiten. Es gibt gute Coaches und Spieler in dieser Liga. Du musst dich vorbereiten und alles reflektieren, was geschehen ist. Ich mag die Truppe, die wir haben. Wir haben auch Jungs, die bereits wissen, wie es ist, die Liga zu gewinnen.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Die Organisation ist erste Klasse. Hans Schmid (Präsident, Anm.) hat einen tollen Job gemacht, die tägliche Arbeit von Franz Kalla (Manager, Anm.) ist herausragend. Sie kümmern sich um die Spieler und sorgen dafür, dass es keine Ausreden gibt. Die Infrastruktur ist gut, die Mitarbeiter sind engagiert. Die Stadt ist herausragend, nicht umsonst die lebenswerteste Stadt der Welt.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Ich würde lieber überall hinfliegen können und nicht so viel Zeit im Bus verbringen müssen.

Matt McIlvane - EC Red Bull Salzburg

Foto: © GEPA

Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Die extra Portion Jugend durch die erste Legionärsreduktion wird uns helfen. Da sind wir als Coaching Staff natürlich gefordert, und auch die Führungsspieler. Einen Star wie Matthias Trattnig und seinen Stellenwert innerhalb und für die Mannschaft kann man nicht so leicht ersetzen. Aber wir haben mit Raffl, Heinrich, Regner, um nur ein paar zu nennen, weiterhin ausgezeichnete Leader im Team. Und die Mannschaft ist die vergangenen beiden Saisonen ja nur ganz knapp am großen Ziel gescheitert, einmal im Finale in Spiel 7 und einmal im Halbfinale in Spiel 7. Heuer werden wir alles geben, um den Weg zu Ende zu gehen.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Für mich ist es einfach eine komfortable Situation, nun bereits in meine siebente Saison innerhalb der Red-Bull-Organisation zu gehen. Als Coach versucht man Stabilität zu finden und das ist mir bis zu einem gewissen Grad gelungen.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Da ich doch einige Jahre weg war, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt darüber noch keine Aussage tätigen.

Doug Mason - Graz99ers

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Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Wir haben eine noch homogenere Mannschaft, in der die Spieler miteinander befreundet sind. Außerdem hören sie auf die Dinge, die sie von mir und meinem Coaching Staff gesagt bekommen und setzen sie auch um.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Die Leute in Graz sind besonders. Im Eishockey-Business sind wir alle so konzentriert und fokussiert auf die Siege und Niederlagen, dabei ist das gar nicht das Wichtigste. Es geht um die Menschen, mit denen man jeden Tag zusammen arbeitet. In der Geschäftsstelle in Graz haben wir bis zum Präsidenten hinauf fantastische Leute. Auch die Spieler sind Top-Persönlichkeiten, darum macht mir meine Arbeit im Moment sehr viel Spaß.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

In dieser Hinsicht ist meine Meinung nicht wichtig. Die Liga macht einen hervorragenden Job, wird in allen Belangen immer professioneller. Es gibt aber natürlich immer etwas zu optimieren, selbst in der NHL sind die Vereine nicht perfekt. Jede Liga und jeder Verein muss sich einfach immer verbessern wollen, das muss das Ziel sein.

Clayton Beddoes - HC Bozen

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Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Wir haben eine starke Truppe, ich sehe keine Löcher im Line-up. Wir haben vier starke Linien, sieben starke Verteidiger und starke Goalies. Letztes Jahr gab es gegen Ende auch Verletzungen. Aber momentan sieht es nach vier starken Linien aus.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Die Stadt ist schön, sie hat ein tolles Klima, eine historische Altstadt. Ich mag die Kultur hier. Am Verein gefällt mir, dass immer ein Team gebaut wird, das um Siege spielen kann. Sie geben dem Coach die Möglichkeit, Spiele zu gewinnen, die Ressourcen und Spieler, die es dafür braucht. Das war für mich ein großer Grund, hier her zu kommen.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Ich habe die Liga schon einige Zeit verfolgt. Hier werden viele Dinge gut gemacht. Aber man kann sich in der Verbindung zu den Fans immer verbessern, die Spieler und Trainer für die Fans besser "angreifbar" machen. Mit Social Media und der Technologie heutzutage ist es wichtig, die tägliche Verbindung der Fans zu ihren Spielern immer stärker zu gestalten. Diese Verbindung sollten wir so weit bringen, dass sie sogar das Spiel verbessert, Eltern dazu anregt, ihre Kinder zum Eishockey zu bringen - all diese Dinge können passieren, wenn man diese Verbindung stärker forciert.

Hannu Järvenpää - Fehervar AV19

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Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Wir haben diese Saison Spieler, die besser aussehen (lacht). Nur ein Witz. Ich hatte freie Hand, mir Spieler auszusuchen, und bin zuversichtlich, dass die Wahl der Neuzugänge gut ausgefallen ist und sie unser Spiel tatsächlich noch weiter verbessern werden.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Wir sind in Ungarn, aber wir haben ein tolles Management. Wenn sie ein Versprechen abgeben, halten sie das auch. Die Leute in der Stadt sind entspannt. Manchmal ist es mit der Sprachbarriere schwierig, aber ich habe mit der Zeit gelernt: Wenn du die Sprache nicht kennst, lächle! Dann findest du die Wege trotzdem. Ich lächle viel in Fehervar. Obwohl Ungarisch und Finnisch als Sprachen miteinander verwandt sind, gibt es leider nicht viele Übereinstimmungen. Manchmal passiert es mir aber schon, dass ich mich umdrehe, weil ich glaube, dass da einzelne Wörter Finnisch gesprochen werden.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Mir fällt gerade nichts ein, was noch besser laufen könnte, aber will hier einen Punkt loben: Ich habe die EBEL vor Lyle Seitz und nach ihm gesehen. Ich bewundere seine Arbeit. Wie er die Liga organisiert, auch die Referees sind wesentlich besser, als sie es früher waren. Es läuft alles glatt, ich mag die Liga. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann hätte ich gerne sechs Punkte aus unseren ersten beiden Spielen, das wäre großartig (lacht).

Miroslav Frycer - HC Znojmo

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Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Wir haben zwar wichtige Spieler verloren, aber hoffentlich bessere neu dazubekommen. Die gesamte Mannschaft hat im Sommer sehr hart gearbeitet und die Jungs geben auch jetzt auf dem Eis hundert Prozent. Das ist das, was ich als Trainer sehen will. Wir werden auch heuer wieder offensiv spielen und die Zuseher so auf unsere Seite bekommen - für uns ein wichtiger Faktor.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Ich bin mit dem Präsidenten auf einer Wellenlänge. Wir wollen den HC Znojmo als Marke etablieren, sodass er nicht nur irgendein x-beliebiger Verein aus dem Osten ist, sondern im Konzert der Großen mitspielt.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Die Kommunikation zwischen den Schiedsrichtern und den Trainern muss verbessert werden. Das wurde auch schon im Rahmen eines gemeinsamen informellen Gesprächs diskutiert. An diesen Dingen muss jeder von uns arbeiten.

Tom Rowe - Black Wings Linz

Foto: © GEPA

Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Unser Kader ist heuer viel tiefer und wir haben uns von Spielern getrennt, die nicht in unser System passen. Das sind keine schlechten Spieler, aber nicht die richtigen für uns. Die Neuen sind Charakter-Typen, die wissen, dass die Erwartungen in Linz hoch sind und damit umgehen können. Die Playoffs sind für uns ein Muss.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Die Herausforderung, die hohen Erwartungen in Linz zu erfüllen. Ich bekomme die Zeit und das Vertrauen ausgesprochen, um mein System zu implementieren und zu lehren.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Als Coach habe ich mir darüber keine Gedanken zu machen. Sei es nun die Punkteregel oder die Overtime, die Liga wird versuchen, das Produkt größer und für die Fans interessanter zu machen.

Jussi Tupamäki - Dornbirn Bulldogs

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Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Letztes Jahr war ich nicht hier, also kann ich nicht genau sagen, was wir besser machen könnten. Aber für uns ist es wichtig, einen Neuanfang zu bekommen, mit neuen Gesichtern, Spielern und Trainern. Wir wollen nicht nach hinten schauen. Wir müssen nur genug Zeit als Mannschaft zusammen verbringen. Wir müssen eine Stimmung und Teamgeist aufbauen.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Dornbirn ist eine schöne Stadt, sie ist nicht zu groß. Und im Eishockey... die Bulldogge ist ein kleiner Hund. Er wurde in Kämpfen benutzt. Er ist unerbittlich, nach dem ersten Biss lässt er nicht los - er gibt nicht auf. Das ist, was ich auch in der Mannschaft erkenne.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Ich brauche noch ein bisschen Erfahrung mit der Liga, bevor ich dazu etwas sagen kann. Es ist eine gute Liga, sehr harte Spieler, viele Tore - es ist eine Angriffs-Liga. Zumindest bis jetzt. Aber mit all diesen finnischen Trainern könnte es in eine andere Richtung gehen. Für mich als Trainer ist es sehr wichtig, dass ich lerne, was in dieser Liga wichtig ist, das wird Zeit brauchen.

Rob Pallin - HC Innsbruck

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Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Jeder weiß, dass wir für Offensiv-Spektakel stehen. Das wollen wir weiterhin, aber wir haben den Fokus diesmal auch auf die Defensive gerichtet. Das hat sich schon in der Vorbereitung gezeigt.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Mir sind die Berge egal, mir sind die Flüsse und auch die Wälder egal - es geht um meine Familie und meinen Job. Das war in Fehervar so und das ist auch jetzt so. Ich liebe einfach die Herausforderung, wenn Leute sagen, dass du etwas nicht kannst und du sie dann Lügen strafst. Jeder in der Liga glaubt, dass wir es schwer haben werden. Selbst die Innsbrucker glauben das.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Ich bin absoluter Befürworter der Legionärsreduktion, aber die Liga müsste sich etwas überlegen, um die finanzschwächeren Teams zu schützen - um die Ausgeglichenheit in der Liga zu gewährleisten und jedem eine faire Chance zu geben. Wenn die Imports auf sechs bis sieben Spieler reduziert werden, gibt das Salzburg, Wien, Linz etc. nicht das Recht, alle guten Österreicher zusammenzukaufen. Eine Idee wäre, ein System ähnlich jenem des Expension Drafts in der NHL zu implementieren. Jedes Team kann eine bestimmte Anzahl an Spielern schützen und der Rest kommt auf den freien Markt.

Jyrki Aho - VSV

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Was macht Sie zuversichtlich, dieses Jahr besser als zuletzt abzuschneiden?

Ich hoffe, dass wir ein größeres Herz haben. Wir wollen das Spiel besser durchziehen und unseren Einsatz an jedem Abend verbessern, dann werden auch die Resultate wieder kommen. Ich habe mich jetzt nicht wirklich für die Ergebnisse der letzten Saison interessiert, ich kenne die Hintergründe. Ich habe einige der älteren Spieler angesehen, aber da wir jetzt einen Neustart haben, ist das meiste Geschichte.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Arbeitsplatz?

Das ganz Besondere an Villach ist, was es für ein schöner Ort ist. Es ist großartig, dort zu leben. In der Organisation gibt es viele Menschen, die etwas entwickeln und den Klub besser machen wollen. Diese Menschen braucht es in einem Klub. Wir haben sicher viel zu tun.

Wenn Sie eine Sache an der EBEL ändern könnten - was wäre das?

Vielleicht würde ich das Spielsystem ändern und mehr Grunddurchgangsspiele spielen. Aber ich habe noch keine Erfahrungswerte damit, wie sich die Saison in diesem Format anfühlt - oder Ahnung, was die Spieler dazu sagen würden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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