"Mit absoluten Legenden in der Mannschaft"

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Ob wir am Freitag beim ersten Spieltag des Rod Laver Cups in Prag die Geburt eines neuen Tennis-Highlights sehen werden oder nur ein Show-Event, an das sich in wenigen Jahren niemand mehr wird erinnern können, werden wir erst in der Zukunft erfahren.

Fix ist jedoch, dass mit Dominic Thiem ein Österreicher bei dieser historischen Premiere mit dabei ist.

Der 24-jährige Niederösterreicher kämpft im „Team Europa“ an der Seite von Rafael Nadal (ESP), Roger Federer (SUI), Marin Cilic (CRO), Alexander Zverev (GER) und Tomas Berdych (CZE) um den Sieg gegen „Team Welt“.



Dieses besteht nach der Absage von Juan Martin Del Potro aus Jack Sock (USA), Nick Kyrgios (AUS), John Isner (USA), Sam Querrey (USA), Denis Shapovalov (CAN) und Ersatzmann Francis Tiafoe.

Schon am Freitag ist Thiem im Einsatz: Der Lichtenwörther trifft im zweiten Match nach 13 Uhr auf US-Aufschlag-Kanonier Isner. Im Head-to-Head steht es zwischen den beiden 1:1.

Keine guten Vorzeichen für McEnroe

Große Prominenz sieht man auch auf der Betreuerbank: Während die Europäer von Björn Borg angeführt werden, darf der Rest der Welt auf die Coaching-Fähigkeiten von John McEnroe vertrauen.

Ob es im Gegensatz zum aktuellen Kino-Film „Borg/McEnroe“ diesmal zu einem Happy End für den US-Amerikaner kommen wird, ist allerdings zu bezweifeln. Die Weltranglisten-Positionen sprechen klar für „Team Europa“.

Thiem und die Borg-Unterhosen

Für Thiem ist es in jedem Fall sehr beeindruckend, an der Seite derartiger Legenden ein verlängertes Wochenende in der pittoresken Metropole an der Moldau verbringen zu dürfen. „Ich bin mit absoluten Legenden in einer Mannschaft. Das macht es schon zu einer besonderen und coolen Sache“, zeigt Thiem Respekt vor den anwesenden Tennis-Größen.

Wobei er aufgrund seines Alters mit den Namen Björn Borg und John McEnroe natürlich nur bedingt Kindheitserinnerungen verknüpfen kann.

Mein persönlicher Kontakt zu Borg beschränkt sich darauf, dass ich seine Unterhosen trage.

Thiem und seine Beziehung zu Björn Borg

Auf die Frage von LAOLA1, ob er besondere Beziehungen zu den beiden Legenden habe, antwortete Thiem: „Mit McEnroe habe ich schon ein paar Mal gesprochen. Mein persönlicher Kontakt zu Borg beschränkt sich darauf, dass ich seine Unterhosen trage“, lächelte der Weltranglisten-Siebente.

Millionenschweres Event

Das große Treffen der Superstar verdankt die Tennis-Welt übrigens einem gewissen Jorge Paulo Lehmann. Der mit 35 Milliarden Dollar reichste Brasilianer der Welt, seines Zeichens in der Schweiz Bankier und früherer Davis-Cup-Spieler, tüftelte gemeinsam mit Federer diesen Bewerb auf. Offizielle Startgelder wurden bislang nicht bekannt, für die Tennis-Asse dürfte sich ein Antreten in Prag aber durchaus auch finanziell lohnen.

Derartige millionenschwere Exhibitions war in der Vergangenheit freilich kein großer Erfolg beschieden. Derzeit planen die Veranstalter damit, das Turnier jährlich zwei Wochen nach den US Open auszutragen.

Wie beim Ryder Cup soll es abwechselnd in Europa und den USA über die Bühne geben. Stehen Olympische Spiele auf dem Programm, würde der „Laver Cup“ eine kurze Auszeit nehmen.

Thiem ist davon überzeugt, dass die erste nicht zugleich die letzte Auflage dieses Events sein wird.

Thiem glaubt an die Zukunft des Laver Cups

„Dieser Bewerb hat nur eine seriöse Chance zu bestehen bzw. eine Zukunft, wenn ihn jeder voll ernst nimmt. So eine Halb-Exhibition ist scheiße und wird nicht funktionieren. Ich glaube, dass es jeder voll ernst nimmt und dann kann das schon ein bisschen ein Pendant zum Ryders Cup werden“, meint der Lichtenwörther, der es selbst nicht an Ehrgeiz mangeln lässt. „Das ist eine sehr coole Sache. Im Endeffekt geht es aber darum, zu gewinnen.“

Nach dem „Laver Cup“ geht es für Thiem übrigens ab zum „Asian Swing“. Nächste Woche bestreitet der Bresnik-Schützling das ATP-250-Turnier in Chengdu, danach geht es nach Tokio (ATP 500) und Shanghai (ATP 1000).

Thiem ist Feuer und Flamme nach der etwas verkorksten nordamerikanischen Hartplatz-Tournee wieder zurück an die Spitze aufzuschließen. „Der Sommer war ein bisschen bitter und nicht zufriedenstellend. Hoffentlich läuft es jetzt in Asien besser“, so Thiem, der im Race To London immer noch auf Platz vier liegt und in Kürze seine Teilnahme beim ATP World Tour Finale fixieren könnte.

Textquelle: © LAOLA1.at

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