Eder und Eberhard: Getrennt, aber im Ziel vereint

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Für Österreichs Biathleten steht mit dem Heim-Weltcup in Hochfilzen am kommenden Wochenende das erste Highlight der Saison auf dem Programm. 

Aus rot-weiß-roter Sicht gelten Simon Eder und Julian Eberhard als heißeste Eisen. "Diese zwei können bei den Herren auf das Podest laufen. Und wenn sie ihre Leistung bringen, ist das auch für die Staffel möglich", sagt der Sportliche Leiter im ÖSV, Markus Gandler.

"Mit Simon ist immer zu rechnen", erklärt Gandler zum Sprintbewerb am Freitag. Der Salzburger sei auch in der Verfolgung sehr hoch einzuschätzen. Auch für Eberhard sei nach dem guten Auftakt in Östersund - Rang vier im Einzelbewerb - viel möglich. "Julian ist richtig heiß. Er hat sich sehr gut weiterentwickelt und sich im Schießen gefestigt."

Eder und Eberhard auf unterschiedlichen Wegen

Eder und Eberhard haben beide den Biathlonsport von der Pike auf bei Alfred Eder in Saalfelden gelernt, aktuell verfolgen Simon Eder und Julian Eberhard ihre Ziele aber auf getrennten Wegen. Der Sohn des früheren ÖSV-Cheftrainers bereitet sich in einer eigenen Gruppe vor, sein Kollege setzt auf das Training unter ÖSV-Chefcoach Reinhard Gösweiner. Ab Freitag jagt das Duo in Hochfilzen Spitzenplätzen nach.

Schnellschütze Eder hat 2009 im Weltcup und zuletzt bei der WM im Februar mit Bronze im Massenstart als einziger aktiver ÖSV-Athlet Einzel-Podestplätze in der Heimat erreicht. Nach vielversprechendem Auftakt des Olympia-Winters in Östersund sieht sich der 34-Jährige ganz nahe an der Topform. "Diese Woche müsste es passen", sagt der Salzburger, der mit vier Damen in der "Biathlonschmiede" mit seinem Vater und Sandra Flunger trainiert.

In den vergangenen Jahren sei seine Entwicklung so gut wie nie zuvor gewesen, betont Eder. Vor dem Olympia-Winter hat er keinen Trainingskurs mit dem ÖSV-Team absolviert, der fehlende Vergleich mit der Herren-Elite wirke sich aber keineswegs negativ aus. "Es muss ohnehin jeder sein Gefühl selbst finden. In der Männergruppe wird eher gepusht, bei den Damen herrscht beim Laktattraining mehr Vernunft", begründet der Familienvater.

Seine erste Einzelmedaille bei der Heim-WM habe viel bewirkt, betont Eder, dessen Schusszeiten nur wenige Konkurrenten nahekommen. "Das war das große Ziel und sie bringt jetzt auch etwas mehr Lockerheit."

Eberhard hat Wurzeln nicht vergessen

Julian Eberhard hatte auch die Trainer beeindruckt, als er im 20-km-Bewerb in Östersund bei 20 Schüssen nur einen Fehler verzeichnete und Vierter wurde. Die verbesserte Konstanz beim Schießen habe ihren Grund auch in den Erfolgen der vergangenen Saison, sagt der zweifache Sieger im 10-km-Sprint 2016/17. "Ich konnte heuer mit einer ganz anderen Basis einsteigen. Mit Erfolg im Rücken fällt alles leichter, das Selbstwustsein ist groß und das Suchen fällt weg", erklärt Eberhard gegenüber der APA.

Engen Kontakt zu Simon Eder hat der ebenfalls aus Saalfelden stammende Eberhard weiterhin und er vergisst nicht seine sportlichen Wurzeln. "Ich habe mein ganzes Wissen von Fred Eder gelernt, darauf greife ich immer noch zurück."

Prognosen will Eberhard vor den Heimbewerben nicht abgeben. Da sei Biathlon die falsche Sportart, sagt er. Ein Fehler am Schießstand könne einen Rückfall um 15 bis 20 Plätze bedeuten. "Und ein Fehler ist schnell passiert", meint der 31-Jährige. Sein Selbstvertrauen ist nach den Erfolgen der vergangenen Saison groß. "Ich habe gesehen, dass ich Rennen entscheiden kann, ich bin nicht angewiesen auf Fehler von anderen", betont Eberhard.

Der Weltcup-Sechste von 2016/17 war 2014 in Sotschi dabei, blieb aber ohne Einsatz. An Pyeongchang, den Schauplatz der kommenden Winterspiele, hat er nur beste Erinnerungen. Eberhard hatte bei der Generalprobe den Sprint gewonnen und war in der Verfolgung Dritter. "Ich freue mich auf Olympia und fahre mit dem besten Gefühl hin. In der Vorbereitung ist Olympia immer sehr präsent, aber während der Saison gilt die Konzentration immer der kommenden Aufgabe."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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