Kleine Zahlen mit großer Wirkung

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Dominic Thiem: Kleine Zahlen mit großer Wirkung

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Oft wird im Sport und im speziellen gerade im Tennis vom ach so schmalen Grat zwischen Sieg und Niederlage gesprochen.

Nicht selten wird dies von "Fans" als faule Ausrede abgekanzelt. Schließlich käme es doch einfach darauf an, mehr Punkte als der Gegner zu machen. Dann könne eigentlich nicht mehr viel passieren. Ein Irrglaube.

Eine kürzlich veröffentliche Statistik auf der offiziellen ATP-Homepage, in deren Mittelpunkt Dominic Thiem steht, macht deutlich, wie wenig oft wirklich zwischen Sieg und Niederlage entscheidet.

Halbiertes Ranking dank 0,7 Prozent mehr Punkten

So schaffte der österreichische Shooting-Star vom Jahr 2014 ins Jahr 2015 zwar den Sprung von den Top 40 in die Top 20, diese Steigerung verdankt er allerdings nur ganz wenigen Punktgewinnen.

Während er im Jahr 2014 ziemlich genau die Hälfte aller ausgespielten Punkte zu seinen Gunsten entscheiden konnte, steigerte er seine Ausbeute in der darauffolgenden Saison um gerade einmal 0,7 Prozentpunkte.

Nicht viel, könnte man meinen. Trotzdem konnte er damit sein Ranking halbieren und sich in den Top 20 etablieren. Von insgesamt 9897 Punkten machte Thiem im Jahr 2015 5018.

Noch beeindruckender in dieser Hinsicht ist die aktuelle Saisonbilanz: Trotz des erstmaligen Sprungs in die Top 10 und seines sensationellen Erfolgslaufs im Frühjahr liegt seine derzeitige Ausbeute mit 51 Prozent nur unwesentlich über der Vorjahres-Marke.

Dabei kann er heuer schon eine 48:15-Siegbilanz vorweisen, während es im Vorjahr in der gesamten Saison in 62 Matches "nur" zu 36 Siegen reichte. Es zeigt, wie wichtig die vielzitierten "Big Points" im Tennis sein können.

Starke Verbesserung als Rückschläger

Ein tieferer Blick in die ATP-Statistiken weist dann freilich doch noch eine entscheidende Verbesserung in Thiems Spiel in Zahlen aus, die auch schon in der Vergangenheit öfters thematisiert wurde: Während er bei seinen eigenen Aufschlagspielen kaum merkbare Verbesserungen - zumindest statistisch - vorweisen kann, hat er sich bei seinem Return-Spiel extrem steigern können.

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Während Thiem im Jahr 2015 beim Return des ersten Aufschlags nur 28 Prozent der Punkte für sich entscheiden konnte, sind es in dieser Saison schon 31 Prozent. Beim zweiten Aufschlag des Kontrahenten erhöhte er die Quote von 49 auf 50 Prozent.

Viel mehr Breaks als 2015

Dies wirkte sich in Folge auch gewaltig auf die Break-Statistik aus: Mit 25 Prozent gewonnenen Games als Return-Spieler nimmt er seinen Kontrahenten in dieser Saison bereits jedes vierte Aufschlag-Game ab. Im Vorjahr war Thiem nur bei jedem fünften Game als Rückschläger erfolgreich. Zudem erhöhte er seine Breakchancen-Verwertung dadurch von 33 auf 39 Prozent.

Auch im internationalen Vergleich sind dies absolute Topwerte. Nur Novak Djokovic führt mit 35 Prozent gewonnener Punkte beim ersten Service als Rückschläger vor Rafael Nadal (33 Prozent) klar das Feld an, dahinter tummeln sich im 30-32-Prozent-Bereich die 20 weiteren Akteure in dieser Kategorie.

Inwiefern sich diese Zahlenspielereien bei den US Open auswirken werden, wird sich zeigen. Der für Tennis-Fans wenig überraschende Fakt ist aber in jedem Fall, dass es gar nicht so wichtig ist, wie viele Punkte man macht, sondern viel mehr WANN man sie macht.

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