Cibulkova lässt Kerber keine Chance

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Dominika Cibulkova triumphiert bei den WTA-Finals in Singapur.

Die Slowakin besiegt im Endspiel die Weltranglisten-Erste Angelique Kerber mit 6:3, 6:4. Cibulkova hatte sich mit ihrem Titelgewinn in Linz auf den letzten Abdruck für das Saisonabschluss-Turnier qualifiziert. Kerber verpasst die Chance, als erste Deutsche nach Steffi Graf 1996 den inoffiziellen WM-Titel zu gewinnen.

Im Doppel setzen sich Ekaterina Makarova/Elena Vesnina (RUS-4) mit 7:6(5) und 6:3 gegen Bethanie Mattek-Sands/Lucie Safarova (USA/CZE-3) durch.

Für den Event der besten acht Spielerinnen der Saison hatte sich Cibulkova erst vor zwei Wochen in Linz qualifiziert, als sie ihren insgesamt siebenten Titel holte. Nun ließ die in Bratislava unweit der österreichischen Grenze wohnhafte "Powerfrau" Nummer acht folgen, ihr bisher klar größter Erfolg. Vor einem Monat hatte sie in Wuhan/China das Finale erreicht, 2016 auch die Titel in Madrid (Sand) und Eastbourne (Rasen) geholt.

Kerber wehrt sich

Damit bewies die nur 1,61 m große Cibulkova, dass sie auf allen Belägen reüssieren kann. Mit ihrem dynamischen Spiel überraschte sie zum Saison-"Showdown" auch Kerber, gegen die sie in der Gruppe zum Auftakt in drei Sätzen verloren hatte. Während Kerber, Linz-Siegerin 2013, unbesiegt ins Finale gekommen war, stieg Cibulkova mit ihrem ersten Sieg - und zwar gegen die Rumänin Simona Halep - gerade noch auf.

Im Endspiel überrollte die Ex-Freundin von Jürgen Melzer Kerber in der Anfangsphase, fand einen Breakball auf das 4:0 vor. Die Favoritin fing sich, gab den Satz gegen die wieselflinke Cibulkova aber doch recht klar ab. Im zweiten Satz sah es nach ausgeglichenem Beginn dann doch nach einem schnellen Ende aus, Kerber wehrte in einem hochklassig gewordenen Match bei 4:5 aber noch ein paar Matchbälle ihrer Gegnerin ab.

"Mir fehlen die Worte"

Die hatte letztlich das Glück auf ihrer Seite, gewann die Partie mit einem Netzroller, blickte noch etwas ungläubig zu ihrer Box, bevor sie vor 8.000 Zuschauern im Singapore Indoor Stadium zu Boden fiel und in Tränen des Glücks ausbrach. "Das erste Mal hierherkommen und dann den Titel gewinnen, da fehlen mir die Worte", sagte sie im Sieger-Interview. "Als der Matchball verwertet war, war es mein glücklichster Moment."

Kerber hatte für Cibulkova auch einen Anteil an ihrem Erfolg: "Du warst eine Inspiration für mich in diesem Jahr. Mit harter Arbeit ist alles möglich." Die 28-jährige Gewinnerin der Australian und US Open hatte die Langzeit-Dominatorin Serena Williams heuer an der Weltranglistenspitze abgelöst. Als erste Deutsche das Saison-Finalturnier seit Steffi Graf 1996 zu gewinnen, dafür reichte es aber nicht.

Die von der WTA zur "Spielerin der Saison" gekürte Kerber stellte jedoch das Jahr in den Vordergrund ihrer Bilanz, nicht das letzte Match. "Es war das beste Jahr meiner Karriere. Ich habe alles gegeben, alles, was ich noch hatte", sagte Kerber mit leicht stockender Stimme. In der ersten November-Woche findet nun noch in Zhuhai in China die WTA-Elite-Trophy der nächstbesten Spielerinnen in der Jahreswertung statt.

Den Doppel-Titel hatten sich davor die russischen Rio-Olympiasiegerinnen Jekaterina Makarowa und Jelena Wesnina gesichert. Das Nummer-4-Paar gewann gegen die US-Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands und die Tschechin Lucie Safarova (3) 7:6(5),6:3. Die Inderin Sania Mirza wird das Jahr als Weltranglisten-Erste im Doppel beenden. Sie hat für dieses Turnier noch einmal mit der Schweizerin Martina Hingis gespielt.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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