Djokovic: "Wichtigstes Match meiner Karriere"

Djokovic: Foto: © getty
 

Novak Djokovic könnte im Finale der US Open 2021 am Sonntag (ab 22:00 Uhr MESZ/ live auf Eurosport und ServusTV) ein Stück Tennis-Geschichte schreiben.

Dem topgesetzten Serben, der Olympiasieger Alexander Zverev im Halbfinale mit 4:6, 6:2, 6:4, 4:6 und 6:2 schlägt (hier nachlesen >>>), fehlt nur noch ein Erfolg, um den Kalender-Grand-Slam mit je sieben Siegen bei den vier Major-Turnieren in Australien, Frankreich, England und den USA zu erreichen.

Gegner im Finale ist der Russe Daniil Medvedev, der den Kanadier Felix Auger-Aliassime in drei Sätzen mit 6:4, 7:5, 6:2 nach Hause schickt (hier nachlesen >>>). Für den 25-Jährigen ist es nach den US Open 2019 und den Australian Open zu Beginn dieses Jahres das dritte Grand-Slam-Finale seiner Karriere.

Noch wartet Medvedev auf den ersten Triumph. Eine Tatsache, die auch Djokovic bedenkt: "Ich bin sicher, er (Medvedev, Anm.) wird alles geben, um sein erstes Major zu gewinnen, aber auch ich werde alles, was noch im Tank ist, reinwerfen", verspricht der Weltranglisten-Erste, der in Flushing Meadows auch seinen 21. Major-Titel holen und damit Roger Federer und Rafael Nadal hinter sich lassen könnte.

"Ich werde an dieses Match herangehen, als wäre es mein letztes. Es ist wohl das wichtigste Match meiner Karriere", sagt Djokovic.

Medvedev will endlich eine Finale gewinnen

Djokovic macht sich das Leben schon zum vierten Mal in Folge schwerer, als er auch gegen Zverev den ersten Satz verliert. Doch auch diesmal lässt er sich vom Rückstand nicht vom Siegesweg abbringen. Nun ist es also Daniil Medvedev, der Djokovic als dritten männlichen "Grand Slam"-Sieger nach Donald Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969) verhindern kann.

"Ich denke nicht, dass ich mein bestes Tennis gespielt habe, aber ich bin froh, im Finale am Sonntag zu stehen", sagt Medvedev in einer ersten Reaktion nach seinem Spiel gegen Auger-Aliassime auf dem Platz im Arthur Ashe Stadium.

Schlüssel im Spiel gegen Auger-Alissime ist wohl die Abwehr zweier Satzbälle des Kanadiers beim Stand von 3:5. Danach verliert der 21-jährige Auger-Aliassime in seinem ersten Major-Halbfinale seinen Touch. "Das hat das Match umgedreht und ich glaube, er hat angefangen zu zweifeln", blickt Medvedev zurück. Nach 2:04 Stunden ist die Nummer zwei des Turniers der erste Endspiel-Teilnehmer. Medvedev gibt auf dem Weg dorthin nur einen Satz ab.

Der Vergleich zu seinem ersten Endspiel in Flushing Meadows vor zwei Jahren gegen Rafael Nadal macht Medvedev sicher, dass es ein anderes Finale sein wird. "Ich bin ehrlich, damals war ich schon glücklich im Finale zu stehen", erinnert er sich zurück. "Je mehr man etwas verliert, umso mehr willst du es gewinnen. Ich habe zwei Finali verloren, ich will das dritte gewinnen", gibt sich der Russe kämpferisch.

"Alle erwarten, dass du immer gewinnst"

Zverev hingegen muss ein Jahr nach dem verlorenen Grand-Slam-Finale gegen den Österreicher Dominic Thiem weiter auf seinen ersten Triumph bei einem Major warten. Auch seine Serie von zuletzt 16 erfolgreichen Matches endet.

"Es war ein toller Kampf. Aber er ist nicht umsonst die Nummer 1 der Welt und das hat er heute gezeigt", meint Zverev später zum verlorenen Hit gegen den "Djoker".

Der Mann der Stunde, nein des Jahres im Tennis-Zirkus ist aber Novak Djokovic. Er ist in der auch für ihn wohl einmaligen Situation, den "echten" Grand Slam innerhalb eines Kalenderjahres zu schaffen. Das würde ihm in der ewigen Diskussion um den "GOAT" (den Größten aller Zeiten) einen Vorsprung verschaffen, den weder Federer noch Nadal wohl noch einholen können.

Djokovic ist sich der möglichen Historie bewusst, vermeidet es aber so gut wie möglich bei den US Open zu sehr darauf einzugehen. "Der Job ist noch nicht erledigt." Djokovic erinnerte auch an Serena Williams, der 2015 vor dem US-Open-Halbfinale nur noch zwei Siege für ihren Grand Slam gefehlt hatten. Dann verlor sie sensationell gegen die Italienerin Roberta Vinci.

"Ich kann jetzt sehr gut verstehen, was sie damals durchgemacht hat", sagt Djokovic. "Ich verstehe, warum sie all die Fragen vermeiden wollte, weil du musst auf den Platz gehen und abliefern. Alle erwarten, dass du immer gewinnst." Mit ihm sei es nicht anders.

Gegen Medvedev führt Djokovic in direkten Aufeinandertreffen mit 5:3, zuletzt siegte der 34-jährige Serbe im Australian-Open-Finale mit 7:5, 6:2, 6:2. Ein derartiges Resultat würde am Sonntag wohl auch niemand überraschend, denn kaum einer kann mit Druck derart gut umgehen wie Djokovic.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..