Coach Bresnik gibt sich kritisch
Geholfen habe ihm auf jeden Fall die mit 7.800 Zuschauern gut gefüllte Halle. Die rot-weiß-roten Fans pushten ihren Liebling quasi ins Achtelfinale. "Es war eine super Stimmung in der Halle. Das hat mir sicher extrem geholfen und war sehr wichtig. Auch weil es ihn sicher nicht kalt gelassen hat."
Coach Günter Bresnik gab sich gewohnt kritisch und sah "keine berauschende Leistung" seines Schützlings.
Überzeugt habe den Betreuer jedoch "die Art und Weise, wie er sich nach dem Break-Rückstand im ersten Satz zurückgekämpft hat. Er hat seine Aufschlag-Quote steigern können und einfach das Heft selbst in die Hand genommen und die Partie nicht mit sich geschehen lassen. Er hat ohne gut zu spielen, einen relativ guten Spieler glatt geschlagen."
"Teilweise wirkt er undiszipliniert in seinem Spiel", ärgert sich Bresnik über manchen unerzwungenen Fehler. "Das entspricht nicht meiner Vorstellung von seinem Spiel. Ich weiß nicht, was er sich da manchmal denkt."
Thiem: "Werde mich steigern müssen"
Grunsätzlich attestierte sich Thiem selbst ebenfalls "keine ideale Leistung. Ich bin aber froh, dass ich die Chance bekommen habe, mich in der nächste Runde zu steigern."
Dies könnte auch durchaus nötig sein, wartet mit Richard Gasquet doch ein ehemaliger langjähriger Top-10-Spieler. Mittlerweile ist der 31-Jährige, der in seinen Anfangsjahren als kommender Grand-Slam-Sieger gehandelt wurde, auf Rang 32 abgerutscht.
"Er ist ein völlig anderer Spieler als Rublev, er spielt mit mehr Finesse und hat eine sehr edle Rückhand. Vielleicht werde ich ein bisschen mehr über die Vorhand spielen."
Das bislang einzige Duell mit dem 14-fachen-ATP-Titelträger verlor Thiem vor zwei Jahren in Basel in der Halle. "Die Partie war damals nicht berauschend. Ich habe viele Chancen vergeben. Das ist aber schon lange her. Die kommende Partie wird wenig Parallelen aufweisen."
Thiem erwartet Sieg von sich
In jedem Fall erwartet Österreichs Nummer eins einen Sieg und den damit verbundenen Viertelfinal-Einzug von sich. „Ich bin Druck gewohnt und der wird mit Sicherheit nicht kleiner gegen Gasquet. Mein Anspruch ist allerdings auch höher, als nur in die zweite Runde zu kommen“, stellt Thiem klar. Die Zahlen bestätigen seine Aussage: Als Nummer zwei der Setzliste ist er mittlerweile schon der einzige Gesetzte im unteren Raster.
Bei einem Erfolg über Gasquet würde der Sieger aus Lucas Pouille gegen Guillermo Garcia-Lopez warten. Ein möglicher Halbfinal-Gegner wird aus dem Quartett Ramos-Vinolas, Struff, Edmund oder Dennis Novak ermittelt.
"Vor vier, fünf Jahren war es eine Situation für mich, dass ich die erste Runde überstehe. Diese Zeiten sind für mich vorbei. Ich will mehr, es ist aber nicht einfach, weil auch das Turnier größer geworden und stärker besetzt ist. Das sieht man schon daran, dass ich in der zweiten Runde gegen einen Gasquet ran muss. Trotzdem will ich das Turnier natürlich gewinnen und mich nicht mit einem Zweitrunden-Einzug begnügen."