"Keine Gedanken" ans Double
An ein mögliches "Double", bekräftigte Thiem neuerlich, "habe ich gar keine Gedanken". Aber Selbstvertrauen hat er auf jeden Fall wieder getankt gegen den aufstrebenden Norweger Ruud. "Das war heute eines der besten Matches von diesem Jahr. Ich habe sehr aggressiv gespielt, auch wenige Fehler gemacht." Er sei aus New York mit dem ganzen Selbstbewusstsein, dass er "den Ball richtig gut am Schläger habe und gut spiele" gekommen. Zudem sagen ihm bisher die kühlen Bedingungen sehr zu. "Ich habe zig Stunden bei solchen Bedingungen auf dem Platz verbracht: Trainings, Matches, Juniorenturniere, Futures."
Seine Gedanken will er nun aber ganz auf das nächste Match legen. "Ich habe jetzt hoffentlich wieder 48 Stunden Zeit zur Regeneration, die will ich perfekt nutzen und dann wieder am Sonntag alles reinhauen, was ich habe und nicht wirklich darüber hinaus denken."
Ungewöhnlich für Thiem war es, so erzählte er, bei den sonst Ende Mai gespielten French Open um 07.00 Uhr aufzustehen und von Dunkelheit umgeben zu sein. "Das Einzige, was beleuchtet war, war der Eiffelturm", erzählte er lächelnd. "Das hat mich an meine Schulzeit erinnert", fügte er im internationalen Teil seiner Video-Pressekonferenz in Paris hinzu.
Kurioses Szenario
Die Spieler sitzen in den großen Presseräumen von Roland Garros, die dieses Jahr neu eröffnet wurden, fast alleine: Selbst vor Ort befindliche Journalisten dürfen nicht in diese Räume, sondern müssen selbst via Video Fragen stellen. Es ist ein ähnlich kurioses Szenario wegen der Coronakrise wie auch schon bei den US Open. Dafür sind in Paris zumindest 1.000 Fans pro Tag erlaubt.
Thiem lobte seinen Drittrunden-Gegner Ruud. "Ein Riesenspieler. Wenn wir ihm noch ein Jahr geben, habe ich ihn für die nächste Sandsaison schwer auf der Rechnung", ehrt der Lichtenwörther den erst 21-Jährigen.
Für Thiem war es im dritten Match schon das zweite "Hallenmatch" auf dem nun überdachbaren Center Court. Sicher ein Vorteil, da er nicht - wie etwa Wawrinka - vom Regen gestört werden konnte. "Grundsätzlich spiele ich jetzt nicht so gerne die erste Partie, aber an Tagen wie heute hat es schon seine Vorteile: Du spielst um 11.00, egal wie das Wetter ist, du hast keine Partie vorher und kannst dich perfekt drauf einstellen."
Positive Zwischenbilanz
Eine erste Zwischenbilanz Thiems nach drei Matches konnte nur positiv sein. "Der Start ins Turnier war richtig gut, aber das ist auch ein bisserl New York geschuldet." Im Vorjahr sei er nach einer empfindlichen Niederlage in Rom angereist. "Da ist das Selbstvertrauen nicht so wie heuer mit einem Grand-Slam-Titel in der Tasche."
Zudem stand er bisher insgesamt 6:43 Stunden auf dem Platz. Das ist für drei Runden auf Sand im "best of five"-Modus nicht viel. "Jedes Match, das nicht zu lange ist, hilft Energie zu sparen. Das ist jetzt noch wichtiger, weil meine Reserven sind sicher nicht endlos nach den ganzen letzten Wochen. Von dem her hätte der Start nicht besser sein können in Richtung zweite Woche."
Befragt wurde Thiem auch, ob er wie auch andere Spieler für die Einführung des "Hawkeyes" auch auf Sand wäre. "Ich würde das zu 100 Prozent unterstützen. Es wäre für jeden fair und ich glaube, das sollten wir ermöglichen", meinte Thiem, der am Freitag auch bei sich selbst einen Schiedsrichter-Ruf zu seinen Gunsten bekam. "Casper hat mir nach dem Match den Abdruck auf seinem Telefon gezeigt."
Was den Niederösterreicher übrigens gar nicht stört, sind die vier verschiedenen Modi, nach denen bei den vier Grand-Slam-Turnieren der fünfte Satz entschieden wird. Die French Open sind ja das letzte verbliebene Turnier überhaupt, bei dem im fünften Set kein Tiebreak gespielt wird. Bei den Australian Open gibt es ein Super-Tiebreak bei 6:6, bei den US Open ein normales Tiebreak und in Wimbledon erst beim Stand von 12:12 ein Tiebreak.
"Eigentlich mag ich es, wie es jetzt ist. Auf Sand ist es wahrscheinlicher, dass es irgendwann zu einem Break kommt. Wir werden hier nie ein 70:68 wie in Wimbledon sehen", glaubt Thiem.
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